Google, der Opiumkrieg und die chinesische Strategem-Kunde – Der Westen unterschätzt die Listkompetenz der KP in Peking


Googles List, so betitelt die FAZ den Gang des Suchmaschinenkonzerns nach Hongkong. Ob das am Ende wirklich so listenreich ist im Streit um die Internetzensur, wird sich noch zeigen. Denn schon kurz vor dem Umzug des chinesischen Servers google.cn „hatten Chinas staatliche Medien ein historisches Vorbild für die Affäre ausgemacht: den Opiumkrieg. Die East India Company war damals, 1842, federführend, als Großbritannien die Öffnung mehrerer wichtiger Häfen und die Duldung des Handels zumal mit Opium militärisch erzwang; die Souveränität Chinas war faktisch dahin. Seitdem habe sich kein Konzern mehr so dreist in die Angelegenheiten eines Landes einzumischen versucht, verkündete China Radio International, und Blogger wie ‚Xinxin‘ soufflieren: ‚Wer heute mit Google mitfühlt, sollte mal die Geschichtsbücher wälzen und über den Opiumkrieg nachlesen‘“, schreibt die FAZ.

Die geschichtliche Analogie ist wohl innenpolitisch ein noch listenreicheres Vorgehen und sicherlich im Einvernehmen mit der Kommunistischen Partei in China propagiert worden. „Am verschärften Ton merkt man, wie heikel die Sache für Peking ist: Da Internetzensur unpopulär in China ist, bedarf es schon eines schweren geschichtspolitischen Geschützes, um auch diesen Konflikt auf einen patriotischen Nenner zu bringen. Wobei das Opium, das den Eigenwillen und die Widerstandskraft der Nation brechen kann, in diesem Fall das süße Gift ausländischer Meinungen und Informationen ist“, so die FAZ.

Vor den olympischen Spielen in Peking hatte ich ein Interview mit dem Sinologen Harro von Senger geführt, der sich intensiv mit der Strategem-Kunde im Reich der Mitte beschäftigt hat. Die Lebens- und Überlebenslisten werden für die chinesische Machtpolitik nun schon seit drei Jahrtausenden kultiviert.

In der westlichen Welt scheint man zu meinen, „Hintergrundwissen über die Volksrepublik China sei überflüssig, es genüge, von Fall zu Fall die Tagesereignisse zu verfolgen und mit westlichen Alltagswissen ad hoc zu reagieren“, sagt von Senger. So durchkreuzte die Regierung in Peking die Pläne von Coca Cola und verhinderte die Übernahme des größten chinesischen Saftherstellers Huiyuan. Das 2,4 Milliarden Dollar schwere Geschäft schade dem „Wettbewerb“ und sei daher auch nicht im Interesse der Verbraucher, erklärte verklausuliert das Handelsministerium. Bei ausländischen Investoren brach die übliche die Heulerei über das Reich der Mitte aus. Man spricht von Rückschlag, Verunsicherung und Protektionismus. In ihrem Expansionsdrang macht China keine Abstriche und kauft sich lustig in westliche Schlüsselbranchen ein. Zuhause hält Peking den Laden sauber. Die Empörungsspirale verläuft immer nach dem gleichen Muster, weil westliche Politiker und Manager einfach nicht kapieren, nach welchen Strategemen China vorgeht. Dabei hat Harro von Senger alles sehr genau dokumentiert: „Welche Rolle das Gesetzesrecht in der Volksrepublik China spielt und welchen Stellenwert es in diesem Land hat, stelle ich in ‚Supraplanung’ deutlich dar. Wenn man die Verfassungsartikel zur Kenntnis nehmen und in ihrer vollen Tragweite begreifen würde, dann würde vieles, was in der politischen Tagespraxis geschieht, durchschaubar und leicht vorhersehbar werden. Aber leider werden offizielle Dokumente der Volksrepublik China im Westen regelrecht boykottiert und planmäßig nicht gelesen oder mit einem Lacher abgetan.

In Anlehnung an Gottfried Wilhelm Leibniz plädiert von Senger dafür, dass die westliche Belehrungsgesellschaft sich in eine Lerngesellschaft im Verhältnis zu China wandeln sollte. Das Abendland müsse den tief verwurzelten Kulturhochmut ablegen und sich darum bemühen, das amtliche Denken in der Volksrepublik China, insbesondere das Bezugssystem der Kommunistischen Partei Chinas von innen heraus besser zu verstehen.

Europa und die USA seien nach der chinesischen Strategemkunde eine leichte Beute und eine optimale Spielwiese für die Anwendung des Strategems Nummer 33: Das Strategem des Zwietrachtsäens. Als Beispiel führt von Senger den Dalai-Lama-Besuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel an, der dazu führte, dass Chinas Führer reihenweise Termine mit Deutschen absagten. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wurde demgegenüber höchst freundlich empfangen und mit Aufträgen in Höhe von 20 Milliarden Euro überschüttet.

Google wird es ähnlich ergehen. Dafür sorgen schon die westlichen Konkurrenten, die dem Beispiel des Mountain View-Unternehmen im großen Stil wahrscheinlich nicht folgen werden. Siehe auch: Der Westen hilft Chinas Zensur. Neue Frontverläufe: Welt-Herausgeber Thomas Schmid vergleicht Google mit China.

Um innenpolitisch Oberwasser zu behalten, setzen die Machthaber in Peking im Konflikt mit Google auf Ausmünzungs-Strategeme: „Sie dienen der Ausnutzung einer eigens herbeigeführten oder sich ohne eigenes Dazutun ergebenden Wirklichkeits-Konstellation, zum Beispiel Strategem Nummer 20: „Das Wasser trüben, um die ihrer klaren Sicht beraubten Fische zu fangen“, schreibt von Senger in seinem Opus „36 Strategeme für Manager“ (erschienen bei Hanser).

