
In Halle 4.2 der „Zukunft Personal Europe“ wurde in intensiven Gesprächen klar: Der Schlüssel zu erfolgreicher Zusammenarbeit liegt in der Chemie zwischen den Teammitgliedern – und zwar auch in ihrer Unterschiedlichkeit. Besonders eindrucksvoll war mein Austausch mit Rosmarie Steininger, die mit ihrer klaren, unaufgeregten Art eine wichtige Wahrheit herausstellte: In Organisationen, egal ob in Unternehmen, Verbänden oder in der Wissenschaft, entscheidet letztlich die Beziehungsebene darüber, ob ein Team erfolgreich ist oder nicht.
Steiningers Ansatz, der auf persönlichem Matching basiert – „Mensch zu Mensch“ –, geht weit über bloße Formalitäten hinaus. Sie machte deutlich, dass nicht nur die formalen Kriterien wie Lebenslauf und Fachkenntnisse zählen. Vielmehr kommt es darauf an, ob die Menschen zueinander passen, ob sie miteinander harmonieren, einander vertrauen und sich ergänzen können. Diese Chemie, die manchmal schwer zu fassen ist, bestimmt über Erfolg oder Misserfolg.
Dabei, und das ist entscheidend, geht es nicht darum, dass „Schmidt immer Schmidtchen rekrutiert“. Ein Team, das nur aus ähnlichen Charakteren besteht, läuft Gefahr, in eine Sackgasse zu geraten. Viel wichtiger ist es, dass sich unterschiedliche Persönlichkeiten finden, die sich in ihren Stärken und Schwächen ergänzen. Ein kreativer Kopf kann etwa gemeinsam mit einem strukturierten Pragmatiker ein starkes Duo bilden, das Lösungen erarbeitet, auf die keiner von beiden allein gekommen wäre. Diese Vielfalt ist es, die Teams stärker macht.
Besonders eindrucksvoll wurde dieses Prinzip durch ein Beispiel aus dem Profifußball verdeutlicht. Ein neuer Spieler, für Millionen gekauft, bringt auf dem Papier alle Voraussetzungen mit – Tore, Talent, Marktwert. Doch in vielen Fällen zeigt sich, dass er einfach nicht ins Team passt. Trotz seiner individuellen Stärke gelingt es nicht, sich in das bestehende Gefüge zu integrieren. Dies unterstreicht, dass Leistung allein nicht ausreicht. Die menschliche Komponente, die Chemie im Team, ist der entscheidende Faktor.
Steininger und ich waren uns einig, dass die Herausforderung darin liegt, nicht nur auf formale Kriterien zu achten, sondern auch zu erkennen, wer tatsächlich ins Team passt. Teams, die schon lange bestehen, entwickeln oft eine Dynamik, in die es für Neue schwer ist, hineinzufinden. Gerade in solchen Situationen wird es umso wichtiger, auf das Zwischenmenschliche zu achten. Ein neuer Mitarbeiter muss nicht nur die fachlichen Anforderungen erfüllen, er muss auch in der Lage sein, sich in die bestehende Gruppe einzufügen und mit ihr zu wachsen.
Es geht also um weit mehr als bloße Fähigkeiten oder Erfahrung. Menschen, die in ihrer Persönlichkeit und Arbeitsweise zueinander passen, sind oft in der Lage, über sich hinauszuwachsen. Steiningers Beispiel, wie auch ihre Arbeit mit psychologischen Faktoren und dem Konzept der Chemie zwischen den Menschen, zeigt, dass Teams dann am besten funktionieren, wenn sie sich gegenseitig auf einer tiefen Ebene verstehen und unterstützen.
Die Diskussion in Halle 4.2 hat eindrucksvoll gezeigt, dass Unternehmen, die ihre Teams nach diesen Prinzipien zusammenstellen, langfristig erfolgreicher sind. Es geht darum, mehr zu leisten als nur nach Zahlen und Fakten auszuwählen. Es geht darum, die richtige Mischung aus Persönlichkeiten zu finden, die gemeinsam mehr erreichen, als jeder Einzelne für sich könnte. Diese Chemie – zwischen Menschen, nicht nur zwischen Arbeitsprozessen – ist das Herzstück eines jeden erfolgreichen Teams.
Das Gespräch in Halle 4.2 war eine wertvolle Erinnerung daran, dass die Zukunft der Arbeit von der Qualität der menschlichen Beziehungen abhängt. Es reicht nicht, Menschen nur aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz oder ihres Lebenslaufs zu bewerten. Vielmehr muss das Gesamtbild stimmen: die Persönlichkeit, die Einstellung und, ja, die Chemie. Denn wenn diese passt, dann kann ein Team nicht nur gut arbeiten – es kann Großartiges leisten.