
Im letzten Teil der vierteiligen Interviewreihe mit dem Lebensmittelexperten Friedrich Büse werden tiefgreifende Einsichten in die Notwendigkeit und Herausforderungen der deutschen Bestrebungen zur Autarkie in den Bereichen Energie, Lebensmittelproduktion und Unternehmensgründung diskutiert. Das Gespräch beleuchtet kritische Themen wie die Abhängigkeit von Importen, vor allem aus China, und die Rolle von Startups und kleinen Unternehmen in der Transformation der deutschen Wirtschaft.
Büse betont die Bedeutung von Diversifizierung und der Reduzierung von Abhängigkeiten in der Energie- und Lebensmittelversorgung. Er stellt fest, dass politischer Wille und staatliche Unterstützung entscheidend sind, um Autarkie zu erreichen. Weiterhin hebt er die Relevanz von Investitionen in die Zukunft hervor, insbesondere in innovative Startups und kleine Unternehmen, die einen wesentlichen Beitrag zum notwendigen Wandel leisten können.
Ein weiterer Schwerpunkt des Interviews liegt auf der Bedeutung von alternativen Lebensmittelquellen. Büse diskutiert die Verwendung verschiedener pflanzlicher Proteine und Bioreaktoren sowie das Potenzial von Pilzmyzel als zukünftige Alternative in der Produktion. Diese Ansätze könnten entscheidend dazu beitragen, die Abhängigkeit von traditionellen Fleischquellen und Importen zu verringern.
Die Notwendigkeit eines Umdenkens und einer Verhaltensänderung in Wirtschaft und Gesellschaft wird ebenfalls betont. Büse unterstreicht die Bedeutung des ESG-Reportings (Environmental, Social, and Governance) für Unternehmen, um ihre Nachhaltigkeitsbilanz zu verbessern und CO2-Emissionen zu reduzieren. Diese Maßnahmen sind essentiell für die Stärkung der Resilienz der deutschen Volkswirtschaft.
Die vierteilige Reihe mit Friedrich Büse bietet wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Chancen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit in Deutschland. Die Gespräche sind auf YouTube verfügbar und werden Teil eines Buches sein, das in der Schriftenreihe von Sohn@Sohn erscheint. Weitere Publikationen, einschließlich eines Werks über den Innovationsforscher Joseph Schumpeter und ein Livestreaming-Lexikon, sind ebenfalls für das Jahr 2024 geplant.
Siehe auch:
Verlust kulinarischer Vielfalt: Friedrich Büse kritisiert den Rückgang von Spezialitätengeschäften in deutschen Innenstädten und den zunehmenden Einfluss großer Ketten im Lebensmittelsektor. Steuerpolitik und kommunale Entwicklung: Die Notwendigkeit einer gerechten Besteuerung zur Unterstützung von Kommunen und kleinen Unternehmen wird thematisiert. Revitalisierung von Innenstädten: Büse erörtert innovative Ansätze zur Wiederbelebung verödeter Stadtzentren. Fokus auf pflanzenbasierte Produkte: Büse stellt seine Projekte vor, die auf die Entwicklung von pflanzenbasierten Alternativen zu herkömmlichen tierischen Produkten abzielen. Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft: Die Bedeutung der Einbindung regionaler landwirtschaftlicher Betriebe in die Ernährungswende wird hervorgehoben. Soziale Verantwortung und Inklusion: Büse betont die Rolle von Inklusionsprojekten und Ausbildungsförderungen in handwerklichen Betrieben. Energie- und Klimawende: Das Interview greift auch die Themen Energieeffizienz und ökologische Nachhaltigkeit auf.