Oder das Strategem Nummer 19: „Unter dem Kessel das Brennholz wegziehen“. Das Brennholz ist die Kraftquelle, die das Wasser im Kessel zum Sieden bringt. Das Wasser erkaltet, sobald man das Brennholz entfernt. Es wirkt als Kraftentziehungs-Strategem. Man nimmt jemanden den Wind aus den Segeln, gräbt ihm das Wasser ab, entzieht ihm den Boden. Als Strategemprävention hält der Sinologe von Senger eine genaue Überprüfung aller denkbaren Szenarien gegnerischer Eingriffe für essentiell. Ich glaube allerdings nicht, dass die Google-Führungskräfte dazu überhaupt in der Lage sind.

Firmenübernahmen oder politische Interventionen gegen die Internetzensur wird die KP China niemals zulassen. Sie stehen im Widerspruch zu den machtpolitischen Strategemen. Die Prinzipien sind simpel: „Vom Import zum Export, vom Lernen zur Neuschöpfung“. Es geht um die Befolgung der Polaritätsnorm: „Ausländisches für China nutzbar zu machen“. In Peking wird man westliche Unternehmen nur tolerieren, solange sie den Zielen der KP nutzen und sich in die Gastrolle fügen. Hier kommt die Dialektik von Mao Tse Tung zum Einsatz:„Alles Ausländische muss so behandelt werden wie unsere Speise, die im Mund zerkaut, im Magen und Darm verarbeitet, mit Speichel und Sekreten des Verdauungsapparates durchsetzt, in verwertbare und wertlose Bestandteile zerlegt wird, worauf die Schlacken ausgeschieden und die Nährstoffe absorbiert werden, sodass unser Körper Nutzen von der Speise hat; das Ausländische darf keineswegs mit Haut und Haaren roh verschlungen, kritiklos einverleibt werden“.

Professor von Senger empfiehlt den westlichen Politikern und Managern bei China-Geschäften dem Rat von Jesus zu folgen: „Seid klug wie die Schlangen und sanft wie die Tauben“ (Matthäus 10, 16). „In der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts sollte der verborgene Schatz, der in dem bei uns unbekannten Ausspruch Jesu ruht, gehoben werden“. Es sei unverzichtbar, sich ein optimales Listwissen anzueignen. Im politischen und wirtschaftlichen Wettbewerb unterliege die Listenblindheit der Listkompetenz. Das gelte für Politiker und Unternehmer.

Hier die Version, die das Übersetzungsprogramm von Google bietet. Kann ich leider nicht auf Richtigkeit überprüfen 😉

谷歌,鸦片战争和中国战略客户 – 西方低估了在北京的共产党

谷歌的名单,被称为扎伊尔的搜索引擎公司当然香港。这是否是真正的目的,在互联网审查争端狡猾,还有待观察。对于google.cn前不久在中国服务器移动,“中国官方媒体已经确定了这一事件的历史先例:鸦片战争。东印度公司随后,在1842年,负责为英国,几个主要口岸的开放和默许的鸦片贸易,特别是在军事上执行,而对中国主权的几乎消失了。由于没有促使集团有更多试图干涉一个国家的内政,如此公然宣布,中国国际广播电台,像博客,欣欣“,”现在谁同情与谷歌,应时代的历史书籍和卷阅读有关鸦片战争,’“写道:法兰克福汇报。
历史比喻很可能是更多的国内的做法,当然同中国共产党的主张listenreicheres协议。 “在严厉的语气你体会到微妙的是北京的情况:随着互联网在中国审查制度是不得人心的,它已经需要一个重大的历史和政治枪使这一冲突的爱国分母。如鸦片,它可以打破自我的意志和韧性的民族在这种情况下,是外国的意见和信息甜蜜毒药,说:“法兰克福汇报。
之前在北京奥运会,我与冯汉学家胜雅律,谁一直与英国在中东战略客户深入采访。生活和生存的名单,为中国培养强权政治现在三千年。

在西方世界中,我们似乎认为,“人民共和国对中国的深刻了解是多余的,它足以追求逐案,每日事件和应对西方Alltagswissen专案的基础上,说:”胜雅律。因此,北京政府的计划,由可口可乐挫败和防止重大中国果汁生产商汇源收购。在2400000000美元严肃的商业坏的“竞争”,因此消费者的权益不说,一个回旋处,商务部。对于外国投资者来说,通常的大哭起来,通过中央王国。目前的挫折,不确定性和保护主义的谈话。在其扩张中国是维护和购买西部关键部门的乐趣。家居清洁北京保持店。在Empörungsspirale始终遵循相同的模式,因为精明的西方政治家和管理者不是简单地将中国的什么计谋。该次胜雅胜雅律已记录是很小心http://www.36strategeme.ch:“在人民共和国的中国法定什么法律的一部分,它在这个国家的地方,我在上文规划’显着达尔。如宪法第将会注意和了解的全部范围,将许多事情发生在日常政治实践,透明,容易预测。但不幸的是,在人民共和国的正式文件,中国在西方的字面和蓄意抵制不读或笑着驳回。
由莱布尼茨的启发胜雅律认为确保教学的西方社会转变成一个与中国学习型社会,本身应。西方必须采取根深蒂固Kulturhochmut并设法了解在人民共和国的正式的中国思想,特别是对中国共产党的参考系统,更好地从里面出来。欧洲和美国,是在中国Strategemkunde好欺负,以及为33号的手腕最佳使用游乐场:在Zwietrachtsäens战略。胜雅律指出这是达赖喇嘛访问德国总理默克尔,导致事实,中国取消了与德国领导人在会晤行的例子。法国总统萨科齐另一方面,深受各界欢迎,并达二百万点零万欧元订单不堪重负。谷歌将同样票价。利用西方的竞争对手,这将遵循大张旗鼓的山景城的公司的例子肯定的可能性不大。为了保持国内的政治优势,把在北京的权力冲突与谷歌的货币化,造酒:“他们是一个特别的虐待而诱发或导致他们在对现实的星座自己的参与,可惜的战略第20号:”水,以捕获的鱼,其明确的目标被剥夺,写道:“胜雅律在他的作品”36造酒经理人“(由Addison – Wesley出版)。或拖动战略编号19:“根据锅炉木柴。木柴是权力的来源,这使在茶壶中的水煮沸。尽快冷开水删除木柴。它作为一种逃避战略力量。一是以积极的风出某人的风帆,剥夺了他的水,打断了他的理由。由于Strategemprävention在汉学家胜雅律的敌对干扰可能发生的情况认真审查认为是至关重要的。我并不认为谷歌管理人员将能够在所有。

