
„Tja, #Unternehmensdemokratie: Ist es in einer komplexen und dynamischen Welt nicht unabdingbar die intellektuellen Ressourcen eines Unternehmens bestmöglich und effektiv zu nutzen? Den Wandel als partizipativen, ergebnisoffenen und experimentellen Prozess zu gestalten? Kann man mit hierarchischen Modellen und Top-Down in dieser komplexen Welt überhaupt noch einen Blumentopf gewinnen? Reichen leere Phrasen, wie „wir sitzen doch alles in einem Boot“, um dieses Boot zu steuern? Drängt sich nicht drängt sich der Eindruck auf, dass wir mitten in einem #Rollback sind? Dominieren nicht Manager, die sich zunehmender Komplexität mit simplen und scheinbar bewährten Lösungen auf Excel-Tapeten entziehen? Sehen wir so das Verenden von echtem Unternehmertum und Innovationsfähgigkeit in unserem Land? Ist das Ende von #Homeoffice, #Agile und Co. schon eingeläutet? Oder gibt es doch noch gute Gründe und Best Parties, die für mehr Unternehmensdemokratie sprechen? Welcher Kurs ist der richtige? Auf der Next Economy Open werden Gunnar Sohn und ich diese und andere Fragen mit Dr. Andreas Zeuch diskutieren, wenn wir mit ihm über ‚Unternehmen als Lern- und Entwicklungsräume für die sozial-ökologische Transformation‘ sprechen“, schreibt Lutz Becker auf LinkedIn. Wann? Donnerstag, 07. Dezember 2023, um 12:00 Wo? Ihr könnt teilnehmen via YouTube und Co. Oder direkt reingehen in den Zoom-Raum.
Das Ganze knüpft an die Anfänge der Next Economy Open im Jahr 2015 an. Damals gaben wir folgende Pressemeldung raus:
Netzszene trifft Wirtschaft: Next Economy Open erfolgreich in Bonn gestartet
Teilchenbeschleuniger für die Digitale Transformation
Bonn, 11. November 2015 – Blogger, Programmierer, Startups, Hacker und Unternehmer diskutierten in Bonn über die Digitalisierung der Wirtschaft und über die politischen Anforderungen bei der Gestaltung der Netzökonomie. Im offenen Dialogformat der Next Economy Open waren die Teilnehmer gleichzeitig Programmgestalter. Man tauschte sich auf Augenhöhe aus und demonstrierte im Rheinischen Landesmuseum Peer-to-Peer-Kultur.
Mit über 150 Teilnehmern startete der Netzökonomie-Campus mit der Next Economy Open im Rheinischen Landesmuseum eine neue Plattform, die Wirtschaft und Netzszene zusammenbringen soll. Die Veranstaltung rund um die digitale Transformation wirkte über die Grenzen des Rheinlandes anziehend auf Personengruppen mit unterschiedlichem persönlichen und beruflichen Hintergrund: Unternehmensvertreter, Blogger, Social Media Experten, Programmierer, Hacker, Startups und Berater kamen aus der Region, aus Berlin, München, Stuttgart, Frankfurt, Hamburg, Ostwestfalen-Lippe und Köln. Das offene Veranstaltungsformat wurde geprägt durch die Barcamp-Kultur: Jeder Teilnehmer ist auch Programmgestalter – als Ideengeber für Sessions und als Mitdiskutant. Auf die Vorstellungsrunde aller Besucher, folgte die Präsentation der Session-Themen, die Begrüßungsrede des Bonner Oberbürgermeister, die Keynote des ehemaligen Telekom-Personalvorstandes Thomas Sattelberger, Barcamp-Sessions, der NEO-Talk und der Bönnsche Abend im Gequetschten mit der Band 3Klang.
Thomas Sattelberger plädierte in seiner Rede für mehr Unternehmensdemokratie. Dabei sprach der Personalexperte Klartext über die Probleme in Großkonzernen: „Konzerne müssen trotz ihrer Größe flexibler agieren. Dies ist nur durch eine schlankere, förderalistisch aufgebaute Führungsspitze und einem agilen Unterbau möglich.“
Seine Thesen beschäftigte die Teilnehmer bis in die Talk-Runde am Nachmittag des ersten Veranstaltungstages. Sie stand unter der Leitfrage „Wo sind Deutschlands Digitale Leader?“. Unter der Moderation von Wirtschaftsblogger und Mitveranstalter Gunnar Sohn debattierten Kerstin Lomb (Managing Partner WP Board Services), Victoria Appelbe (Wirtschaftsförderin der Bundesstadt Bonn), Prof. Dr. Tobias Kollmann (Beauftragter für die Digitale Wirtschaft) und Philipp Becker (Geschäftsführer OSCAR Young Management Consultants).
Kollmann positionierte sich als Treiber der digitalen Transformation für regional ansässige Unternehmen: „Was wir jetzt brauchen ist kein Marathon, sondern einen Sprint“, antwortete er auf die Frage, wie viel Zeit noch bleibt, um auf den Zug der Digitalisierung aufzuspringen. Als Vertreter der Generation Y und junger Unternehmensberater beiße er bei Kunden häufig auf Granit, ergänzte Philipp Becker als Vertreter der Generation Y: “Ein Vorstandschef im Mittelstand sieht die enormen Verbesserungspotenziale und Kostenersparnisse, die eine digitale Abbildung des Prozesses bieten würde, scheut sich dann jedoch auf Grund der Kosten und des Umstrukturierungsaufwands vor der Umsetzung.“
Bei den Bar-Camp-Sessions dominierten provokative, gewagte und streitbare Themen die Agenda. Die junge Kölner Unternehmensberatung Oscar startete mit den Worten „Safe Harbour has fallen“ – Chancen und Risiken der Datenspeicherung für europäische Konzerne in der Zukunft. Christian Bartels, Ernst & Young GmbH, sprach über Vielfalt der digitalen Kommunikationswege mit Stakeholdern. Zur Sprache kamen auch regionale Initiativen, die sich als Promoter der Digitalisierung sehen. Sascha Foerster von Bonn.digital erläutert seine Motivation, Teil der Next Economy Open zu sein: „Hier treffen zwei Welten zusammen: Initiativen/Start-ups, kleine und große unternehmen. Wir profitieren vom Wissen der namhaften Unternehmen und können uns gleichzeitig regional vernetzen. Zudem rückt Bonn als Netz-Standort in den Fokus. Das Interesse am digitalen Wandel in der Bundesstadt ist vorhanden, aber die digitale Infrastruktur ist dafür noch nicht bereit. Teilweise hemmt das fehlende oder langsame Internet viele Initiativen und Start-ups, wie Bonn.digital.“
Resümee: Mit der #NEO15 entstand eine phantastische Veranstaltung geschaffen, die schon bei ihrer Premiere Maßstäbe setzt, kommentierte Tobias Schwarz, Chefredakteur der netzpiloten.de, auf Twitter.