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Tag: 31. Dezember 2011
Mein Motto für 2012: Die Repression verdünnen – Plädoyer für fröhliche Anarchie
Erstellt mit kombinatorischer Unterstützung eines Zufallsgenerators.
Mein Wunsch für 2012 erscheint am Montag im Debattenmagazin „The European“. Hier schon mal die Einleitung: Vorschläge für ein fröhliches Anarchie-Jahr: Jeder Tag als Gegenteil-Tag!
2011 war das Jahr des Protestes und der Wut. Gegen Unterdrückung, Verschwendung, Spekulantentum, Korruption, Planungshybris, Täuschungen und politische Inkompetenz. Zu den üblichen Formen des Widerstandes zählen Demos, Sitzblockaden, Camps und etwas innovativere Flashmob-Aktionen. Aber, liebwerteste Gichtlinge, das muss 2012 noch viel besser über die Bühne gehen. So entfaltete sich die geballte Kraft der Bonner Pro-Rheinkultur-Bewegung als veritabler Flash-Flop.
Im Stadthaus der Bundesstadt irrten einige Menschen mit Hupen, Trillerpfeifen und Trommeln einsam umher, um ihren Unmut gegen die Kultur-Kahlschlag-Politik der Stadtoberen kundzutun. Vor dem Ratssaal fanden sie keine Gleichgesinnten, sondern nur Sicherheitskräfte in legerem Outfit und Polizisten, die mit Knopf im Ohr jegliche Anarchie im Keim erstickten.
Plädoyer für fröhliche Anarchie
So kommen wir nicht weiter. Gefragt ist deshalb mehr Unberechenbarkeit für das subversive, anarchische und vor allem autarke Protestleben. Das Rüstzeug für die Flashmob-Saison des Neuen Jahres liefert der geistige Vater meiner Montagskolumne: Francois Rabelais. Nachzulesen in seinem Schelmenstück „Gargantua und Pantagruel“. Das Werk enthält „phantastische und chaotische Auflistungen“ (Umberto Eco), um die engstirnigen Bürokraten, meckernden Hausmeister, Machthaber, Blender, Prahlhänse, Hierarchieverliebten, Phrasendrescher, eitlen Gecken, Heuchler, Verleumder, Vertuscher, schulmeisterlichen Besserwisser und bigotten Status quo-Verteidiger in den Wahnsinn zu treiben. Am Montag dann mehr….
Wünsche allen einen guten Rutsch.