收购或反对互联网审查的政治干预,决不允许对中国共产党。这些都是违背强权政治的计谋。这些原则很简单:“从进口到出口,从学习新创造。”它是关于与遵守规则,极性:“为中国外交利用。”在北京,我们不会容忍西方公司只只要共产党的目标,使用和适应东道国的作用。在这里,毛泽东辩证的方法有:“必须尽一切视为外资,我们的食物,这是嚼在嘴里,在胃和按唾液和消化系统的分泌物了肠,加工盛行,进入,使用的组件不值钱的消除了炉渣和养分吸收,使我们的身体有食品,可能不长草吞下异物和灵魂的好处是批判地吸收。

胜雅律教授建议在中国的西方政治家和企业经理,遵循耶稣的忠告:“作为蛇和鸽子一样温和明智的”(马太福音10,16)。 “在全球化的世界21世纪应提高到宝藏,在耶稣向我们说,不明身份的谎言“。至关重要的是,获得最佳Listwissen。在政治和经济竞争的名单是受Listkompetenz失明。这同样适用于政治家和商人。

Scheint zu funktionieren. Suchergebnis unter http://www.google.com.hk/

Wie Social Media die Call Center-Szene umkrempeln könnte

Auf der Call Center World habe ich Björn Behrendt von der Service-Community.net interviewt. Ein echt frischer Geist auf eine Fachtagung, die sich seit Jahren im Kreis dreht. Sein Rezept gegen doofe Call Center: Super User werden Kundenberater. Wer sich als Endkunde mit bestimmten Produkten oder Services auskennt, ist ein viel besserer Berater als irgendwelche anonymen Agenten im Call Center.

Hier das Interview:

Blökende Call Center und erzürnte Verbraucher: „Kundendialog nach der ‚Act like lovers do‘-Strategie“

Immer wieder sind es wohl nur die Schwarzen Schafe der Call Center-Branche, die uns täglich mit unerlaubten Werbeanrufen auf den Senkel gehen. So trällern es zumindest die Verbandsvertreter seit Jahren leierkastenhaft herunter. Und sicherlich wird man auf der Call Center World in Berlin in gut einer Woche wieder narkotisiert mit perfekten Multi Channel-Prozessen, Best Practice-Gemurmel, Preisverleihungen für Call Center-Heldentaten, Power Point-Dünnbrettbohrer-Reden, Motivationsübungen sowie Qualitätsoffensiven mit Prüfsiegel, Ehrenkodex und allem Pipapo. Für den Hotline-Terror ist dort niemand verantwortlich. Das sind immer die anderen, die schwarzen Schafe halt. Auf der Fachmesse im Neuköllner Hotel Estrel laufen nur weiße Schafe umher und sind sich keiner Schuld bewusst.

Woher kommt nur die verbotene Telefonwerbung, gegen die die Bundesnetzagentur jetzt mit aller Macht vorgehen will und nach Abschluss der ersten Ermittlungsverfahren Bußgelder in Höhe von 500.000 Euro verhängt hat? Netzagentur-Präsident Peter Kurth will jedenfalls ein Signal gegen den fortlaufenden Rechtsbruch setzen. Seit dem 4. August vergangenen Jahres gelten in Deutschland Werbeanrufe ohne Einwilligung des Angerufenen und Werbeanrufe mit unterdrückter Rufnummer als Ordnungswidrigkeit. Eine durchschlagende Wirkung hatte die Novelle des Telekommunikationsgesetzes noch nicht

Die Beschwerden von rund 28.000 Verbrauchern, die sich bei der Bundesnetzagentur in nur sechs Monaten angehäuft haben, werden auf der Call Center World wohl keinen sehr großen Platz einnehmen. Dafür erfreut man die Teilnehmer mit so schönen Themen wie „Kundendialog nach der ‚Act like lovers do‘-Strategie“, diskutiert über intelligentes „Touchpoint Management“, sinniert über die Frage, ob Zertifizierung im Call Center ein Qualitätsmerkmal oder Marketing-Gag sei, tauscht sich über „Cultural awareness in a global business“ aus, bastelt an integrierten „Skill-basierten Multi Channel-Ansätzen“, philosophiert über den „Paradigmenwechsel vom Opt-Out zum Opt-In“, sucht Erlösung in dem „Erfolgsfaktor Mut“ und erkundet den Mythos „Workforce Management“. Noch Fragen, lieber Call Center-Kunde?

Wie man sich als Verbraucher gegen Call Center-Terror wehren kann, erläuterte ich in dem NeueNachricht-Bericht. Eure Meinung und Call Center-Erfahrungen interessieren mich.

Nun bestätigt auch Vodafone die Wiederbelebung von o.tel.o – Ein 9 Cent-Produkt

Vodafone bringt nach eigenen Angaben ab Februar 2010 das neue Produkt „o.tel.o prepaid“ auf den Markt. In diesem Tarif kosten Telefonate in alle deutschen Netze und in das Festnetz von über 30 Ländern 9 Cent pro Minute. „Damit ist das neue Angebot insbesondere auch für Kunden attraktiv, die Verwandte und Bekannte in Ländern wie Türkei, Griechenland, Italien, Kroatien, Russland und Ukraine haben (‚Ethno-Tarif‘), so Vodafone.

