Kommt es zu einer Welle an Insolvenzen? Logistik-Branche besonders betroffen @ProfHolm #DigitalX #SchubkraftTV

Professor Holm wird am 14. September auf der Digital X in Köln zum Thema Logistik, Lieferketten und Inflation sprechen

In Österreich ist eingetreten, was in Deutschland wohl noch bevorsteht, so Creditreform: Die Insolvenzen von Unternehmen haben deutlich zugenommen. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres kam es in der Alpenrepublik zu 2.429 Unternehmensinsolvenzen – gegenüber den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 bedeutet dies ein Plus von 121 Prozent.

Interessant: Während die Insolvenzquote im Bauwesen bei 17,1 Betrieben je 10.000 Unternehmen liegt, beträgt sie in der Logistik fast 20 pro 10.000. In absoluten Zahlen liegen der Bau, der Handel und schließlich die unternehmensbezogenen Dienstleistungen etwa gleich auf: Alle drei Bereiche zählen mehr als 400 Insolvenzen und bestreiten so fast die Hälfte des gesamten Aufkommens. Der Lieferketten-Stress, die steigenden Rohstoffkosten, Engpässe bei Vorprodukten, Chipmanagel, No-Covid-Strategie von China, Probleme an Frachthäfen, Zahlungsverhalten und dergleichen setzen der Logistik-Branche zu. Das hat Logistik-Professor Peter Holm in einem Vorgespräch zur diesjährigen #DigitalX zum Ausdruck gebracht.

Und um die Aufregung um das Habeck-Statement ein wenig zu lindern: Im ersten Halbjahr 2022 war in Deutschland noch einmal ein leichter Rückgang bei den Unternehmensinsolvenzen gegenüber der Vorjahresentwicklung festzuhalten.

„Eine paradoxe Situation, die es aufzuklären gilt, will man sich gegenüber einem starken Anstieg der Insolvenzen, wie er aktuell in Österreich zu registrieren ist, frühzeitig wappnen. Im Gespräch mit der Falkensteg GmbH, die als Unternehmensberatung auf Sanierung spezialisiert ist, umreißt Patrik-Ludwig Hantzsch die Lage im Sommer 2022 im Hinblick auf die Stabilität der Unternehmen angesichts immer neuer, nicht abreißender Krisen“, schreibt Creditreform.

Zur Erklärung der widersprüchlichen Situation bei den Unternehmensinsolvenzen verweist Creditreform-Analyst Patrik-Ludwig Hantzsch auf die Vielzahl von staatlichen Unterstützungsmaßnahmen, die dazu beigetragen haben, die Zahl der Insolvenzanträge gering zu halten. Das reiche vom Kurzarbeitergeld über die verlängerten Überbrückungshilfen bis zum Aussetzen der Insolvenzantragspflicht bis ins Frühjahr des vergangenen Jahres.

Positive Entwicklung: Creditreform Untersuchungen zur Eigenkapitallage zeigen, dass von einer vielberufenen Eigenkapitallücke nicht mehr die Rede sein kann. Mehr als 30-prozentige Eigenkapitalquoten sind auch bei kleineren Betrieben heute keine Seltenheit mehr. Widerstandsfähiger wurden gerade Mittelständler in der Krise auch durch die verstärkte Digitalisierung – etwa im Zusammenhang mit der Einrichtung von Homeoffice-Arbeitsplätzen, aber auch durch die Diversifizierung bei den Kunden, den Lieferketten und Geschäftspartnern.

Wir werden die Notwendigkeit von Fördermitteln auf der Digital X im Brandhouse Schubkraft am 13. und 14. September in Köln intensiv behandeln. Kommt vorbei in die Aachener Str. 21 im Belgischen Viertel. Man hört, sieht und streamt sich 🙂

Wir bringen Euch zum Ort des Geschehens.

Über den Autor

gsohn
Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsblogger, Livestreamer, Moderator, Kolumnist und Wanderer zwischen den Welten.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: