
„Nachhaltigkeit betrifft Unternehmen in ihrem Kern, da es um Produkte, Produktionsprozesse, Märkte, Unternehmensfinanzierung und letztendlich auch um die Menschen in den Unternehmen geht. Es geht nicht nur um die Kunden, sondern auch um die Mitarbeiter, die wissen möchten, was das Unternehmen in Bezug auf Nachhaltigkeit unternimmt. Nachhaltigkeit ist daher ein zentrales Thema für das Personalmanagement, da es um die Grundelemente des Unternehmens geht“, sagt Rupert Felder, Arbeitsrechtler und frühere Personalleiter eines Maschinenbaukonzerns, im Vorfeld der Zukunft Personal Süd in Stuttgart, die am 5. und 6. März stattfindet. Felder bestreitet das Eröffnungspanel auf der Keynote-Stage und gibt einen Ausblick auf diese Session in der Sendung #ZukunftPersonalNachgefragt am Dienstag, den 20. Februar, um 15 Uhr.
Es handelt sich nicht mehr um ein Schönwetter-Thema, da das ESG-Reporting von Wirtschaftsprüfern zertifiziert wird und Marketingberichte nicht mehr ausreichen. Es geht nicht mehr nur um Siegel und Etiketten, sondern um eine grundlegende Veränderung von Produkten und Produktionsweisen. Die Nachhaltigkeit der Nachhaltigkeit ist gefragt. Unternehmen müssen Nachhaltigkeit richtig umsetzen, sie in die HR-Geschäftsprozesse integrieren, ein solides Reporting erstellen und eine Geschichte darüber erzählen, warum sie nachhaltig sind. Nur so können sie am Markt bestehen, da die Märkte nachhaltige Produkte benötigen und die Finanzierung nur noch für nachhaltige Produkte erfolgt.
Die gesamte Positionierung und Etablierung von Unternehmen in den Finanzsektoren hängt mit Nachhaltigkeit zusammen. Ohne Nachhaltigkeit funktioniert ein Unternehmen nicht mehr. Rupert Felder hat bereits vor über zwei Jahren ein Fachbuch zum Thema Personalmanagement und Nachhaltigkeit veröffentlicht. Er ist überrascht, dass Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen immer noch von den Auswirkungen des ESG-Reportings auf die Liefer- und Wertschöpfungskette überrascht sind. Kein Unternehmen kann sich dem Thema mehr entziehen. Es geht nicht darum, Bürokratie oder Aufwand zu beklagen, sondern darum, Reporting als Teil der Personalprozesse zu verstehen. Viele HR-Kennzahlen sind bereits vorhanden und müssen nur zu einem Mosaik zusammengesetzt werden, um eine glaubwürdige Nachhaltigkeitsstrategie vorzulegen und mit Fakten zu untermauern.
Es geht nicht um Prosa und PowerPoint-Präsentationen, sondern darum, Nachhaltigkeit in die betriebliche Praxis zu integrieren. Dies betrifft das Gesundheitsmanagement, das Recruiting, die Arbeitgebermarke, die Vergütungskonzepte, die Mitarbeiterbeteiligung und alle HR-Produkte und -Prozesse. HR ist eine Querschnittsabteilung, die alle Bereiche des Unternehmens abbildet und daher eine zentrale Rolle bei der Etablierung von Nachhaltigkeit spielt.
HR kann die Chance nutzen, durch Nachhaltigkeit einen Mehrwert für das Unternehmen zu schaffen. „Personalverantwortliche sollten das Thema ernst nehmen und sich damit auseinandersetzen. Es ist ein interessantes Thema, aber vor allem eines, das über die Zukunft des Unternehmens entscheidet. Ohne Nachhaltigkeit gibt es keine Zukunft. Personalmanagement war schon immer Zukunftsvorsorge. Es geht darum, sich auf die Zukunft einzustellen, Vorhersagen zu treffen und als Seismograf zu erkennen, in welche Richtung sich das Thema entwickelt.
Die Verbindung von Nachhaltigkeit und HR ist eine gute Symbiose, und es gibt keinen Grund zur Scheu oder Angst. Es mag schwierig sein, alle Vorschriften und Abkürzungen wie CSR und SDG zu verstehen, aber sobald man es verstanden hat, kann man es anwenden. Es ist nicht so schwierig, wie es scheint. Daher sollten HR-Verantwortliche das Thema angehen und Nachhaltigkeit im HR-Bereich etablieren.