SMS in alle deutschen Netze sollen ebenfalls 9 Cent kosten und auch für mobiles Surfen über den Zugangspunkt data.otelo.de werden 9 Cent pro Minute berechnet. „o.tel.o prepaid kennt keine Grundgebühr und keine Vertragsbindung“. Das ist ja eine echte Überraschung bei Prepaid-Produkten. Gespräche zur Kundenhotline schlagen allerdings mit 49 Cent pro Minute zu Buche. Das Angebot unter der Marke o.tel.o werde über die Massenkanäle Online, Fachhandel sowie Partnerunternehmen/Service Provider (Debitel, Mobilcom, The Phone House, Drillisch) vermarktet, nicht jedoch in den 1.600 eigenen Filialen inklusive der Partneragenturen. „Mit dem neuen Prepaid-Produkt soll der Discountermarkt (‚No-Frill-Segment‘) bedient werden. Die größten Wettbewerber hier sind Discounter wie Simyo, Fonic, ALDI, klarmobil, Congstar und blau.de. Vodafone ist in diesem Segment bislang ausschließlich über Wholesale-Partner wie Edeka mobil, Schlecker Mobil und BILDmobil vertreten – und ab Februar auch über eine eigene Marke“, so Vodafone. Das ist ja eine Blitzaktion, nachdem schon über Jahre die Konkurrenz entsprechende Dienste platziert hat.

„Die Rechte an o.telo hält Vodafone seit April 1999. Damals übernahm die Vodafone-Tochter Arcor für 1,15 Mrd. Euro seinen Festnetz-Konkurrenten o.tel.o von den Vorbesitzern RWE und Veba. o.tel.o war zu diesem Zeitpunkt mit über einer Million Pre-Selection-Kunden der erfolgreichste private Festnetzanbieter in Deutschland. Zusätzlich hatte die Tochtergesellschaft germany.net bereits 600.000 Onlinekunden. Die Marke o.tel.o wurde durch Arcor noch bis November 2001 weitergeführt“. Fraglich ist dann, warum o.tel.o verkloppt wurde? Aber das habe ich ja schon im Detail ausgeführt. Siehe unten.

Eine Wiederbelebung erfuhr o.tel.o im Dezember 2006, da nun Vodafone unter diesem Namen einen Onlineshop für Handys zum Normalpreis (ohne Subventionierung) betrieb. Jetzt erfolge also die Wiederbelebung der Marke für das neue Prepaidprodukt.

Mit dem teuer bezahlten Markenkern von o.tel.o hat das Ganz allerdings nicht mehr viel zu tun.

Meine ausführliche Analyse zur „Wiederauferstehung“ findet Ihr hier. Bleibt noch eine Frage zu klären. Was macht man denn mit der Rotschopfmarke Arcor????

Immer mehr Service-Initiativen im Land der Service-Ärgernisse!

Es tut sich was in der Service-Szene. Neben dem von mir gegründeten Netzwerk für Dienstleistungsökonomie, der Smart Service-Initiative und dem Service-Blog von Bitronic wurde nun Service-Blogger aus der Taufe gehoben.

„Immer mehr Produkte sind austauschbar. Unverwechselbar macht ein Unternehmen heute sein Service. Mittlerweile arbeiten über 70% der Arbeitnehmer in Deutschland im Dienstleistungsbereich. Tendenz steigend. Denn immer mehr Firmen machen den Großteil ihrer Umsätze inzwischen im Dienstleistungsbereich. Wer es schafft, einen differenzierenden Service anzubieten, kreiert daher nicht nur ein emotionales Markenerlebnis, sondern kann darüber hinaus sein Geschäft ankurbeln. Die Service-Blogger haben es sich zur Aufgabe gemacht, gute wie schlechte Services von Unternehmen aufzudecken und auf persönliche Weise zu dokumentieren. Die Service-Blogger sind somit Deutschlands Seismographen für den Entwicklungsstand von Dienstleistungen“, schreiben die Macher des Blogs Ingeborg Trampe (selbständige Autorin, PR-Beraterin, Kundenzeitschriftenmacherin, Moderatorin und Coach in Berlin) und Markus Willnauer (Diplom-Volkswirt aus Köln, lebt und arbeitet seit 1999 in seiner Wahlheimat Hamburg als Unternehmer, Berater und Agenturchef von Cohen + West).

Das sind doch gute Zeichen für eine Republik, die sich immer noch über die guten, alten Zeiten des Industriekapitalismus definiert.

Interessant und erschreckend für die deutsche Servicequalität einer der ersten Beiträge des Blogs über eine neue Studie von Accenture. So nerven 85 Prozent der Befragten Computergesteuerte Call Center, 68 Prozent meiden Online-Service-Center und 51 Prozent fühlen sich mit der persönlichen Betreuung unzufrieden. Dramatische Folge: 64 Prozent haben bereits einen Anbieter wegen des schlechten Service gewechselt. „Dies ist Folge davon, das in den vergangenen Jahren in den Unternehmen der Kontakt zum Kunden als reiner Kostenfaktor gesehen wurde und dann unter den Stichworten kurzfristiger Bilanzkosmetik und Shareholder Value auch erfolgreich gesenkt worden ist. Dabei ist der Kundenkontakt und ein guter Service der Schlüssel zum Erfolg für die Zukunft eines Unternehmens. Bedenkt man einmal, wie hoch die Kosten für die Neukundengewinnung sind, ist ein solches Ergebnis erschütternd. Und die bestehenden Kunden sind auch die Multiplikatoren für die Neukundengewinnung der Zukunft, Stichwort Social Media“, schreiben die Service-Blogger. Weiter so!

Die Allensbach-Jahresumfrage und das Versagen der Konjunkturforscher: Wirtschaftsaufschwung stärker als es die Prognoseprofis vorhersagen!

