
Auf der Zukunft Personal Nord in Hamburg wurde deutlich, was sich längst als strategisches Fundament moderner Unternehmenskommunikation etabliert hat: Corporate Influencer sind gekommen, um zu bleiben. Sophie Rickmann und Klaus Eck, die Köpfe hinter dem Corporate Influencer Club, präsentierten auf der Bühne nicht nur ein volles Programm, sondern auch eine wachsende Community, die das Thema von der Graswurzelbewegung zur strategischen Managementaufgabe weiterentwickelt.
Von der Nische zur Norm
Noch vor wenigen Jahren galten Mitarbeitende, die sich öffentlich zu ihrem Arbeitgeber bekannten, bestenfalls als ambitionierte Blogger. Heute sind sie Treiber einer authentischen und wirkungsvollen Kommunikationskultur. Der Zuspruch auf der #ZPNord war eindeutig: „Doppelt so viele Menschen wie im Vorjahr kamen zu unseren Sessions, viele bereits mit konkreten Plänen für eigene Corporate-Influencer-Programme“, so Rickmann.
Behörden auf dem Vormarsch
Besonders bemerkenswert: Die Dynamik kommt zunehmend auch aus dem öffentlichen Sektor. Kommunen wie München, Konstanz oder Hamburg haben das Thema fest auf der Agenda. „Teilweise sind Ämter schneller in der Umsetzung als große Corporates“, betont Klaus Eck – ein Zeichen dafür, dass digitale Kommunikation und Employer Branding längst kein Privileg der Privatwirtschaft mehr ist.
Strategie schlägt Spontaneität
Während erste Corporate Influencer oft aus Eigeninitiative aktiv wurden, betonen Eck und Rickmann heute den Wert einer strukturierten Herangehensweise: „Ohne Absicherung nach oben, ohne Leitplanken, ohne Vertrauen in die Mitarbeitenden kann ein Programm nicht erfolgreich sein.“ Die Beispiele der Telekom oder IBM zeigen, wie man mit Mut und System eine starke interne Markenbotschafter-Community aufbaut.
Kommunikation in unsicheren Zeiten
Angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit und Personalabbau droht so manche Kommunikation nach innen und außen auf Sparflamme zu laufen. Ein Trugschluss, wie Rickmann betont: „Employer Branding ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wer jetzt glaubwürdig kommuniziert, stärkt seine Arbeitgebermarke auch für bessere Zeiten.“
Was bleibt – und was kommt
Die Abschaltung von Audio-Formaten auf LinkedIn bedauert der Corporate Influencer Club. „Audio war niedrigschwellig, inklusiv – perfekt für Community-Building“, so Rickmann. Doch es geht weiter – mit Podcasts, Videoprojekten und neuen Formaten, die auf Authentizität und strategische Wirkung gleichermaßen setzen.
Corporate Influencing ist kein Trend. Es ist Kulturwandel.
Und wer Mitarbeitenden nicht zutraut, gute Botschafter für das eigene Unternehmen zu sein, sollte eher an der Kultur als an der Kommunikation arbeiten.