Anarchische Ökonomik – Ein Tanz auf dem Vulkan

Was passiert, wenn Professoren, Wirtschaft und Donuts aufeinanderprallen? Eine anarchische Ökonomie, natürlich! In einem wilden Gedankengewirr, das irgendwie nach Dada klingt, wird hier die Welt der Wirtschaft zerlegt, um uns am Ende genauso ratlos zurückzulassen, wie wir am Anfang waren.

Da wäre zunächst die Überraschung: Die Studierenden, jene braven Seelen, die eigentlich längst das Pflaster von Bonn besetzen sollten, zeigen sich plötzlich doch politisch. Commons hier, Fridays for Future da – aber immer schön selbstorganisiert. Frei nach dem Motto: Revolution ja, aber bitte mit eigenem Konferenzraum und WLAN.

Und dann kommen sie, die großen Namen, die das Wirtschaftsspiel in den vergangenen Jahren ordentlich durcheinandergebracht haben. New Work, der Minirock der Managementmode, wird kurzerhand enttarnt: Schön anzusehen, aber wenn man genauer hinschaut, merkt man schnell, dass da nichts wirklich Neues unter dem Rock steckt. Die agilen Arbeitsmethoden? Nichts weiter als Camouflage für noch effizienteres Ausbeuten. So geht Kapitalismus mit Stil!

Der eigentliche Knaller: Donut Economics. Ein Wirtschaftsmodell, das aussieht wie ein leckeres Gebäck, in dessen Mitte sich ein Loch auftut – ein Loch, das die neoliberalen Vorstände gerne mit Geld füllen würden, das sie sich vorher selbst auswürfeln. Kapitalismus ist schließlich ein Glücksspiel. Was also tun? Alexander Kluge sprach einst von „Obertönen der Rebellion“. Aber so richtig rebellisch klingt das alles nicht. Vielleicht eher wie ein lauwarmes Protestlied, das man bei der letzten Fridays-for-Future-Demo gehört hat.

Dabei gäbe es Alternativen: Genossenschaften, Selbstorganisation, vielleicht sogar eine Renaissance der Wikinger-Demokratie – aber was machen wir stattdessen? Wir reden über Windräder, die sich nicht drehen dürfen, und über Unternehmen, die lieber ihre Mitarbeiter zum Yoga schicken, als ihnen echte Mitbestimmung zu geben. Der König Kapitalismus sitzt fest im Sattel, während die Massen brav meditieren.

Und dann die Frage aller Fragen: Ist der Neoliberalismus radikal? Nein, das wirklich Radikale wäre doch etwas ganz anderes! Wenn man plötzlich über eine Commons-Ökonomie nachdenken würde, bei der nicht die Vorstände und Aktionäre die Würfel in der Hand halten, sondern die Menschen. Aber wer will das schon? Lieber bleiben wir in den alten Mustern gefangen und reden uns ein, dass wir mit ein paar nachhaltigen Apps die Welt retten können.

Am Ende dieser anarchischen Ökonomik bleibt eine Erkenntnis: Es gibt viel zu tun – aber vielleicht sollten wir erst einmal den Donut fertig essen.

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