USA auf dem Weg zum autokratischen Regime – Meinungsfreiheit als Hebel zur Machtergreifung The U.S. on the Path to an Autocratic Regime – Free Speech as a Tool for Power #Lanz @BachmannRudi

Rüdiger Bachmann sprach bei #Lanz, und wer ihm zuhörte, bekam keine geisteswissenschaftliche Empörung über Trump zu hören, sondern die präzise Analyse eines Ökonomen, der die tektonischen Verschiebungen der Welt nicht nur beschreibt, sondern in Daten, in ökonomischen Fakten sichtbar macht.

Seine Diagnose ist klar: Die Vereinigten Staaten entfernen sich zunehmend von der liberalen Demokratie und bewegen sich in Richtung eines Systems, das Elemente von Ungarn und der Türkei aufweist. Kein klassischer Autoritarismus, sondern ein subtileres, hinterlistigeres Modell – eine Autokratie, die sich mit dem Begriff der Freiheit tarnt.

Bachmann verweist auf die nationalen Statistiken, die in den USA längst zum politischen Spielball geworden sind. Die Regierung Trump denkt bereits laut darüber nach, das Bruttoinlandsprodukt nicht mehr nach den bisherigen Maßstäben zu messen. Das sei, so Bachmann, ein Angriff auf die Basis der Wirtschaftsanalyse selbst. Denn wenn man nicht mehr weiß, wie hoch Inflation oder Wachstum tatsächlich sind, kann wirtschaftliche Realität in politisch gewünschte Fiktion verwandelt werden.

Es beginnt mit der Kontrolle der wirtschaftlichen Zahlen – wie in China –, dann folgt die Aushöhlung der Wissenschaftsfreiheit, schließlich die Gleichschaltung der Medien.

Trump und Vance sind dabei, einen solchen Staat zu errichten. Und sie gehen dabei viel geschickter vor, als viele es wahrhaben wollen. Meinungsfreiheit wird nicht direkt angegriffen, sondern pervertiert. Wer heute in den USA über Meinungsfreiheit spreche, so Bachmann, meine oft gar nicht mehr den Schutz der freien Rede, sondern das vermeintliche Recht der Rechten, Universitäten anzugreifen, Bibliotheken zu räumen, Lehrstühle zu streichen.

Das sei, sagt Bachmann, ein Trick – eine politische Technik, die darauf abzielt, die Infrastruktur der Wahrheit zu zerstören, um eine Meinungsfreiheit zu erzeugen, die in Wirklichkeit nur noch die Freiheit der Mächtigen ist. Die individuelle Freiheit werde bewahrt, aber Presse- und Wissenschaftsfreiheit so systematisch untergraben, dass öffentliche Debatten keine Grundlage mehr hätten.

Hinter all dem steht eine tektonische Verschiebung: Die USA entfernen sich von der offenen Gesellschaft und nähern sich de facto den autokratischen Systemen an, die sie einst bekämpften.

Europa hat diese Entwicklung erkannt und beginnt, sich strategisch neu aufzustellen. Die Illusion einer amerikanischen Schutzmacht, die auf ewig bestehen bleibt, hat ausgedient. In Berlin, Paris und Warschau wird mittlerweile nicht mehr nur symbolisch, sondern in harten politischen Entscheidungen diskutiert, wie eine europäische Verteidigung unabhängig von den USA organisiert werden kann.

Die Zeiten der transatlantischen Naivität sind vorbei.

Rüdiger Bachmann spoke on Lanz, and anyone listening didn’t hear the usual intellectual outrage over Trump but rather the precise analysis of an economist who doesn’t just describe the tectonic shifts in global power but makes them visible through data and economic facts.

His diagnosis is clear: The United States is steadily moving away from liberal democracy and toward a system that increasingly resembles elements of Hungary and Turkey. This is not classic authoritarianism—it’s more subtle, more insidious—a form of autocracy cloaked in the language of freedom.

Bachmann points to national statistics, which have long since become a political weapon in the U.S. The Trump administration is already openly considering changing the way GDP is measured. According to Bachmann, this is a direct attack on the foundation of economic analysis itself. Because when you no longer know the true rate of inflation or economic growth, you can transform economic reality into politically convenient fiction.

It starts with controlling economic data—just as China does—then comes the erosion of academic freedom, followed by the gradual alignment of the media.

Trump and Vance are in the process of building such a state. And they are doing it far more skillfully than many are willing to admit. Free speech is not being directly attacked; it is being distorted. As Bachmann explains, when people in the U.S. talk about free speech today, they often no longer mean protecting open discourse. Instead, they mean the so-called right of right-wing forces to target universities, remove books from libraries, and eliminate academic positions.

This, Bachmann says, is a trick—a political technique designed to dismantle the infrastructure of truth in order to create a version of free speech that, in reality, is nothing more than the freedom of the powerful. Individual freedoms remain intact on paper, but press freedom and academic freedom are systematically undermined to the point where public debate loses its foundation.

Behind all of this lies a fundamental geopolitical shift: The U.S. is distancing itself from the open society and is aligning itself, in practice, with the autocratic systems it once fought against.

Europe has recognized this shift and is beginning to reposition itself strategically. The illusion of a permanent American security guarantee is fading. In Berlin, Paris, and Warsaw, discussions are no longer just symbolic but are shaping real political decisions about how to build a European defense strategy independent of the U.S.

The era of transatlantic naïveté is over.

3 Gedanken zu “USA auf dem Weg zum autokratischen Regime – Meinungsfreiheit als Hebel zur Machtergreifung The U.S. on the Path to an Autocratic Regime – Free Speech as a Tool for Power #Lanz @BachmannRudi

  1. Anonym

    Tja, das wäre korrekt, wenn das Pendel nicht nur zurückschwänge…

    Die Meinungsfreiheit wurde seit langem unterwandert und war nur mehr eine ideologische Gleichschaltung.

    Das der Rückschwung aber in der Mitte stopp ist naturgemäß nicht möglich…

  2. gsohn

    Die Idee, dass es erst eine „ideologische Gleichschaltung“ gab und jetzt quasi nur eine „natürliche Korrektur“ stattfindet, übersieht das Offensichtliche: Was hier passiert, ist kein Ausgleich, sondern eine Verschiebung hin zur gezielten Kontrolle öffentlicher Debatten.

    Wenn freie Medien attackiert, Wissenschaftler entlassen und wirtschaftliche Daten nach politischem Willen manipuliert werden, dann ist das nicht „das Pendel der Geschichte“ – es ist eine geplante politische Strategie zur Machterhaltung.

  3. Pingback: ichsagmal.com – weisseis

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