
Mit einem infernalischen Aufblitzen übernahm die Gier die Kontrolle über die Köpfe, und die jugendliche Revolte wurde zur verheerenden Täuschung. Krypto war nie nur eine Währung; es war die Verkörperung eines Traumes – einer verzweifelten Fantasie vom schnellen Reichtum, geboren in dunklen Ecken des Internets und genährt von einer postapokalyptischen Sehnsucht nach Unabhängigkeit. Jake Donoghue beschreibt in seinem neuen Buch „Crypto Confidential: An Insider’s Account from the Frontlines of Fraud“ das Innenleben dieses Albtraums. Ein Panorama von Betrügern, die sich hinter anonymen Avataren verstecken, und naiven Investoren, die den Sirenenrufen erliegen, in der Hoffnung, der nächste Krypto-Millionär zu werden.
Donoghues Einblicke, schmerzhaft ehrlich und messerscharf, enthüllen die dreckigen Geheimnisse einer Branche, die sich selbst als Heilsbringer inszeniert. Eine Branche, die nicht nur darauf aus ist, staatliche Kontrolle zu untergraben, sondern auch die letzten Reste sozialer Verantwortung über Bord wirft. Dieser libertäre Traum, dieser anarchokapitalistische Wahn, von dem Geuter alias Tante spricht, hat eine gefährliche Realität geschaffen. Kryptowährungen, die sich als dezentralisierte Freiheit und demokratisierende Kraft ausgeben, sind in Wahrheit nichts weiter als ein verzweifeltes Glücksspiel, das nur denen dient, die ohnehin schon die Fäden in der Hand halten.
Die groteske Ironie dabei: Während Krypto-Anhänger von der Abschaffung des Staates träumen, schaffen sie neue Monarchien, in denen die Reichen herrschen und die Armen betrogen werden. Genau das, worauf Geuter hinweist, wenn er die zentralisierenden Tendenzen der Krypto-Welt beschreibt – die große Lüge der Dezentralisierung, die als Werbemasche dient, um naive Investoren anzulocken. Die Pareto-Verteilung bestätigt dies: Das Geld häuft sich dort, wo es schon immer war, und der Traum von der demokratischen Finanzwelt zerplatzt wie eine Seifenblase.
Für alle, die glauben, dass Krypto die Altersvorsorge der Zukunft sein könnte, liefert Donoghue den endgültigen Sargnagel: Es ist kein Zufall, dass Krypto-Anhänger von Inseln träumen, auf denen sie ihre eigenen Gesetze machen können. Diese Inseln, real oder metaphorisch, sind nichts weiter als Fluchtburgen für die Reichen, die sich der Verantwortung entziehen wollen, während der Rest der Welt im Chaos versinkt.
Kryptowährungen sind keine schlaue Altersvorsorge; sie sind das größte Betrugsschema unserer Zeit, eine perfide Illusion, die den Glauben an schnelle Gewinne in den Abgrund stürzt. Und während der Staat in den USA und Großbritannien langsam die Regulierungsschranken hochzieht, taumelt die EU noch im Schatten der Illusionen. Was bleibt, ist die bittere Erkenntnis, dass wir als Gesellschaft an einem Punkt stehen, an dem wir entscheiden müssen: Wollen wir zulassen, dass diese digitalen Feudalherren weiterhin unser Schicksal bestimmen? Oder nehmen wir den Kampf auf gegen die Verlockungen einer Täuschung, die uns nur ins Verderben führen kann?
Spielt lieber Lotto. Das dient wenigstens guten Projekten.
Ich finde gut, dass Geuter sagt, dass auf Crypto einfach nur die Regeln angewendet werden müssen, die auch für klassische Finanzprodukte gelten. Gleichzeitig glaube ich, dass die Bitcoins & Co keine perfide Illusion sind oder anders gesagt, Geld selbst ist eine Illusion. Geld ist da, weil wir Menschen glauben, dass es da ist und eine Bedeutung hat.
Bei Crypto verhält es sich ähnlich und es hat gegenüber Geld den Vorteil, dass die Menge und Inflation nicht von Nationalstaaten kontrolliert wird. Es ist hochspekulativ und zerstörerisch für das Klima, aber Crypto ist da, um zu bleiben.
Und Libertäre und Superreiche kaufen unabhängig davon Inseln, bei denen Sie mit einem Cocktail in der Hand den Untergang der Welt betrachten. Leider.
Es ist aber das erklärte Ziel der Kryptoianer, staatliche Regeln und staatliche Geldpolitik zu unterlaufen. Klar, Geld, zumal Buchgeld, beruht auch auf einer Illusion. Nur die Spielregeln setzen dort die Zentralbanken.
Oh je… hättest mal lieber in Krypto investiert…