
Karlheinz Pape, Mitbegründer der Corporate Learning Community und einer der Hauptinitiatoren des Camps, bot in einem umfassenden Gespräch tiefe Einblicke in die Veranstaltung und deren Resonanz. Der Dialog zwischen ihm und Christoph Haffner verdeutlichte die kontinuierliche Evolution in der Welt des Lernens und der Weiterbildung.
„Es gibt immer noch genug Themen, von Evergreens bis hin zu brandaktuellen Themen. Und nicht alles dreht sich um KI. Es gibt auch noch andere spannende Bereiche“, so das Resümee von Karlheinz Pape zum diesjährigen Corporate Learning Camp in Hamburg. Er besuchte so viele Sessions wie möglich und ist beeindruckt von der Qualität der Diskussionen. „Ich habe mit vielen Leuten gesprochen, die ich bisher nicht kannte. Sie alle hatten interessante Dinge zu sagen.“
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Pape bemerkt, dass die Ausbildung gerade einen großen Wandel durchläuft. „Es passieren viele innovative Dinge. Ich sehe, dass Auszubildende, die anders arbeiten, Fragen bei den Kollegen auslösen. Ein Beispiel ist DATEV, wo Auszubildende im ersten Halbjahr in agilen Teams arbeiten und ihren Lernstoff selbst erarbeiten. Sie bringen eine andere Kultur ins Arbeitsleben.“
Ähnliches haben wir vor einigen Jahren mit Fraunhofer IAO in Stuttgart besprochen. Wir sprachen weit vor der Pandemie über Remote-Konzepte bei der Meisterprüfung und probierten das auch aus.
Ein weiteres Novum in diesem Jahr war die Einführung von praxisorientierten Session-Tracks, die weniger auf Theorie und mehr auf aktives Lernen ausgerichtet waren. Pape erläuterte, dass die Idee dahinter war, „die Erklärung fast wegzulassen und gleich die Aufgabe zu stellen.“ Diese Methodik stärkt das Peer Learning und fördert eine selbstgesteuerte Aneignung von Wissen, was die Rolle der Lehrenden von Instruktoren zu Lernbegleitern wandelt.
Auf der Fachmesse „Zukunft Personal“ sprach ich mit Oliver Ewinger über die Zukunft von Corporate Learning. Unser Gespräch drehte sich um die Herausforderungen und Chancen des generationsübergreifenden Arbeitens und die Rolle des Corporate Learning dabei.
Oliver betonte, dass Corporate Learning ein Schlüsselthema für die Zukunft ist. Es ist ein mächtiges Werkzeug, um Mitarbeiter zu binden und zu qualifizieren. Er zitierte den Akademieleiter von VW, der die Transformation von der Verbrenner-Tradition zum vernetzten Auto als riesige Herausforderung bezeichnete. Diese Transformation erfordert, dass auch die Arbeiter in der Fabrik, die sogenannten „Blue-Collar-Arbeiter“, mitgenommen werden.
Das traditionelle Lernen in Seminarzimmern, bei dem die Teilnehmer mit Fakten und Fachthemen überhäuft werden, funktioniert nicht mehr. Stattdessen brauchen wir neue Lernkonzepte. Oliver nannte Netzwerken als sein Hauptthema. Er glaubt, dass das Zusammenbringen von Menschen und der Austausch über Fachbereiche und Branchen hinweg zu neuen Lösungen führen kann.
Zum Abschluss unseres Gesprächs betonte Oliver die Bedeutung von Community-Präsenz auf Fachmessen wie der „Zukunft Personal“. Das wäre ja in Hamburg machbar: Da sind Sohn@Sohn am 23. und 24. April auf der #ZPNord.
Erinnert sei übrigens noch an unsere CLC-Session im vergangenen Jahr. Dieses Jahr hat es zeitlich nicht geklappt.