Vor allem Menschen können andere Menschen zu einer Entscheidung bewegen: Dr. Thymian Bussemer von VW zu KI, ESG-Reporting und dem Soziologen Lazarsfeld

Im Einklang mit der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung in der Unternehmensführung, steht auch das Personalmanagement vor großen Herausforderungen und Chancen. Die Eingliederung von Environmental, Social, and Corporate Governance (ESG)-Kriterien in die Unternehmensstrategien erfordert eine grundlegende Neuausrichtung der HR-Arbeit. Ein zentrales Forum für die Diskussion dieser Entwicklungen bot die Fachmesse Zukunft Personal Nord in Hamburg, wo am 23. April ein hochkarätiges Panel diese Thematik vertiefte. Schon im Vorfeld dieser Veranstaltung, in unserer Sendung „Zukunft Personal Nachgefragt“ am 9. April, widmete sich Dr. Thymian Bussemer , Head of HR Strategie & Innovation bei der Volkswagen AG, intensiv diesen Fragen.

Die Einhaltung von CSR-Richtlinien (Corporate Social Responsibility), die Verantwortung entlang der Lieferketten und die damit verbundene Haftung stellen Unternehmen wie Volkswagen vor komplexe Aufgaben. Dabei steht insbesondere die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) im Fokus der Diskussion. Diese EU-Richtlinie zielt darauf ab, Transparenz in der Berichterstattung über Umwelt- und Sozialstandards zu erhöhen, was allerdings auch mit erhöhtem bürokratischem Aufwand und Kosten verbunden ist.

Dr. Bussemer erörtert die vielschichtigen Facetten dieser Entwicklung. Er betont die Notwendigkeit, dass HR eine strategischere Rolle im Unternehmen einnimmt und dass der pflegliche Umgang mit menschlichen Ressourcen zentral für den langfristigen Unternehmenserfolg ist. Gleichzeitig hebt er die Problematik zusätzlicher Bürokratie und Ressourcenverbrauch durch die Kodifizierung von Normen hervor. Diese könnten die Kapazitäten von Unternehmen binden, die anderweitig effektiver für nachhaltige Veränderungen eingesetzt werden könnten.

Zudem wird die mögliche Ersetzung von Führungskräften durch Künstliche Intelligenz (KI) thematisiert. Bussemer argumentiert, dass menschliche Fähigkeiten wie Überzeugungskraft und situative Entscheidungsfindung essenziell bleiben und nicht vollständig durch KI ersetzt werden können. Die menschliche Komponente in der Führung und im Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist nach wie vor unerlässlich, insbesondere in einer Wissensökonomie.

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