Der strategische Fehler des Friedrich M. #BTW2025

Die Bühne des Bundestags, ein Schachbrett der Macht. Ein Spitzenkandidat, der glaubt, die Figuren nach Belieben zu bewegen, doch die Regeln des Spiels missachtet. Merz träumt von einer Mehrheit in der Mitte, während um ihn herum längst der Wahlkampf tobt. Alle sind schon auf ihren Tribünen, schleudern Parolen, schärfen Profile. Und er? Hält eine Rede, als ließe sich in den letzten Monaten einer Legislatur noch große Politik gestalten. Naiv, fast rührend. Wer sich mitten ins Getümmel stürzt, ohne zu merken, dass die anderen längst nur noch für die Kameras kämpfen, ist kein Stratege, sondern Statist.

Da ist er, der Mann mit dem markanten Profil, der glaubt, die Zügel fest in der Hand zu halten. Er präsentiert Forderungen zur Migration, ohne eine eigene Mehrheit zu haben, und öffnet damit die Tür für jene, die er einst zu meiden schwor. Ein taktischer Fehltritt, der an das chinesische Strategem „Mit dem Messer eines Anderen töten“ erinnert – er lässt andere die Drecksarbeit erledigen, um selbst unbefleckt zu bleiben.

Doch die Realität ist unerbittlich. Seine Vorschläge verpuffen, die erhoffte Unterstützung bleibt aus. Er hätte das Strategem „Im Osten lärmen, im Westen handeln“ beherzigen sollen – Ablenkung schaffen, um dann an unerwarteter Stelle voranzukommen. Stattdessen stolpert er blindlings in die Falle, die er selbst aufgestellt hat.

Die alten Meister der Strategie wussten: „Den Kaiser täuschen und das Meer überqueren“ – die Aufmerksamkeit auf Nebensächlichkeiten lenken, um im Verborgenen zu agieren. Doch unser Protagonist täuscht weder Kaiser noch Volk, sondern nur sich selbst. Er hätte Geduld aufbringen müssen, „ausgeruht den erschöpften Feind erwarten“ – abwarten, bis der Gegner entkräftet ist, um dann entschlossen die Gelegenheit zu nutzen. Stattdessen eilt er voraus, ohne Rückendeckung, und scheitert.

Die Lektion ist klar: Wer die Kunst der Strategie nicht beherrscht, wird zum Spielball der Mächte, die er zu kontrollieren glaubt. Ein Trauerspiel in mehreren Akten, aufgeführt auf der Bühne der deutschen Politik.

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2 Gedanken zu “Der strategische Fehler des Friedrich M. #BTW2025

  1. Seit ich Herrn Merz einmal – während ich auf einen Flug nach Münster/Osnabrück wartete – auf dem vormaligen Flughafen Tempelhof für einige Zeit beobachten und interagieren sehen konnte (1987) war mir klar, dass er ein Wicht voller Komplexe und nicht ‚gewichtig‘ war/ist. Dieses ‚seht her, ich bin bedeutend schob er schon damals vor sich her.
    Nun hat er sich als Kanzlerkandidat endgültig disqualifiziert. Es fehlt ihm an vorausschauender Planung, erst recht an Vision. Ein Verwalter & Paragraphenreiter – und doch wird er nicht viele Stimmen eingebüßt haben. Es fehlt auch dem Wahlvolk an Phantasie und dem Wunsch nach Veränderung.

  2. Anonym

    „Merz träumt von einer Mehrheit in der Mitte“

    Das ist nicht, was ich diese Woche gesehen habe.

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