
Wie kann man das ändern? Laut Dr. Lazar beginnt es mit der Wahrnehmung des Themas. Sie betont, dass es nicht einfach ist, den Hebel umzuschalten. Wenn man sich die Karrieren in DAX-Konzernen ansieht, sind sie oft sehr überschaubar. Es gibt Seilschaften, Netzwerke und Kaminkarrieren, die erst zerschlagen werden müssen, um eine Öffnung in Richtung Diversität zu erreichen.
Dr. Lazar glaubt an einen gemeinsamen Weg. Sie erklärt, dass das Thema wahrgenommen, akzeptiert und thematisiert werden muss. Nur wenn man anfängt, die Themen zu thematisieren, wird klar, welche Rolle sie spielen, um als Unternehmen zukunftsfähig zu werden.
Es gibt in Deutschland bereits gute Beispiele von Organisationen, die Diversität gut handhaben. Allerdings fehlt oft eine Strategie. Ohne eine solche Strategie werden nur punktuelle Maßnahmen ergriffen, ohne ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Dr. Lazar sieht hier einen Mangel, insbesondere bei großen Unternehmen.
Sie spricht von der Notwendigkeit, eine neue Kultur zu entwickeln, eine sogenannte Wir-Kultur, eine Kultur, in der Inklusion stattfinden kann. Inklusion nicht nur aus der Perspektive der Behinderung, sondern aus der Perspektive aller Vielfaltsdimensionen, sichtbaren und unsichtbaren.
Es reicht nicht aus, wenn das Topmanagement einfach mehr Diversität fordert. Es muss mehr passieren. Viele Unternehmen sind bereits dabei, divers zu werden oder sind es bereits, aber sie arbeiten nicht an dieser Kultur. Diversität allein reicht nicht aus, es braucht Inklusion. Inklusion braucht einen inklusiven Führungsansatz, inklusives Leadership.
Es gibt gute Beispiele bei international agierenden Unternehmen, die sich beim Christopher Street Day engagieren und Toleranz zu einem wichtigen Thema machen. Bei deutschen Firmen gibt es auch einige Beispiele, aber es könnte mehr in diese Richtung getan werden.
Dr. Lazar sagt, dass es nicht ausreicht, nur an der Oberfläche zu arbeiten. Es geht um Wahrnehmung, aber auch um Wissen, das vermittelt werden muss. Sie spricht auch das Problem an, dass oft behauptet wird, es gebe zu wenige qualifizierte Frauen für bestimmte Positionen. Sie widerspricht dem und betont, dass es immer darauf ankommt, wie der Rekrutierungsprozess aufgesetzt ist.
Dr. Lazar ist selbst Physikerin und hat 17 Jahre in der Halbleiterbranche gearbeitet. Sie spricht von der Bedeutung von Mentoren und Mentorinnen, die einen prägen und den Werdegang beeinflussen.
Wichtige Anregungen zum Weltfrauentag.