Happy New Year #2024? Bin optimistisch und gut gelaunt – Ängste, Befürchtungen und das Spiegelbild der veröffentlichten Meinung #FutureLounge

In der ersten Futures Lounge des Jahres am 3.1. wirft die D2030-Initiative einen Blick auf Hoffnungen und Ängste, die unseren Start in’s Jahr 2024 prägen.

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So weit, so gut. Hier meine Einschätzung der Lage:

Die Hoffnungen und Ängste sind häufig nur eine Projektion der veröffentlichten Meinung. Fragt man nach Dingen, die man selbst erlebt hat und überprüfen kann, dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Etwa die wirtschaftliche Lage. Die eigene wirtschaftliche Lage wird seit dem Ende der Finanzkrise 2009 kontinuierlich als gut gewertet. Die Werte schwanken bei den Befragungen der Forschungsgruppe Wahlen zwischen 50 und 70 Prozent. Nur jeder zehnte Befragte sieht seine wirtschaftliche Lage zwischen 2009 und 2023 schlecht.

Durch den Angriff von Russland auf die Ukraine, durch die Inflation und eine leichte technische Rezession, die wir seit Ende des vergangenen Jahres erleben, gibt es wieder Nahrung für mehr Pessimismus. Das hinterlässt Spuren bei der Beurteilung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage: Seit vier Befragungswellen ist die Fernsicht auf den Status quo der Volkswirtschaft in Deutschland kritisch. Das doppelte Meinungsklima schlägt wieder zu wegen der Dominanz eines negativen Medientenors. „Die mediale Verzerrung der Wirklichkeit lässt sich in vielen Bereichen des Alltags ständig beobachten“, sagt Edgar Piel, der frühere Sprecher des Instituts für Demoskopie Allensbach: Etwa beim Vertrauen in die Politik oder bei der Einschätzung von Stress und Glücksgefühlen in der Politik. „In fast allen Bereichen gibt es das doppelte Meinungsklima: die eigene Situation wird mehrheitlich gut beurteilt, aber man fühlt die eigene Situation als Ausnahme, weil man das Allgemeine ja nur aus den Medien kennt – und glaubt“, erläutert Piel. Dieses Phänomen eines „doppelten Meinungsklimas” müsste zur Grundausbildung von Journalisten gehören, stört aber in der Praxis doch sehr bei der Zeichnung und Dramatisierung von Stimmungsbildern. Siehe auch: Mittelstand im innovativen Aufschwungmodus – Medientenor leider nicht.

Es gibt doch sehr viele Gründe für Optimismus: So waren Im Jahresdurchschnitt 2023 rund 45,9 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Das waren so viele wie noch nie seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990. Nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stieg die jahresdurchschnittliche Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um 333 000 Personen (+0,7 Prozent). Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte damit einen neuen historischen Höchststand, nachdem bereits im Jahr 2022 der vormalige Höchstwert aus dem Jahr 2019 (45,3 Millionen Personen) um 320 000 überschritten worden war. Eine Ursache für die Beschäftigungszunahme im Jahr 2023 war die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte. Hinzu kam eine gesteigerte Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung. Diese beiden Wachstumsimpulse überwogen die dämpfenden Effekte des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt, der mittelfristig zu einem deutlichen Rückgang der Bevölkerung im Erwerbsalter führen dürfte. Also gute Gründe für Zuversicht.

Oder schlichtweg Pragmatismus, wie ihn Andreas Eschbach zum Ausdruck gebracht hat: „(Z)u allen Zeiten suchen die Menschen das Paradies, aber was immer sie auch anstellen, das Leben wird immer dieses seltsame Chaos bleiben, das man nie ganz zu fassen kriegt. Immer wird es Freude geben und Leid, immer Geburt und Tod: zu allen Zeiten wird man Niederlagen und Heimtücke und Hass kennen – aber auch Siege, Ehrlichkeit und Liebe ….“. Nachzulesen in: „Der Mann aus der Zukunft“ in dem Eschbach-Band „Eine unberührte Welt“. Hinweis von Professor Lutz Becker in einem ichsagmal.com-Kommentar.

Um wieder in den Aufschwung-Modus zu kommen, brauchen wir übrigens mehr Optimismus. Darauf hat der Informatik-Professor Karl Steinbuch bereits 1979 hingewiesen. Steinbuch berechnete, dass eine seit 1949 jeweils zum Jahresende vom Institut für Demoskopie Allensbach gestellte Frage „Sehen Sie dem neuen Jahr mit Hoffnungen oder Befürchtungen entgegen“ in dem Prozentsatz der Antworten „mit Hoffnungen“ der Entwicklung des realen Bruttosozialprodukts vorauseilt. Der Verlauf des Optimismus folge nach Erkenntnissen von Steinbuch wie das Wachstum des Bruttosozialprodukts Zyklen mit einer Dauer von etwa vier bis fünf Jahren und der Optimismus in der Bevölkerung hinke nicht hinter der Konjunktur her, sondern gehe ihr voraus: Zuerst Optimismus, dann Wachstum.

Bei den Hoffnungen liegen wir in Deutschland nach den Umfragen des Instituts für Demoskopie Allensbach ungefähr auf dem Niveau von 1950 zur Zeit des Korea-Krieges. Das war der Tiefpunkt, dann ging es wieder steil bergauf – mit den Hoffnungen und mit der Konjunktur.

Bislang folgten nach den Tiefpunkten recht steile Anstiege bei den Hoffnungen.

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