Sohn@Sohn-Roundtable beleuchtet Komplexität und Dringlichkeit neuer EU-Verpackungsverordnung

Die Europäische Kommission will bekanntlich die bisherige Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle durch eine Verordnung ersetzen. Dieser Schritt symbolisiert eine tiefgreifende Verschiebung der legislativen Herangehensweise der EU in Sachen Umweltschutz: Im Gegensatz zu Richtlinien, die erst in nationales Recht umgesetzt werden müssen, wären Verordnungen unmittelbar in den Mitgliedstaaten gültig.

Die Neuausrichtung ist eine direkte Reaktion auf die Einschätzung, dass die bisherige Gesetzgebung ihre umweltpolitischen und binnenmarktbezogenen Ziele verfehlt hat.

Die angestrebten Maßnahmen umfassen ambitionierte Ziele: eine Reduktion der Verpackungsabfälle pro Kopf um 19 Prozent bis 2030, EU-weite verbindliche Ziele für die Wiederverwendung oder Wiederbefüllung von Verpackungen und die schrittweise Abschaffung unnötiger Verpackungen.

Ein in Bonn veranstalteter Roundtable, moderiert von Gunnar Sohn und mit den Experten Sascha Schuh (Ascon), Stefan Scheibel (Multivac), Thomas Morgenstern (Tomra) und Heino Claussen (R-Cycle), beleuchtete die Komplexität und die Dringlichkeit des Themas. Die Statements verdeutlichten die vielschichtigen Herausforderungen, die mit der Umsetzung dieser ambitionierten Ziele verbunden sind. Besonders hervorgehoben wurden die Bedeutung der Innovationsförderung und die Rolle der Digitalisierung im Recyclingprozess.

Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen stellen nicht nur eine regulatorische Veränderung dar, sondern signalisieren auch einen Kulturwandel in der europäischen Wirtschaftspolitik. Durch die direkte Umsetzung von Verordnungen auf EU-Ebene wird eine einheitlichere und effektivere Herangehensweise im Umgang mit Umweltfragen angestrebt.

Der Roundtable untermauerte, dass eine erfolgreiche Umsetzung dieser Verordnung eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie, Technologieanbietern und politischen Entscheidungsträgern erfordert. Das reicht bis zu mittelständischen Recycling- und Sortierbetrieben. Gerade in der Sortiertechnologie muss mehr passieren.

Diese Gesprächsrunde zählt zu den Top-Stories 2023.

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