Im Zuge des digitalen Wandels und der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeit in der globalen Agenda unterstreicht Professor Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, die essenzielle Verknüpfung dieser Bereiche für eine zukunftsfähige Gesellschaft. In einem ausführlichen Dialog auf der re:publica hebt er hervor, dass die digitale Transformation und die Nachhaltigkeit nicht als separate Entitäten betrachtet werden dürfen, sondern ineinandergreifen müssen, um den globalen Herausforderungen wirksam zu begegnen.
Messner argumentiert, dass die Integration digitaler Technologien in die Nachhaltigkeitsbestrebungen entscheidend ist, um die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen effektiv anzustreben. Die Digitalisierung bietet dabei nicht nur die Möglichkeit, Prozesse effizienter und ressourcenschonender zu gestalten, sondern kann auch eine transformative Kraft darstellen, die tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen ermöglicht.
Besonders hervorzuheben ist Messners Betonung der Notwendigkeit, politische Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Technologieentwicklung im Einklang mit Nachhaltigkeitszielen steuern. Er warnt vor den Risiken unregulierter Technologieauswirkungen und plädiert für eine enge Zusammenarbeit zwischen der Nachhaltigkeits- und der Digitalisierungsforschung sowie für eine stärkere Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Wirtschaft.
Zudem sieht er in der Bildung eines KI-Labors am Umweltbundesamt einen Schritt in die richtige Richtung, um die Synergien zwischen Künstlicher Intelligenz und Umweltschutz auszuloten. Die Schaffung solcher Innovationszentren kann als Modell dienen, um Forschung und Entwicklung im Sinne einer nachhaltigen und technologisch fortschrittlichen Zukunft zu vereinen.
Insgesamt macht Messners Ausführungen deutlich, dass die Verbindung von Nachhaltigkeit, Transformation und digitalem Wandel eine komplexitätsreduzierende und zukunftsorientierte Sichtweise erfordert, die über traditionelle Ansätze hinausgeht. Die Diskussion liefert wertvolle Impulse für die Gestaltung einer resilienten, inklusiven und nachhaltig prosperierenden Gesellschaft, in der digitale und ökologische Ziele Hand in Hand gehen.
Franziska Köppe
Ans Bundesamt gerichtet wäre interessant, wenn er was zu Förder-Programmen für KMU / Wissenschaften / Kunst & Kultur zum Beschleunigen und zur Qualitätssicherung der Transformation sagen könnte.
Vielleicht hat er auch Hintergrund-Informationen zu den Zusammenhängen zum letzte Woche endlich verabschiedeten EU Lieferketten-Gesetz. (Ich habe es leider noch nicht daraufhin anschauen können.)
Last but not least: Was tun sie vom BMU, um die Mythen rund um Kreislaufwirtschaft / Circular Economy aufzuklären? Gibt es beispielsweise eine Aufklärungs-Kampagne? Online-Informationen für die oben genannten Grupp
Sabria David: Ich habe zeitgleich einen Call mit meiner Verlegerin, aber ich kann zu dem Thema folgendes berichten: Ich war neulich bei einer Konferenz an der RWTH Aachen und ich war positiv überrascht, dass die Frage der Kreislaufwirtschaft schon im Bereich der Fertigung/Produktion angekommen ist. D.h. die Industrie überlegt sich „Wie fertigen wir die Geräte in Zukunft, damit sie reparierbar, wiederverwertbar, austauschbar sind?“ Das ist ein wichtiger Impuls.
Und bei der Gelegenheit ein Hoch auf des Recht auf Reparierbarkeit!, das solche langfristigen Anreize setzt.
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