Ich habe mich ja schon in einigen Beiträgen mit einem Phänomen beschäftigt, dass vom kongenialen Informatik-Professor Karl Steinbuch entdeckt wurde. Er hat 1979 eine interessante Korrelation entdeckt. Steinbuch berechnete, dass eine seit 1949 jeweils zum Jahresende vom Institut für Demoskopie Allensbach gestellte Frage „Sehen Sie dem Neuen Jahr mit Hoffnungen oder Befürchtungen entgegen“ in dem Prozentsatz der Antworten „mit Hoffnungen“ der Entwicklung des realen Bruttosozialprodukts vorauseilt. Der Verlauf des Optimismus folge nach Erkenntnissen von Steinbuch wie das Wachstum des Bruttosozialprodukts Zyklen mit einer Dauer von etwa vier bis fünf Jahren und der Optimismus in der Bevölkerung hinke nicht hinter der Konjunktur her, sondern gehe ihr voraus: Zuerst Optimismus, dann Wachstum. Die persönliche Einschätzung der Zukunft sei ein besserer Indikator für die Entwicklung der Konjunktur, als die mit großem wissenschaftlichen Aufwand betriebenen Vorhersagen der Wirtschaftsforschungsinstitute – für die der Staat kräftig Steuergelder verprasst. Hier versagen die Modelle der makroökonomischen Erbsenzähler. Denn die wirtschaftliche Dynamik ist nicht nur abhängig von äußeren Faktoren wie Steuerlast oder Arbeitsgesetzen, sondern in hohem Maß auch von Psychologie. Für die Konjunkturentwicklung ist es relevant, wie es zu gleichgerichteten Verhaltensweisen der Bevölkerung bei jenen Faktoren kommt, die Expansion und Rezession beeinflussen; denn erst der Gleichschritt erzeugt die Durchschlagskraft, verstärkt die Wirkung so sehr, dass der Konjunkturverlauf einen schicksalhaften Rang erhält. Als Ursache ist ein sozialpsychologischer Faktor herausgearbeitet worden – Ansteckung. Sie wird ausgelöst durch übereinstimmende Motive der Wirtschaftsakteure, gemeinsame, unter bestimmten Umständen erweckte Vorstellungen, Nachahmung, Übertragung von Gefühlen und überspringende Stimmung.Soweit die Theorie. Schauen wir uns die aktuelle Allensbach-Jahresumfrage an, dann können wir mit einem deutlichen Wachstum in diesem Jahr rechnen. Denn mittlerweile geben 45 Prozent der Umfrageteilnehmer zu Protokoll, den kommenden 12 Monaten mit Hoffnungen entgegen zu sehen. 11 Prozentpunkte mehr im Vergleich zum Wert vor einem Jahr. Aber selbst die Umfragedaten zum Beginn des „Krisenjahres“ deuteten darauf hin, dass wir eben nicht die schwerste Wirtschaftskrise seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges erlebten. Denn 34 Prozent votierten damals für Hoffnungen. Ein Wert, der Anfang der 80er Jahre erreicht wurde. 1973, im Jahr der Ölkrise, kam man auf 30 Prozent. 1950, lag der Umfragewert bei 27 Prozent, stieg in den Folgejahren durch die Erfolge der Wirtschaftspolitik Ludwig Erhards sehr schnell und steil an.

Siehe auch: Volkswirtschaft in der Formelfalle – Wirtschaftspolitik sollte wieder als Staatskunst begriffen werden

Die Rückkehr der Fröhlichkeit

„Natürlich haben wir uns schon oft geirrt“

Meedia, abstürzende Payment-Strategien, Holzhammer-Sprüche und der „Fall“ Niggemeier

Der Branchendienst Meedia schlägt auf den FAZ-Journalisten und Blogger Stefan Niggemeier ein, wegen seiner Kritik an der Paid Content-Strategie des Springer-Konzerns. Martialisch schreibt Meedia gar vom Umschalten des Alpha-Journalisten auf Aggro und macht daraus einen „Fall Stefan N.“. „Dass der Springer-Verlag mit seinem Paid Content-Vorstoß polarisieren und Widerspruch hervorrufen würde, war klar. Aber mit diesem Echo hatte wohl niemand gerechnet. ‚Aussichtslos, selbstmörderisch, unverschämt‘, hämt Medienjournalist Stefan Niggemeier und verreißt den Test auf ganzer Linie. Nicht die Kritik irritiert, sondern die Art, wie sie vorgetragen wird – besserwisserisch, unversöhnlich, beleidigend. Die Abrechnung gerät zur Hasspredigt. Vom Alpha- zum Aggro-Blogger: der Abstieg eines preisgekrönten Autors“, so die Einschaltquoten-Fans von Meedia, die uns jeden Tag mit den bescheuerten „Statistiken“ der „werberelevanten“ Zuschauer von 14 bis 49 Jahren beglücken (eine Erfindung des früheren RTL-Chefs Helmut Thoma).

Es ist ja noch höflich von Meedia, nicht zu verschweigen, dass Niggemeier das Medienportal der Bertelsmänner als „Um- und Abschreibedienst“ tituliert hat und zumindest eine Motivation für den Rundumschlag gegen den FAZ-Mann damit nicht verborgen bleibt. Niggemeiers Medienwelt scheine einfach strukturiert. Schwarz und Weiß, Gut und Böse, Gratis-Web und Paid Content. „Weswegen er vermutlich ein Experiment (und um nichts anderes handelt es sich bei dem Springer-Vorstoß) nicht als solches be- und abhandeln kann. Bei Stefan Niggemeier hat man den Eindruck, dass die Wut auf das Medienbusiness im Allgemeinen und deren unverschämten Versuch, mit Inhalten vielleicht sogar online Geld zu machen, in diesem Fall das einzige erkenntnisleitende Motiv gewesen ist“, führt Meedia weiter aus. Man müsse die Bezahlschranke bei Abendblatt.de und Morgenpost.de nicht gut oder sinnvoll finden. Und ganz sicher sei das Editorial von „Abendblatt“-Vize Matthias Iken in vielerlei Hinsicht als unglücklich zu werten.

Aber sei es verhältnismäßig, wenn Niggemeier Text und Autor mit Vokabeln wie „Frechheit“, „unredlich“ und „verlogen“ belegt, wenn er Iken nachsagt, dieser schimpfe rum „wie ein einarmiger Rentner 1968 über die langhaarigen Studenten“? „Hallo!? Das hat doch mit Konfliktstil nichts mehr zu tun. Niggemeier leistet sich eine Entgleisung, deren Ursachen weniger im Thema als beim Kritiker selbst zu suchen sind. Ist der so frustriert von der Medienrealität, dass er nur noch mit Aggression darauf reagieren kann“, fragt sich Meedia.

