Mehr staatliches Engagement gefragt bei Energie, Chips und Klima @rafbuff

Der Sparkurs der Bundesregierung weckt bei vielen Experten Zweifel an der Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Auch bei Rafael Laguna de la Vera, Gründungschef der Bundesagentur für Sprunginnovationen. Energie, Chips oder Klima sind gigantische Herausforderungen. „Um den Innovationsstandort Deutschland mache ich mir ganz große Sorgen – und das werden wir schon bald erleben“, so Laguna im Interview mit der FAZ. 

„Wir befinden uns in einem globalen Subventionsrennen mit dem Rest der Welt um bestimmte Innovationen und Industrien. In Amerika und Asien scheint man da keine Probleme zu haben, quasi unendlich viele Schulden zu machen“, erläutert Laguna. 

Man müsse aufpassen, sich bei neuen Themen nicht gänzlich zu verabschieden. „Ich bin weit davon entfernt, ein Subventionsfan zu sein. Aber wenn die Beihilfen nicht kommen, kommen auch die Chipfabriken nicht – das ist ganz einfach. Und da würde ich schon sehr weinen, wenn das so einträte“, bemerkt der Sprind-Chef. 

Microsoft habe gerade bekannt gegeben, einen eigenen KI-Chip zu entwickeln. „Amazon und Google arbeiten schon lange daran, auch Tesla ist seit Längerem am Ball. Deren Chips sind wichtig für die vertikale Integration der Industrien. Wenn man die nicht macht oder die nicht hinbekommt, brennt vom kleinsten und wichtigsten Teil ausgehend, dem Chip also, von unten das Geschäft weg und damit der Industriestandort aus. Das trifft auf Autohersteller genauso zu wie etwa auf Telekommunikationsunternehmen, Medizingerätehersteller und nahezu alle anderen Industrien.“

Deutschland habe immer noch tolle Forschung und tolle Unternehmen. „Wir müssen nur aufpassen, dass wir jetzt auch eine neue Gründerzeit anbrechen lassen. Von der letzten, die 1871 begann, leben wir heute noch. Aber so langsam wird es Zeit, wieder neue Industrien aufzubauen“, fordert Laguna.

Und das gilt auch für die Ernährungswende.  Das betont der Lebensmittel-Experte Friedrich Büse im Sohn@Sohn-Adhoc-Interview. Hier sei von der Produktion bis zur Logistik modernste Technik gefragt. 

„Romantische Vorstellungen allein reichen nicht aus, um eine nachhaltige Lebensmittelproduktion zu gewährleisten.“ Büse vergleicht pflanzenbasierte und alternative Proteine mit der etablierten Fleischindustrie und unterstreicht die Herausforderungen in der Wertschöpfungskette und im Futtermittelprozess.

In vier Teilen erörtern wir das mit Friedrich Büse. Die erste Folge ist bereits erschienen.

Es geht weiter am Dienstag, den 9. Januar, um 12 Uhr.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.