Bei der Positionierung von HR in der deutschen Unternehmenslandschaft stellt sich die Frage, wie Unternehmen mit den Anforderungen des ESG-Reportings umgehen. Es gibt verschiedene Druckquellen für Unternehmen. Erstens der Gesetzgeber, der Vorschriften und Regulierungen erlässt, wie den EU Green Deal und das Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz. Zweitens der Finanzbereich, der nur noch nachhaltige Produkte und Unternehmen finanziert. Drittens die Kunden, die wissen möchten, wie nachhaltig die Produkte sind, die sie kaufen. Und viertens die Mitarbeiter, die wissen möchten, was das Unternehmen in Bezug auf Nachhaltigkeit unternimmt. Die Arbeitgebermarke muss glaubwürdig sein und die Nachhaltigkeit muss in allen Prozessen und Produkten des Unternehmens verankert sein.
Diese Druckquellen wirken auf Unternehmen ein und erfordern eine Anpassung und eine klare Positionierung. Die Unternehmen müssen lernen, mit diesen Anforderungen umzugehen und sie in ihre Prozesse zu integrieren. Es gibt bereits Veränderungen, insbesondere bei börsennotierten Unternehmen, die Nachhaltigkeitsziele in ihre Vorstandsvergütung aufnehmen müssen. Dies hat zu einer Veränderung der Unternehmenskultur geführt und beeinflusst auch andere Unternehmen. Es ist wichtig, dass Unternehmen aus den Erfahrungen anderer lernen und diese Veränderungen in ihren eigenen Prozessen umsetzen. Es geht darum, eine Reife zu erreichen, bei der Nachhaltigkeit nicht nur ein Projekt ist, sondern eine Veränderung von Prozessen, Produkten und letztendlich des gesamten Unternehmens.
Bei der Betrachtung der Twin Transformation, also der Verbindung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit, wird deutlich, dass Unternehmen bereits Kompetenzen im Bereich Digitalisierung aufgebaut haben, während es beim Thema Nachhaltigkeit noch großen Nachholbedarf gibt. Es ist wichtig, beide Bereiche im Blick zu behalten und die Transformation in beiden Bereichen voranzutreiben. Eine Studie von Mind Business, die im Frühjahr veröffentlicht wird, zeigt, dass Unternehmen bereits Fortschritte bei der Digitalisierung gemacht haben, aber noch viel Arbeit im Bereich Nachhaltigkeit bevorsteht.
Die Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen, die sich aus den drei Ds ergeben: Demografie, Dekarbonisierung und Digitalisierung. Diese drei Bereiche verändern Unternehmen grundlegend. Die demografische Entwicklung, die Dekarbonisierung und die Digitalisierung sind die treibenden Kräfte hinter der Nachhaltigkeit. Unternehmen müssen sich diesen Herausforderungen stellen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Man hört, sieht und streamt sich mit Rupert Felder und Co. bei Zukunft Personal Nachgefragt.
Agenda:
17:30 Uhr Check-in
18:00 Uhr Begrüßung und Speed Dating
Nicole Dorazil, Innovation Evangelist
Stephan Grabmeier, Future Designer, Synergie Zukunft
18:20 Uhr Die Twin Transformer: Doppelte Transformation aus Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Mittelstand – Studienhighlights
Bernhard Steimel, Studienleiter, mind digital
18:40 Uhr Panel Talk mit Twin Transformern
Bernhard Steimel im Gespräch mit Studienteilnehmern
19:00 Uhr Breakout-Sessions „Machen statt Reden“
Zirkuläre Geschäftsmodelle in der Praxis – Cradle-to-Cradle Zertifizierung: Lars Baumgürtel, CEO, ZINQ
Wesentlichkeitsanalyse in der Praxis: Alexander Rausch, Head of ESG-Consulting, Drees+Sommer
Die Rolle des CDOs in der Twin Innovation: Tom Oelsner, CDO, GEA
19:40 Uhr Abschlussdiskussion im Plenum
Stephan Grabmeier, Future Designer, Synergie Zukunft
20:00 Uhr Demo-Night mit den Telekom-Partnern aus dem Telekom Nachhaltigkeitsmanager Ecosystem
Interviews in Kooperation mit Gunnar Sohn von Schubkraft-TV
Veranstaltungsort
TechHub.K67
Kasernenstr. 67
40213 Düsseldorf