Niggemeier selbst habe nichts konstruktives zur Debatte beizutragen. Dass er glaube, das Micro-Payment sei für Verlage der Schlüssel zum Webgeschäft, ist ebenso umstritten und im Übrigen reine Spekulation. Nun, haben sich die Meedia-Macher mal die Preise bei der Bezahldatenbank Genios/GBI angeschaut? Wenn man drei, vier oder mehr Euro für einen Artikel zahlen muss, kann man wohl kaum von einer Payment-Strategie sprechen, die den Massenmarkt erreichen kann.

Und wer vergreift sich denn in der Tonlage, wenn nicht Springer-Chef Döpfner.
Der Fachzeitschrift Horizont hat das treffend kommentiert: „Freibiermentalität“, „Web-Kommunismus“? – warum man mit Holzhammer-Sprüchen keinen Paid Content etabliert.

Und was hat denn Niggemeier wirklich aufgeregt? Das verschweigen die Anbeter der RTL-Quoten. Es war vor allen Dingen das rüde Vorgehen des Springer-Verlages: „Ohne jede Ankündigung standen die Leser heute plötzlich vor geschlossenen Schranken mit Euro-Zeichen. Und nicht nur die Leser: Auch viele Mitarbeiter wussten nichts davon, dass die Angebote, für die sie arbeiten, nicht mehr frei zugänglich sind. Die Online-Inhalte der Lokalausgaben sind komplett kostenpflichtig; in den Haupt-Ressorts ist es eine größere Auswahl.
Wer alle Texte lesen will, muss entweder Abonnent der gedruckten Zeitung sein oder für 7,95 Euro im Monat Abonnent der Online-Ausgabe werden. Sich einen einzelnen Artikel, an dem man besonders interessiert ist oder über den man vielleicht bei Google gestoßen ist, für ein paar Cent freizuschalten, ist nicht möglich. Damit folgt das ‚Abendblatt‘ exakt der tödlichen Strategie der Musikindustrie, die sich jahrelang geweigert hatte, dem offenkundigen und technisch leicht zu erfüllenden Wunsch der Kundschaft nachzukommen, einzelne Musiktitel erwerben zu können. Die Musikindustrie aber wollte um jeden Preis am für sie lukrativen Geschäftsmodell der CD festhalten — mit dem Ergebnis, dass sie fast am Ende ist und branchenfremde Unternehmen wie iTunes jetzt groß im Geschäft sind“, so Niggemeier.

Meedia kritisiert den ewigen Vergleich mit der Musikindustrie, aber er trifft halt den Kern. Es fehlt an attraktiven Preismodellen, es fehlen Überlegungen für mobile Endgeräte (Verlage haben Leute wie Döpfner und keinen Steve Jobs), es fehlen attraktive und gut funktionierende Apps (vergleicht doch mal die iPhone-Applikation der New York Times mit dem ständig abstürzenden Angebot der Tageszeitung „Die Welt“ – übrigens schmiert die Meedia-App auf dem iPhone auch häufig ab!).

Döpfner und Co. haben den Sturz vom Medien-Thron immer noch nicht verkraftet. Man könnte pychologisch auch von einer narzisstischen Kränkung der Gestern-Medien sprechen. So schreibt Niggemeier zu recht: „Die Zeitungsbranche glaubt aber immer noch, dass ihr Geschäft so läuft, dass die Leser die Inhalte gefälligst so zu kaufen haben, wie die Verlage sie verkaufen wollen. Die Verleger glauben offenkundig, dass sich bei Journalismus nicht um eine Dienstleistung handelt, bei der die erfolgsversprechendste Strategie die ist, die den Wünschen der Kundschaft so weit wie möglich entgegenkommt. Sie halten sich für unverzichtbar und ihre Produkte für unersetzbar. Sie folgen der Musikbranche in den Abgrund“.
Aber das kann uns doch eigentlich egal sein. Genau so wie die Schummel-TV-Quoten von RTL, die Meedia jeden Tag rausflötet.

Nokia und der verzweifelte Kampf gegen das „religiöse“ Kultgerät iPhone

Der Handy-Riese Nokia räumt angesichts erodierender Marktanteile Fehler ein. „Wir haben uns in der Vergangenheit zu sehr auf die technischen Grundlagen konzentriert, statt das Design unserer Handys zu optimieren“, sagte Anssi Vanjoki, Chefstratege und Nummer zwei des Konzerns, dem Handelsblatt.

Wahnsinn, diese Erkenntnis, rund zwei Jahre nach dem iPhone-Marktstart und der allgemeinen Schockstarre, die danach bei den Handyherstellern eintrat. Es ist ja phantastisch, dass ein Handyhersteller jetzt begreift, wie wichtig der Faktor Einfachheit bei technischen Geräten ist. Siehe auch meine Abhandlung: Technostress absatzwirtschaft

Im Geschäft mit den mobilen Mini-PCs sehen die Finnen bislang alt aus. Und die Ursachenanalyse von Gartner-Marktforscherin Carolina Milanesi für die Schwächen von Nokia ist schon erschütternd:

„Technisch waren die Nokia-Geräte viel besser als das iPhone“, sagt Carolina Milanesi vom Marktforscher Gartner nach dem Bericht der Handelsblatt-Redakteurin Sandra Louven: „Aber die Nutzung war zu kompliziert.“ Die Bedienungsfreundlichkeit werde in den kommenden Jahren über Erfolg und Misserfolg entscheiden, erklärt Vanjoki. Dennoch erwartet er, dass Apples Bedeutung in dem Markt gering bleibt. „Die Entwicklung bei Handys wird ähnlich verlaufen wie bei PCs“, prognostiziert der Chefstratege. Auch mit dem Mac habe Apple anfangs viel Aufsehen erregt, aber sie sind trotzdem ein Nischenanbieter geblieben. Das wird bei Handys genauso sein. „Experten geben Vanjoki dabei durchaus recht. Allerdings mache Apple mit seinem Fokus auf Multimedia-Handys mehr Gewinn als Nokia, das viele Billiggeräte in Schwellenländern verkauft“, schreibt das Handelsblatt.