In dieser Folge dreht sich alles um Nachhaltigkeit und Umweltschutz, mit einem besonderen Fokus auf die entscheidenden Stellschrauben, um die klimapolitischen Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen. Hierbei rückt vor allem unser Fleischkonsum in den Mittelpunkt der Diskussion, wie ein aktuelles Zitat aus Peter Sloterdijks neuem Tagebuch unterstreicht: 2014 wurden fast so viele Schweine geschlachtet wie Deutschland erwachsene Einwohner zählt – ein erschreckendes Bild des massenhaften Fleischkonsums. Die Sendung beleuchtet die ethischen Grenzen und die ökologischen Konsequenzen der industriellen Fleischproduktion, insbesondere im Hinblick auf die massiven CO2-Emissionen und die Belastung für die Menschen, die in den Schlachtbetrieben arbeiten. Friedrich Büse, ein renommierter Lebensmittelexperte, erörtert die Problematik der riesigen Maschinen, die in der Fleischproduktion eingesetzt werden, und deren immense Größe als Sinnbild für den überbordenden Fleischkonsum steht. Die Diskussion geht jedoch über die reine Darstellung der Probleme hinaus. Büse spricht sich klar für die Notwendigkeit eines industriellen Maßstabs in der Lebensmittelproduktion aus, betont aber gleichzeitig die Wichtigkeit, diesen mit einer nachhaltigen Rohstoffversorgung zu verbinden. Er plädiert für eine intelligente Verknüpfung von industriellen Prozessen mit Umweltschutzmaßnahmen und die Schaffung neuer Wertschöpfungsketten. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung des Verbraucherverhaltens. Büse unterstreicht, dass politische Rahmenbedingungen notwendig sind, die den Verbrauchern eine bewusste Entscheidung für nachhaltige und gesunde Lebensmittel erleichtern. Hierbei spielt auch die bevorstehende Einführung des Eco-Scores eine Rolle, der aufzeigen soll, wie umweltfreundlich ein Lebensmittel ist.
Die Sendung beleuchtet, wie eine Verhaltensänderung in unserem Essverhalten positive Effekte für den Klimaschutz erzielen kann. Inspiriert durch die Arbeiten von Ernst Ulrich von Weizsäcker, wird dargestellt, dass keine andere Stellschraube für den Klimaschutz so wirkungsvoll ist wie unser Konsum von Lebensmitteln. Zum Beispiel werden 70% der weltweiten Agrarfläche für Tierhaltung verwendet, obwohl Tiere nur 20% der Nahrungsenergie liefern. In Deutschland wird jährlich rund 4,3 Milliarden Kilogramm Rindfleisch verzehrt, wobei die Ökobilanz für Geflügel und Schweinefleisch ähnlich schlecht ausfällt. Die Sendung stellt auch fest, dass alternative Organisationsformen des Arbeitslebens, wie dezentrales Arbeiten, erhebliche CO2-Einsparungen ermöglichen können. Es wird betont, dass nicht nur der Fleischkonsum, sondern auch die Art und Weise, wie wir Verkehr, Gebäudemanagement und unsere Lebensweise insgesamt organisieren, wichtige Ansatzpunkte für den Klimaschutz darstellen. Einer der Pioniere der Ernährungswende, Friedrich Büse, wird vorgestellt. Büse hat Konzepte entwickelt, um den Fleischkonsum zu reduzieren und dezentralere Konzepte in der Lebensmittelproduktion zu fördern, z. B. durch den dezentralen Anbau von Erbsen. Er erläutert, dass eine Veränderung des Fleischkonsums nicht nur für das Tierwohl, sondern auch für das Wohl der Menschen in der Lebensmittelbranche wichtig ist. Im Interview betont Büse die Bedeutung der Aufklärung und des bewussten Konsums. Er schlägt vor, dass Schulen und Bildungseinrichtungen eine wichtige Rolle bei der Vermittlung dieses Bewusstseins spielen sollten. Büse kritisiert die Praktiken der Massentierhaltung und betont die Notwendigkeit, die Verbindung zwischen Tierwohl, Nachhaltigkeit und unserer eigenen Gesundheit zu erkennen. #Klimaschutz #NachhaltigeErnährung #Tierhaltung #Umweltauswirkungen #AlternativeProteine #Ernährungswandel #Fleischkonsum #ESGReporting #Massentierhaltung #Ernährungsindustrie #BildungundNachhaltigkeit Der Beitrag endet mit dem Hinweis, dass im zweiten Teil des Interviews mit Büse weitere Themen behandelt werden, einschließlich der Umsetzung von Konzepten mit alternativen Proteinen, der Rolle des Einzelhandels und der Bedeutung des ESG-Reportings im Jahr 2024.
