
Neuen europäischen Konsens und bessere transatlantische Arbeitsteilung schaffen.
„Deutschland muss jetzt Führung übernehmen. Nicht als Bekenntnis, sondern endlich praktisch. Gemeinsam mit den militärisch potenten Partnern in Europa – Frankreich, Polen, Großbritannien, Italien, Schweden – muss Deutschland die kontinuierliche militärische Unterstützung der Ukraine mit Munition, Ersatzteilen, Drohnen- und Flugabwehr, Artillerie, Schützenpanzern und Kampfpanzern organisieren. Die Chance darauf, sich europäisch gegen Putins imperialen Wahn durchzusetzen, besteht jedoch nur dann, wenn Europa sich nicht spalten lässt. So schwierig es ist – Deutschland trägt Verantwortung dafür, die Beziehungen auch zu komplizierten Partnern in EU und NATO zu reparieren. Wir müssen jetzt konzertiert auf Staaten wie Polen, Ungarn und die Slowakei zugehen, sie bewusst umarmen und nicht ausgrenzen. Auch in Warschau, Budapest und Bratislava weiß man, dass die Kosten eines russischen Sieges ungleich höher sein werden als die Kosten der politischen, ökonomischen und militärischen Unterstützung der Ukraine. Mit einem neuen europäischen Konsens lässt sich die transatlantische Arbeitsteilung verbessern. Die USA unterstützen Israel jetzt massiv und das Bündnis braucht dringend europäische Entlastung. Die Frage der US-amerikanischen Steuerzahler, warum sie für europäische Sicherheit in der Ukraine und im europäischen Teil der NATO mehr aufwenden sollen als die Europäer selbst, ist ohnehin seit Langem legitim“, schreiben Lange und Masala.
Debattenstoff für die Europa-Konferenz in Berlin am Wochenende vom 13. bis 15. Oktober.