
Zukunft Personal Süd, Stuttgart, Halle 10 – Ein Gespräch mit Lorenz Kopp, CEO von NextStepHR
Wer qualifizierte Bewerber sucht, hat heute Zugriff auf hunderte Plattformen, Algorithmen und Tools. Und doch bleibt eine einfache Frage unbeantwortet: Welche Kanäle wirken wirklich – für meine Zielgruppe, meine Region, mein Budget?
Lorenz Kopp, CEO von NextStepHR, hat auf der Zukunft Personal Süd in Halle 10 eine klare Antwort gegeben: „Reichweite ist gut. Relevanz ist besser.“
Und oft beginnt diese Relevanz nicht bei den großen Namen – sondern bei regionalen Portalen wie meinestadt.de.
Sichtbarkeit ist kein Selbstläufer – sondern System
NextStepHR arbeitet mit KI-gestützten Modellen, die Stellenanzeige, Zielgruppe, Standort und Budget miteinander verknüpfen. Das Ergebnis: eine fundierte Kanalempfehlung, keine Gießkanne.
„Viele denken, wenn sie auf 200 Kanälen posten, hätten sie alles abgedeckt. Aber dann landet man überall auf Seite fünf – und wird nicht gesehen.“
Stattdessen: granular vorgehen. Welche Plattform funktioniert für diese Stelle, an diesem Ort, für diese Zielgruppe?
meinestadt.de als Schlüssel zu lokalem Recruiting
Besonders deutlich wird das bei handwerks- oder dienstleistungsnahen Jobs. Wer einen Elektriker, Pflegehelfer oder Kfz-Mechatroniker sucht, braucht keine deutschlandweite Streuung. Er braucht fünf passende Bewerbungen aus einem Umkreis von 30 Kilometern.
Hier entfaltet meinestadt.de sein Potenzial. Es wird oft unterschätzt – dabei liegt gerade darin seine Stärke: es ist nah an der Lebensrealität der Bewerberinnen und Bewerber.
„Die beste Plattform ist die, die von der Zielgruppe wirklich genutzt wird“, sagt Kopp. Für viele Regionen in Deutschland ist das nicht LinkedIn, sondern eben meinestadt.de – flankiert von lokal gut sichtbaren Kanälen wie eBay Kleinanzeigen, Social Media oder Google Maps.
Social Media und das Prinzip Zufall
Nicht jeder Bewerbungsprozess beginnt planvoll. Viele starten mit einem Impuls. Ein Video auf TikTok, ein Instagram-Reel eines Handwerksbetriebs, eine Facebook-Anzeige mit Charme und Klartext – all das kann Bewerber:innen genau im richtigen Moment erreichen.
Kopp spricht von „Zufallsmatching“ – einem Phänomen, das planbar wird, wenn man es in eine clevere Multikanalstrategie integriert.
Sichtbarkeit entsteht nicht durch Masse, sondern durch Kontext.
KI rechnet vor – aber der Mensch entscheidet
Die Machine-Learning-Komponenten von NextStepHR analysieren historische und aktuelle Daten und machen Vorschläge zur optimalen Budgetverteilung. Die KI sagt: So viel Prozent auf meinestadt.de, so viel auf Indeed, so viel auf Facebook. Gleichzeitig sorgt das System für Rückkopplung: Welche Bewerbung kam von wo? Welche Konversion gab es?
So wird aus Bauchgefühl ein lernfähiges System. Und Recruiting nicht nur effizienter – sondern auch nachvollziehbar.
Recruiting braucht Strategie – nicht Streuverlust
In der Summe ergibt sich eine Erkenntnis, die auf der ZP Süd mehrfach zur Sprache kam: Wer klug rekrutieren will, muss nicht überall sein. Sondern dort, wo es zählt.
Und dort richtig.
meinestadt.de ist kein nostalgischer Sonderfall – sondern ein Symbol für zielgerichtetes, lokal fundiertes Recruiting in einer Zeit, die immer globaler und gleichzeitig immer granularer wird.
Der beste Kanal ist der, den Kandidaten tatsächlich nutzen
„Recruiting ist kein Wettrennen um Sichtbarkeit – sondern ein Spiel um Passung“, sagt Kopp. Und das gelingt nur mit einem gut kalibrierten Mix aus Bekanntem und Unterschätztem, aus Reichweite und Nähe, aus Planung und gelegentlichem Zufall.
Wie findet man gute Leute – und wie bindet man sie langfristig?
Welche Rolle spielen regionale Plattformen im Wettbewerb um Talente?
Und was lässt sich aus der Vielfalt der Kanäle wirklich produktiv machen?
Denn der Arbeitsmarkt verändert sich. Aber die Kernfrage bleibt:
Wo finde ich Menschen – und wie mache ich mich für sie sichtbar?