
Was waren das noch für Zeiten, als ich die EM 2016nutzen konnte, um die Meistermacher Morningshow vor allem auf Facebook produzieren zu dürfen. Denn damals galt das Motto: Faktor 10 für Dialoge – Facebook Live als Katalysator für Interaktionen.
Mark Zuckerberg war beseelt von der Zahl Zehn. Er ging mit Facebook chancenreiche Projekte an, die zehnmal mehr Vernetzung ermöglichten. Das Grundprinzip: Durch eine reibungslose und einfache Teilnahme steigen die Netzwerkeffekte der Plattform an und erhöhen die Möglichkeit, gigantische Datenmengen zu erfassen, zu analysieren und auszutauschen. Dazu zählte das von vielen Experten als utopisch eingestufte Ziel, Daten per Laser zu übertragen und über Drohnen zur Erde zu senden. Die Lichtstrahlen „ermöglichen eine extrem hohe Bandbreite und sind nicht reguliert. Das Team für Laserkommunikation bei Facebook arbeitet an Lasern, die Daten zehnmal schneller übertragen sollen als heutige Versionen“, schreibt Wired. Klingt nach Zukunftsmusik. Nicht so für das Connectivity Lab des Zuckerberg-Konzerns. Bis Ende des Jahres wurde ein System getestet, das Funksignale zu einer Drohne überträgt, die sie über Laser an weitere Drohnen weitergibt. „Die Luftflotte versorgt über Laserstrahlen Transponder, die maximal 50 Kilometer von jeder Drohne entfernt sind und das Signal über WLAN- oder 4G-Netze für die Nutzer weiterreichen“, führt Wired aus.



Der Faktor 10 galt lange Zeit auch für den Livestreaming-Dienst Facebook Live. Livestreaming zählte für Zuckerberg zu einem wichtigen Puzzleteil für die Schaffung eines Echtzeit-Netzwerkes:
Die Möglichkeit, live Fragen und Meinungen abzugeben und direkt Antworten zu bekommen, sorgte für ein Zehnfaches an Kommentaren, teilte Facebook 2016 mit.
Die Zuschauer blieben im Schnitt dreimal so lange im Film wie bei aufgezeichneten Videos. Zudem wurden die Live-Videos öfter bildschirmfüllend und mit Ton angesehen. Den Zuspruch erlebte ich täglich in der Meistermacher Morningshow, die während der Fußball-Europameisterschaft fast täglich live übertragen wurde. Im ersten Teil via Facebook Live, im zweiten Teil über Hangout on Air. Die Reaktionen auf Facebook waren in ihrer Intensität nicht zu überbieten. „Facebook liegt in Sachen Live-Interaktion deutlich vorne, bei den Google Hangouts kann man zwar auch Fragen ‚in Echtzeit‘ stellen, allerdings ist das mit dem Kommentieren anderer Kommentare, dem Sharing und Einladen anderer FB-Friends dort eben einfach viel zu hakelig, kompliziert oder schwer auffindbar“, kommentierte Detlef Korus in einem Blog-Beitrag. Bei Facebook spielte sich das Livestreaming-Geschehen in der eigenen Timeline ab. Leider ist davon wenig übrig geblieben. Die Algorithmen wurden wahrscheinlich verändert. Live-Videos liegen wie Blei in den Regalen. Ohne Ads gibt es kaum noch Reaktionen und Interaktionen.
Schade, lieber Mark Zuckerberg. Das Metaversum ist nur eine Blase. Setze mehr auf die Interaktionen auf Facebook und Instagram.