
Denn während Russland seine Angriffe intensiviert und die amerikanische Unterstützung ins Wanken gerät, stehen Europa – und insbesondere Deutschland – vor einer Richtungsentscheidung.
Warum „Dual Use“ heute so wichtig ist:
– Technologien wie Drohnen, Sensorik, KI oder Kommunikationstechnik entstehen oft in der zivilen Wirtschaft – können aber auch militärisch entscheidend sein.
– Startups, Forschungseinrichtungen und Mittelständler sitzen auf Lösungen, die unsere Sicherheit erhöhen könnten – wenn man sie gezielt fördert.
– Die Politik steht unter Druck: Wie umgehen mit Cyberagentur, Beschaffung, strategischen Investitionen und industrieller Souveränität?
Was heute diskutiert wird:
– Wie bekommen wir Tempo in die militärisch-technologische Innovation?
– Welche Rolle spielen Venture Capital und Gründergeist in der Sicherheitsarchitektur Europas?
– Welche Impulse braucht die Merz-Regierung, um mehr als Leo 2 und heiße Luft zu liefern?
Was läuft in den Tech-Konzernen:
Die zivil-militärische Verschränkung digitaler Technologien ist keine Zukunftsmusik, sondern realer Machtfaktor globaler Technopolitik. Was lange als „No-Go“ in der Tech-Szene des Silicon Valley galt – nämlich der Schulterschluss mit Militärs und Rüstungsindustrie –, ist heute strategisches Geschäftsmodell.
Meta, Google, OpenAI – sie alle rüsten digital auf.
Das Beispiel Andrew Bosworth (Meta-CTO, Reserveoffizier der US Army) ist mehr als Symbolpolitik. Mit Anduril, Palantir, Lockheed Martin und anderen Akteuren entstehen neue Innovationsökosysteme, in denen KI, Sensorik, Plattformtechnologie und Rüstung verschmelzen. Der Dual-Use-Ansatz – die Doppelnutzung ziviler Technologien für militärische Zwecke – wird zur neuen Norm.
Gleichzeitig geraten klassische Verteidigungsunternehmen unter Druck, mit Plattformunternehmen und KI-Labs zu kooperieren – oder abgehängt zu werden.
Was das Zentrum Liberale Moderne fordert in einem offenen Brief:
Folgende Maßnahmen sollten umgehend ergriffen werden:
- Zügige Lieferung von Flugabwehrsystemen aus europäischen Beständen zur Abwehr der russischen Drohnen- und Raketenangriffe.
- Als Druckmittel gegenüber der Trump-Administration sollte ein Junktim zwischen europäischen Waffenkäufen in den USA und der Freigabe der zugesagten Lieferungen an die Ukraine erwogen werden.
- Ankauf amerikanischer Waffensysteme, die nicht kurzfristig durch europäische Produkte ersetzt werden können, zur Weiterleitung an die Ukraine.
- Rascher Ausbau der ukrainischen Rüstungsindustrie in Kooperation mit europäischen Unternehmen. Dafür müssen Finanzhilfen und Bürgschaften aufgestockt werden.
- Stärkung der ukrainischen Luftwaffe mit neuen Flugzeugen, elektronischen Systemen und moderner Bewaffnung.
- Umgehende Vergabe umfangreicher Beschaffungsaufträge an die europäische Rüstungsindustrie mit dem Ziel, die Ukraine vollständig aus europäischer Produktion unterstützen zu können.
- Nicht zuletzt müssen wir die Fähigkeit der Ukraine stärken, russische Rüstungsbetriebe, Luftwaffenstützpunkte und logistische Knotenpunkte der russischen Armee zu zerstören. Dafür sind neben Drohnen auch Lenkwaffen großer Reichweite erforderlich.
🎙 Jonas Singer bringt aus dem Defence-Innovationsbereich tiefe Einblicke mit – von der Forschung über Startups bis zu den großen Systemhäusern.
🎤 Moderation: Bernhard Steimel & Gunnar Sohn