Das sehe ich ganz anders. Am iPhone-Bedienungskomfort beißen sich die Konkurrenten die Zähne aus und schmeißen zur Zeit doch eher Kopien des Apple-Kultgeräte auf den Markt. So einem ähnlichen Urteil kommt wohl auch Roman Friedrich von der Unternehmensberatung Booz & Company. Das iPhone sei vor zwei Jahren auf den Markt gekommen, aber es ist immer noch das Vorzeigeprodukt. „In der Branche heißt es, es sei erschreckend, wie langsam Nokia auf das Apple-Handy reagiere. Die Finnen seien nach den vielen Jahren ihres Erfolgs zu satt und nicht flexibel genug, um sich auf einen veränderten Markt einzustellen“, so das Handelsblatt. Siehe auch: Warum sich Gestern-Unternehmer vor Steve Jobs fürchten sollten.

Und wer war denn der Türöffner für das mobile Web? Das liegt doch fast ausschließlich an der Flut der nützlichen Miniprogramme, die mittlerweile im App-Store von Apple angeboten werden. Wer sich für den iPod und das iPhone entschieden hat, wird wohl kaum bereit sein, auf die komfortablen Angebote von iTunes zu verzichten. Siehe auch meinen NeueNachricht-Artikel: Der App-Store-Krieg im Mobilfunk: Anbieter kämpfen um den Markt für bezahlte Downloads. „Hier zeichnet sich zwischen Apple, Google, Microsoft, Nokia, Vodafone, RIM und weiteren Firmen ein regelrechter App-Store-Krieg ab. Aber das ist einleuchtend. Ohne Applikationen kann man die vielfältigen Webdienste auf dem Handy nicht komfortabel einsetzen. Die App-Stores werden zur Tankstelle, um sich kleine nützliche Helfer für Flugbuchungen, Navigation, Restaurantfinder oder Newsticker herunterzuladen“, so Bernhard Steimel von der Düsseldorfer Unternehmensberatung Mind Business.

Bereits 42 Prozent der Markenunternehmen ist mit einer mobile Applikation (App) im Apple Store. Das Spektrum geht von Produkt-Informationen (41 Prozent), Unterhaltung (33 Prozent) bis zu nützlichen Helfern für das tägliche Leben. So bietet HP eine App an, mit der man den Drucker ansteuern kann, Porsche ermöglicht es, seinen Wagen virtuell in die Einfahrt zu stellen. Dr. Oetker stellt ein Rezeptbuch ins Store, während eBay und Amazon komfortabel steigern und bestellen von unterwegs anbieten. Bemerkenswert: nur jedes vierte der insgesamt 144 untersuchten Unternehmen verfügt über eine mobile Website.

Der Hype bei Markenunternehmen um das iPhone lässt sich nach der Mind Business Studie Mobile App War 2009-11-24 nicht nur damit erklären, dass Apple als erstes Unternehmen eine nutzerfreundliche Plattform aufgebaut hat. Sie setzen auch auf die Zielgruppe, die sich durch Markentreue auszeichnet. Sie sichert Marketing Investments ab, die nicht durch Hardwarewechsel gefährdet werden. Sie befördert die Interaktion und Nutzungsstabilität, die sich positiv auf das Mobile Marketing auswirkt. Der Neuromarketingexperte Martin Lindstorm stellte kürzlich fest, dass das Gehirn eines Apple-Fans beim Betrachten eines iPod ähnlich reagiert, wie das eines religiösen Menschen beim Anblick eines Jesusbildes.

Weniger als 12 Monate nach Eröffnung des Apple App Stores lassen sich bereits Veränderungen im täglichen Leben der Menschen feststellen. Laut Untersuchungen des Chicagoer Beratungsunternehmen Gravitytank unter iPhone Nutzern in den USA verändern diese Geräte, wie wir mit anderen Menschen interagieren, mit Marken in Kontakt treten, was wir kaufen und auf welche Weise wir es tun. Die Befragten laden im Schnitt 21 Apps im Monat herunter, jede vierte ist eine Bezahl-App und jede dritte App wird täglich genutzt. 50 Prozent sehen die Apps als wichtiges Werkzeug, um sich besser zu organisieren und Dinge schneller zu erledigen. Die neue Generation der App Nutzer ist statusbewusst, stammt aus höheren Bildungsschichten und zählt zu den Meinungsführern.

Allein für die USA wird erwartet, dass die Downloads von Apps von zur Zeit 975 Millionen auf 6,7 Milliarden in den nächsten drei Jahren steigen. Der Apps-Umsatz werde von einer Milliarde auf vier Milliarden Dollar steigen. iTunes als integrierte Abrechnungsplattform bildet das Fundament für diesen Erfolg. Apple hat das geschafft, wovon andere träumen: ein dynamisches Ecosystem mit hohem Unterhaltungswert. Bislang sehe ich nicht, wie die Konkurrenten das aufholen können. Was denkt Ihr????

a man in in long sleeves shirt using a cellphone

Handy zum Diktat: Textnachrichten mit Spracherkennungssoftware verfassen – Nuance startet Kooperation mit Netzbetreibern

timer on smartphone
Photo by Hannah Barata on Pexels.com

Ein großes Potential für die automatische Spracherkennung sieht Nuance-Generalmanager Michael-Maria Bommer im Mobilfunk. Nach Aussagen von Bommer sind Softwarelösungen seines Unternehmens zur Handysteuerung bereits auf rund vier Milliarden Endgeräten vorinstalliert. „In diesem Jahr werden weltweit 1,1 Milliarden Handys ausgeliefert. Auf 880 Millionen Geräten ist Nuance-Technologie im Betriebssystem integriert. Insgesamt gibt es für die mobile Kommunikation zur Zeit die innovativsten und prägendsten Entwicklungen. Beispielsweise das Diktieren von SMS. Sie sprechen eine Botschaft ins Handy, die von dort an unseren Server geschickt, transkripiert und innerhalb von einer Sekunde als Text zurückgeschickt wird. Die Qualität, der Komfort und die Sicherheit, die mit diesem System etwa während der Autofahrt erzielt wird, ist enorm“, sagte Bommer auf der Fachkonferenz „Conversations“ in München. Davon sind auch andere Branchenexperten überzeugt.

