Zum 1. Mai: Ohne Zuversicht kein Aufschwung – Wie Unternehmen neue Bindung stiften können – und was die Zukunft Personal Süd dazu beiträgt #ZPSüd #TagderArbeit

Zum Tag der Arbeit liegt der gesellschaftliche Fokus traditionell auf Lohn, Gerechtigkeit und Beschäftigung. Doch 2025 rückt ein anderer, tiefer liegender Indikator in den Vordergrund: die Zuversicht. Wie eine aktuelle Erhebung des Gallup-Instituts zeigt, fehlt es vielen Beschäftigten in Deutschland an eben dieser – mit weitreichenden Folgen für Motivation, Produktivität und gesellschaftliche Stabilität.

„Die Stimmung unter den Beschäftigten bleibt eingetrübt. Viele befinden sich in einem emotionalen Krisenmodus“, sagt Marco Nink, Director Research & Analytics bei Gallup, im Interview zur Vorbereitung der Livetalk-Reihe Zukunft Personal Nachgefragt. Die Zahlen stammen aus dem neuen State of the Global Workplace Report 2025: Weniger als die Hälfte der Arbeitnehmenden in Deutschland blickt mit Zuversicht in die Zukunft. Im Vergleich mit nordischen Ländern wie Finnland oder Island fällt Deutschland erneut zurück.

Was dort gelingt, scheint hier zunehmend schwer: Vertrauen in das eigene Handeln, Stolz auf das Geleistete, Zuversicht auf das Kommende. Wirtschaftliche Unsicherheit, steigende Lebenshaltungskosten und eine erodierende Infrastruktur lassen viele Beschäftigte resignieren. „Die Sorge vor dem Abstieg des Landes ist allgegenwärtig“, sagt Nink. „Und das wirkt sich direkt auf die innere Haltung zur Arbeit aus.“

Röpke lässt grüßen

Dass wirtschaftlicher Aufschwung ohne psychologischen Aufbruch nicht zu haben ist, wusste schon der Ökonom Wilhelm Röpke. 1932, mitten in der Weltwirtschaftskrise, schrieb er: „Psychologie ist der wichtigste Faktor der Konjunktur.“ Gallup bestätigt: Wo Optimismus fehlt, schwindet die wirtschaftliche Dynamik. „Zuversicht macht aus Menschen Akteure“, sagt Nink – und ohne Akteure kein Wandel.

Führung als Hebel für Bindung

Dabei ist der Schlüssel nicht in erster Linie finanzieller Natur. Gallup zeigt: Die Qualität der erlebten Führung ist entscheidend. „Gute Führung ist der unterschätzte Klima-Faktor unserer Arbeitswelt. Sie schafft emotionale Bindung, verringert Stress und stiftet Sinn“, so Nink. Unternehmen, die Führung als Beziehungsarbeit verstehen – nicht als Machtinstrument –, erreichen deutlich höhere Werte bei Motivation und Identifikation.

Alarmierend: Nur neun Prozent der Beschäftigten in Deutschland sind laut Gallup derzeit emotional stark an ihren Arbeitsplatz gebunden. In Best-Practice-Unternehmen liegt der Wert bei über 60 Prozent – dort, wo Führung gelebt wird, statt in PowerPoint-Präsentationen zu verharren.

Impulse für den Neuanfang: Zukunft Personal Süd am 6. und 7. Mai

Antworten auf die Vertrauenskrise liefert die Zukunft Personal Süd in Stuttgart. Unter dem Motto „Time for New Beginnings“ bringt die führende HR-Messe am 6. und 7. Mai Personalverantwortliche, Führungskräfte und Innovatoren zusammen. Themen wie neue Führungsmodelle, Skill-Transformation, KI-gestützte Personalarbeit und resiliente Organisationen stehen im Fokus.

In Peer-to-Peer-Exchanges, interaktiven Formaten und Keynotes – etwa von Steven Rottmann (ProSiebenSat.1) und Christoph Burkhardt (OneLife) – wird diskutiert, wie Unternehmen zu Orten werden können, an denen Zukunft nicht verwaltet, sondern gestaltet wird.

Ninks Fazit:
„Die Menschen sind bereit, sich einzubringen. Sie sind stolz auf das, was sie tun. Aber sie brauchen Strukturen, in denen sie spüren: Meine Arbeit hat Gewicht. Ich werde gesehen. Ich kann etwas bewegen.“

Am Tag der Arbeit erinnert die Gallup-Studie daran: Der eigentliche Kampfplatz unserer Zeit ist nicht allein der Tarifkonflikt – sondern der innere Rückzug. Wer dem begegnen will, muss mehr bieten als Sicherheit: Er muss Sinn, Vertrauen und Gestaltungsspielräume schaffen. Denn ohne Zuversicht – das wusste schon Röpke – gibt es keinen Aufschwung.

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