Sichere und nachhaltige Digitalisierung: Wie Deutschland noch der Kurswechsel gelingen kann #LEG24

Beim am Tegernsee veranstalteten Ludwig-Erhard-Gipfel stand ein zentrales Thema im Fokus der Diskussion: die sichere und nachhaltige Digitalisierung Deutschlands. Unter der Leitung der Moderatorin Frauke Holzmeier von ntv diskutierten Ludwig Ensthaler, Gründungspartner bei 468 Capital, Harald Felling, CEO der init AG, Dr. Philipp S. Müller, Vice President Public Sector bei DriveLock SE, und Benjamin Springub, Vice President Operations Development der Telekom, über die Zukunft der Digitalisierung in Deutschland.

Ein Diskussionspunkt war die Effizienz staatlicher Förderprogramme. Trotz der Verfügbarkeit von über zweitausend verschiedenen Förderprogrammen zur Digitalisierung in Deutschland, werden viele dieser Mittel nicht abgerufen. Eine bessere Aufklärung und Beratung von Unternehmen sei essentiell, um die vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen. Etwa das Förderprogramm „Bayern Digital“, das beispielsweise auch Unternehmen im Anlagenbau unterstützt, ihre Prozesse zu digitalisieren und effizienter zu gestalten.

Die Diskussion veranschaulichte auch die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen Hand, etablierten Großunternehmen und Startups zu verbessern. Die Integration von Startups in traditionellere Unternehmensumgebungen könnte beispielsweise durch staatlich geförderte Kooperationsplattformen wie den GovTech-Campus in Berlin erleichtert werden, wo Unternehmen direkt mit der Verwaltung zusammenarbeiten, um innovative Lösungen zu entwickeln.

Zudem wurde die Kultur des Wandels in der deutschen Unternehmenslandschaft thematisiert. Hierbei wurde deutlich, dass sowohl eine offenere Unternehmenskultur als auch eine Anpassung der regulatorischen Rahmenbedingungen notwendig sind, um Deutschland in die Lage zu versetzen, digitale Innovationen schneller zu realisieren.

Abschließend zeigte sich Optimismus bezüglich der technologischen Zukunft Deutschlands. Die Diskussionsteilnehmer waren überzeugt, dass mit dem richtigen Mix aus staatlicher Unterstützung, unternehmerischer Initiative und Bildungsreformen Deutschland seine Position als führende Wirtschaftsnation in der digitalen Ära festigen könnte.

Man könnte noch das Credo von Ludwig Erhard erwähnen: Leistung als Tugend zu sehen, nicht als Zwang. Das bezieht sich auch auf den Verwaltungsstaat, schreibt der Erhard-Berater Rüdiger Altmann (mit dem ich befreundet war) in einem Essay zum 80. Geburtstag von Erhard. Der Verwaltungsstaat habe sich weiter ausgedehnt, strukturlos, chronisch reformbedürftig. Der vitale politische Kern der Demokratie, die Leistungsgesellschaft, habe an Dynamik verloren, das staatliche Gerüst ist auf unorganische Weise schwerwiegender, wenn auch nicht kräftiger geworden.

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