„Wer Textnachrichten auf dem Handy verfassen will, muss immer noch viele Beschränkungen hinnehmen. Am Format der Endgeräte wird sich nicht viel ändern. Die Tastatur in unterschiedlichen Variationen ist für viele Menschen einfach zu klein. Sprachsteuerung wird sich hier über kurz oder lang durchsetzen, nicht nur beim Schreiben von Kurznachrichten, sondern auch bei Suchfunktionen“, prognostiziert Peter Weilmuenster, Vorstandschef des ITK-Dienstleisters Bitronic.

Die FAZ-Redaktion „Motor und Technik“ konnte jetzt eine Beta-Software von Nuance auf verschiedenen Geräten vom Nokia bis zum Blackberry testen. „Ein Tastendruck startet das System, man sagt beispielsweise ‚SMS an Klaus Müller auf dem Handy’. Die Software identifiziert den zugehörigen Eintrag im Telefonbuch des Geräts und bereitet das SMS-Formular vor. Mit einem weiteren Tastendruck diktiert man nun seine Nachricht, die Aufnahme landet via Mobilfunk in wenigen Sekunden bei Nuance, dort wird transkribiert und das Resultat in die SMS-Maske eingefügt. Eventuelle Fehler lassen sich flink berichtigen, weil der Nuance-Dienst zu jedem erkannten Wort mögliche und wahrscheinliche Alternativen mitschickt. Das alles klappt, wenn man sich auf ein, zwei Sätze beschränkt, deutlich schneller als die Eingabe der Nachricht per Hand, selbst wenn man ein luxuriöses Smartphone mit einer etwas größeren Tastatur hat“, schreibt der FAZ-Redakteur Michael Spehr.

Die Handy-Spracherkennung werde in Amerika zusammen mit AT&T entwickelt, in Deutschland soll ein solches System ebenfalls in Kooperation mit den Mobilfunk-Netzbetreibern starten. „Vorstellbar ist, dass manche Angebote für den Kunden sogar unentgeltlich bereitgestellt werden. Denn wenn man eine SMS schnell diktieren kann, wird man mehr davon verschicken“, so Spehr.

Was Nuance sonst noch vorhat, schilderte Marketingsdirektor Steve Chambers in seiner Eröffnungsrede auf der Conversations DACH seines Unternehmens in München.

Erleidet blogjournalisten.com den dotcomtod?

Als einer der Autoren des Portals blogjournalisten.com bekam ich gestern so gegen 23 Uhr eine betrübliche Nachricht:

„Liebe Autoren,

leider müssen wir uns heute mit einer schlechten Nachricht an Euch wenden.
Wir müssen die Seite blogjournalisten.com vom Netz nehmen.
Offensichtlich unlösbare Probleme zwingen uns dazu. Gerne würde ich mehr
dazu schreiben, Euch mehr erklären, aber ich möchte nicht durch
unvorsichtige Äußerung meinerseits eine Konfliktlösung verhindern.

Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Wir haben in den letzten
Wochen versucht, eine Einigung zu erzielen
– leider ohne Erfolg. So ein
Projekt stirbt nicht einfach, deswegen versuchen wir weiterhin eine Lösung
zu finden, müssen nun aber erstmal diesen Schritt gehen.

Vielen, vielen Dank an Euch für Eure Beiträge, das Interesse und die vielen
Anregungen. Für Rückfragen stehen wir Euch gerne unter
blogjournalisten@frau-b.com zur Verfügung.

Herzliche Grüße,
Bettina Hoss

blogjournalisten UG (haftungsbeschränkt)“. Ende der Mail. Nachzulesen auch im Internet.

Zum Start des Projektes vor ein paar Monaten war man noch hoffnungsfroh. Das Angebot soll eine Alternative zum traditionellen Journalismus schaffen. „Wir könnten noch wochenlang Verlagsoberhäuptern mit Hilfe von Manifesten erläutern, wie das Internet funktioniert, doch es gibt bereits heute genügend journalistische Edelsteine da draußen, die nur aufgesammelt werden müssen“, so „Lanu“, Betreiberin der Website Boocompany. Boocompany versteht sich als der einzig legitime dotcomtod-Nachfolger und somit Europas führender Anbieter und Distributor für exitorientierte Unternehmensmeldungen. Mittels als „Boo“, „Insider“ oder „Final“ bezeichneter Negativmeldungen könnten die User über den allgemeinen Downturn informieren. Kenner der New Economy erinnern sich noch an die erfrischenden dotcomtod-Meldungen von Don Alphonso über I-D Media und Co.

Es sei schlimm genug, hieß es zur Idee von blogjournalisten.com, dass angesichts der Medienkrise immer mehr Redaktionen auf ein kreativarmes Minimum eingedampft würden. „Wer etwas zu sagen hat, sollte es auch tun dürfen. Das kann man einsam in der hintersten Ecke des Netzes tun oder auch in der Gemeinschaft der Blogjournalisten“, erläutert Lanu das Angebot.

Nun ist zu hoffen, dass Lanu mit der Geschichte nicht auch einen dotcomtod erleidet und den Exit auf boocompany verlautbaren muss.

Wer mehr weiß zu den Hintergründen, könnte das ja mal kundtun!

Sollte eine Abmahnung der Grund für die Abschaltung sein, wäre das die falsche Reaktion. Wie im Fall Jack Wolfskin hilft nur eine öffentliche Reaktion.