
Wie können Unternehmen in der heutigen Zeit wettbewerbsfähig und zukunftsfähig bleiben? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Green-Monday-Paneldiskussion in Düsseldorf mit Lars Baumgürtel von ZINQ und Tom Oelsner, CDO bei GEA. Dabei geht es um die Rolle digitaler Geschäftsmodelle in der Twin Innovation und die praktische Umsetzung zirkulärer Geschäftsmodelle.
Nachhaltigkeit als Grundlage für Innovation:
Lars Baumgürtel, Geschäftsführer von ZINQ, betont, dass Nachhaltigkeit nicht nur für junge Unternehmen, sondern auch für etablierte Traditionsunternehmen von großer Bedeutung ist. Gerade im Umgang mit Metallen ist Nachhaltigkeit bereits in den Werkstoffen angelegt. Digitale Lösungen bieten dabei den Hebel, um Innovation und Nachhaltigkeit gemeinsam mit den Mitarbeitern in den Markt und die Produktion zu bringen.
Die Bedeutung digitaler Geschäftsmodelle:
Tom Oelsner, CDO bei GEA, unterstreicht die Bedeutung digitaler Geschäftsmodelle für die Twin Innovation. Als Hersteller von Maschinen und Anlagen im Nahrungsmittelbereich ist es für GEA wichtig, den Kunden einen Mehrwert zu bieten. Dabei spielt die Digitalisierung eine entscheidende Rolle, um komplexe Prozesse zu vereinfachen und Energieeffizienz sowie Nachhaltigkeit zu fördern.
Die Verbindung von Nachhaltigkeit und Innovation:
Baumgürtel erklärt, dass Nachhaltigkeit regulatorisch vorgegeben ist und eine große Chance für die deutsche Industrie darstellt. Durch Innovation und die Neuausrichtung von Geschäftsmodellen können Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit Fortschritte erzielen. Digitale Lösungen spielen dabei eine wichtige Rolle, um Informationen über Produkte und deren Eigenschaften an Kunden weiterzugeben. Ein digitaler Produktpass ermöglicht es, Informationen wie den CO2-Fußabdruck, die Reparierbarkeit und das Recycling eines Produkts zu vermitteln.
Die Rolle der Digitalisierung in der Produktentwicklung:
Oelsner sagt, dass die Digitalisierung auch in der Produktentwicklung eine wichtige Rolle spielt. Es geht darum, Produkte zu entwickeln, die von Anfang an für das Internetzeitalter konzipiert sind. Die Vernetzung von Maschinen und Anlagen ermöglicht es, den gesamten Lebenszyklus einer Maschine zu begleiten und Mehrwerte für den Kunden zu schaffen. Durch die Nutzung von Daten und Services können Energieeffizienz und Nachhaltigkeit verbessert werden.
Nachhaltigkeit sei zudem mehr als nur Energieeffizienz und Recycling. Kreislaufwirtschaft bedeutet, ökonomisches Wachstum vom Ressourcenverbrauch zu entkoppeln. Als Maschinen- und Anlagenbauer ist es wichtig, Produkte zu entwickeln, die den gesamten Lebenszyklus begleiten können. Das Einschmelzen von Metall ist dabei nicht die beste Lösung. Stattdessen sollten Produkte so konzipiert werden, dass sie über Upgrades und Services den Kunden einen echten Mehrwert bieten.
In der Paneldiskussion wurde darauf verwiesen, dass Einkaufsprodukte für über 70 Prozent des CO2-Fußabdrucks verantwortlich sind, der hauptsächlich durch Energie und die gesamte CO2-Emissionen in der Lieferkette entsteht. Um diese Informationen zu erhalten, müssen sie von den Lieferanten in Form eines QR-Codes bereitgestellt werden. Dies ist besonders wichtig für große Unternehmen, die im Metallbereich tätig sind. Wenn Lieferanten nicht in der Lage sind, den QR-Code mit dem entsprechenden aggregierten CO2-Fußabdruck über die gesamte Lieferkette zu liefern, werden sie ausgelistet.
Der digitale Zwilling ist für die weitere Verarbeitung unerlässlich. Kunden erwarten, dass der ökologische Fußabdruck des Produkts bis ins kleinste Detail validiert und glaubwürdig kommuniziert wird. Dies ist eine Chance, die viele Unternehmen im Rahmen des Green Deals ergreifen sollten, um Nachhaltigkeit und Innovation in den Lieferketten zu fördern. Auch Rohstoffverarbeiter müssen sich weiterentwickeln und digitale Lösungen nutzen, um den Anforderungen gerecht zu werden. Das Ziel ist es, das zirkulärste und nachhaltigste Produkt auf den Markt zu bringen. Die Digitalisierung spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Fazit:
Die Diskussion mit Lars Baumgürtel und Tom Oelsner verdeutlicht die Bedeutung digitaler Geschäftsmodelle für die nachhaltige Transformation von Unternehmen. Durch Innovation, Digitalisierung und die Verbindung von Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft können Unternehmen wettbewerbsfähig und zukunftsfähig bleiben.