„Zusammenarbeit ist nichts für Feiglinge“ – Anja Zerbin über die Herausforderungen guter Teamarbeit #ZPNord

Auf der Zukunft Personal Nord in Hamburg sprach Anja Zerbin, Co-Autorin des Buches „Workspotting“, über die Tücken und Chancen in der Zusammenarbeit innerhalb von Unternehmen. „Zusammenarbeit ist nichts für Feiglinge“, lautet das Motto des Buches, das sie gemeinsam mit Annika Korthals, Josephina Leiminger und Tobias Sommer verfasst hat. Ihre Ausführungen bieten einen tiefen Einblick in die alltäglichen Herausforderungen und Lösungen für Teams in Konzernen, Start-ups und im Mittelstand.

Das Buch „Workspotting“ zielt darauf ab, die oft romantisierte Vorstellung von New Work zu dekonstruieren. Es beleuchtet die realen Arbeitskontexte und zeigt auf, wie man besser miteinander arbeiten kann. „Wir schauen uns Situationen an, in denen die Zusammenarbeit nach links oder rechts abbiegen könnte“, erklärt Zerbin. Diese Geschichten sind real, mit geänderten Namen versehen und reichen von humorvoll bis erschreckend.

Einer der Kernpunkte des Buches ist die Auseinandersetzung mit Machtstrukturen und psychischen Belastungen am Arbeitsplatz. „Es geht um Macht, es geht um Psychopathen im Topmanagement, es geht um psychischen Stress“, so Zerbin. Der Umgang mit diesen Themen erfordert eine ehrliche Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle und den Dynamiken innerhalb der Organisation.

Zerbin und ihre Co-Autorinnen räumen mit der Vorstellung auf, dass es einfache Lösungen gibt. Stattdessen betonen sie die Notwendigkeit eines fortwährenden Prozesses der Reflexion und Anpassung. „Zusammenarbeit muss man aushandeln“, betont Zerbin, „und das ist anstrengend.“

Das Buch bietet auch praktische Tools und Denkmodelle zur Verbesserung der Zusammenarbeit. Eines der zentralen Modelle ist das Vertrauen, das als Grundlage jeder effektiven Zusammenarbeit gesehen wird. „Vertrauen, Motivation, Rollenklärung und Transparenz von Aufgaben sind die Stufen zu besserer Zusammenarbeit“, führt Zerbin aus.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Bereitschaft, Veränderungen im Managementstil zu akzeptieren und umzusetzen. Zerbin kritisiert die oft vorherrschende Monotonie im Topmanagement und plädiert für eine diversere und inklusivere Führungskultur.

Abschließend appelliert Zerbin an die Verantwortung jedes Einzelnen, sich aktiv in den Prozess der Zusammenarbeit einzubringen und reflektiert zu handeln. „Wir sollten nicht erwarten, dass andere die Arbeit für uns tun. Zusammenarbeit ist eine aktive, gegenseitige Anstrengung“, schließt sie.

„Workspotting“ ist somit ein Aufruf zu mehr Bewusstheit und einer ehrlicheren Zusammenarbeit in allen Bereichen der Arbeitswelt.

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