Der Digitale Staat ist bei Fördermitteln noch in weiter Ferne @AndreasKlug @BMWK_Econ

Über allen Gipfeln Ist Ruh, In allen Wipfeln Spürest du Kaum einen Hauch; Die Vögelein schweigen im Walde. Warte nur, balde Ruhest du auch.

An vielen Stellen ist es bei staatlichen Fördermitteln für Unternehmen nach Erfahrungen des KI-Experten Andreas Klug gelungen, schnell und unbürokratisch zu helfen und Antragsprozesse zu virtualisieren. Aber es gibt noch einen großen Bedarf für Vereinfachungen: „Insbesondere wenn es um Bürokratie in Form von einzureichenden Belegen, Bescheinigungen, Urkunden und Korrespondenzen geht, sind nicht nur die Behörden, sondern auch Antragssteller häufig überlastet. Sicher: die Einreichung erfolgt in der Regel digital. Aber bei der Erfassung und Verarbeitung von Anträgen durch die Behörden geht es wenig komfortabel zu. Eine Flut von Formularfeldern sind zu füllen, eine Reihe von Dokumenten zu scannen und manuell hochzuladen. Von den ‚Cross-Checks‘ – also der nachträglichen Prüfung korrespondierender Informationen aus anderen Quellen und Behörden – einmal ganz zu schweigen. Genau hier könnte der hohe manuelle Bearbeitungsaufwand in Zukunft durch den Einsatz von KI-Lösungen weitestgehend vermieden werden“, erläutert Klug, Vorstand der Softwarefirma Ityx. Hier müsse auch die KI-Strategie der Bundesregierung ansetzen, fordert Klug.

KI könne menschliche Fähigkeiten unterstützen. „So stellt sie Verwaltungsangestellten und Sachbearbeitern in Ämtern und Kommunen für die Bearbeitung von Förderanträgen die jeweils relevanten Informationen und Erkenntnisse zum Vorgang und zum Antragsteller auf dem Bildschirm zur Verfügung. Sie erspart die Recherche nach im Vorgangskontext wichtigen Daten. Auf diese Weise stehen Entscheidungshilfen und Vorgangsinformationen zur Verfügung, deren Prüfung häufig zu Verzögerungen, Rückfragen und unnötigen Verwaltungsabläufen führen. Diese ‚Augmentation‘ steigert die Effizienz der Verwaltung, weil sie den Mitarbeitern entscheidende Hilfen für eine schnelle und präzise Beurteilung der Sachlage ermöglicht“, betont Klug.

So erfassen mittlerweile Energieversorger mithilfe intelligenter Software fast 90 Prozent ihrer Kundenkorrespondenz automatisch. Finanzdienstleister prüfen Hypothekenanträge, Hidden Champions aus dem Mittelstand setzen KI Lösungen im weltweiten Kundenservice ein, um schneller und besser auf Anfragen zu reagieren. „Natürlich ist mir bewusst, dass der Digitale Wandel ohnehin eine große Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft ist – für Staat und Verwaltung kommt dann noch eine Schüppe drauf. Die Motivation für die Digitalisierung und Automatisierung unserer Verwaltung sollte in einer Vereinfachung und Beschleunigung von Bürgerservices liegen. Dazu bedarf es eines Digitalen Mindsets der handelnden Personen – Politik, Behörden, Bearbeiter. Ich gehe davon aus, dass die Bundesregierung ihrer KI-Agenda folgt und konkrete Anstrengungen in Form von Investitionen und Förderprogrammen bereitstellen wird. Doch alle Maßnahmen sollten in geeigneter Weise kommuniziert und orchestriert werden. Soweit die Reaktion von Andreas Klug auf unsere Sendung im Sohn@Sohn-Studio. Hier die Aufzeichnungen auf YouTube und Co.:

Reaktion auf YouTube auf die Fördermittel-Ideen von Sohn@Sohn zum Thema Energieversorgung:

„Die Beratung zur Förderfähigkeit z. B. von Wärmepumpen samt Beantragung bis hin zum Finden von GutachterInnen für diese Anträge gehören bei vielen Anlagenbau-Firmen (KMU) bereits fest zum Service-Angebot. Sowohl für private als auch gewerbliche Vorhaben. Das ist zumindest der Eindruck aus meiner Region. Vielleicht gibt es bei euch für die Energieversorgung des Studios auch den passenden Anbieter und es ist nur eine kleine Vorab-Recherche eurerseits nötig zur ungefähren Orientierung.“

Bis zur Digital X in Köln am 13. und 14. September werden wir das in den nächsten Wochen in Sendungen und Blogbeiträgen aufgreifen. Ideen gefragt 🙂

Über den Autor

gsohn
Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsblogger, Livestreamer, Moderator, Kolumnist und Wanderer zwischen den Welten.

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