
Ohne Vorgaben, ohne PR-Abteilung, ohne Schulung – aber mit Haltung und Haltungskraft: Tobias Wagemann zeigt, wie authentische Kommunikation aus dem Mittelstand heraus entstehen kann. Ein Gespräch über Selbstermächtigung, Reichweite und Recruitingeffekte.
Tobias Wagemann von der Firma MEKO-S war eigentlich Vertriebsmitarbeiter und machte sich selbst zum Corporate Influencer. Kein offizielles Programm, keine Agenturstrategie. „Ich hab mich intern als Markenbotschafter beworben – und dann einfach losgelegt“, sagt er im Gespräch auf der Zukunft Personal Nord.
Was Wagemann beschreibt, ist ein Beispiel für das, was Unternehmenskommunikation im digitalen Zeitalter werden kann: persönlich, unmittelbar, glaubwürdig. Und: wirksam. Seine LinkedIn-Posts erreichen mehr Menschen als sämtliche Social-Media-Aktivitäten der Holdinggesellschaft. Und sie bringen nicht nur Aufmerksamkeit – sondern messbare Effekte.
Reichweite ohne Freigabeschleifen
Der Begriff „Corporate Influencer“ ist in deutschen Unternehmen längst angekommen, doch in der Umsetzung oft zäh. Zu groß die Angst vor Kontrollverlust, zu lang die Freigabeschleifen, zu wenig Mut zur Persönlichkeit. Wagemann macht es anders: „Ich spreche wie ich bin. Wenn ich sage, ich arbeite in einem IT-Bums, dann ist das eben so.“ Seine Beiträge kombinieren Alltagserfahrung, technische Inhalte, Familienleben – und manchmal ein Hauch norddeutschen Humors.
Politische und religiöse Themen meidet er konsequent. Auch im Ton bleibt er respektvoll. Aber er ist klar: „Ich lasse mich rhetorisch auf keinen Wagen spannen. Und wenn ich mich in der Rolle nicht mehr wohlfühle, höre ich auf – mit einer Sekunde Kündigungsfrist.“
Mehrwert durch Nahbarkeit
Wagemanns Stärke ist seine Authentizität – und sein Gespür für Geschichten. Er berichtet nicht über Strategien, sondern über Erlebnisse. Über Kundenbegegnungen, Herausforderungen im Vertrieb, Vereinbarkeit von Beruf und Familie. „Ich will keine Litfaßsäule sein. Ich will zeigen, dass hinter IT-Lösungen Menschen stehen.“
Vom Mitarbeiter zur Marke
Was Wagemann betreibt, ist keine Selbstdarstellung, sondern strategisches Employer Branding. Er denkt vom Nutzen her, nicht vom Logo. „Ich baue Sichtbarkeit für uns auf – und zwar dort, wo klassische Imagevideos niemanden mehr erreichen.“
Der Erfolg bleibt nicht unbemerkt: Innerhalb der Unternehmensgruppe wird sein Ansatz inzwischen auch in anderen Einheiten übernommen. Führungskräfte beginnen umzudenken. Die klassische Trennung von Vertrieb, Kommunikation und HR beginnt zu verschwimmen.
Corporate Influencing ist kein Selbstläufer
Dass dieser Weg nicht ohne Ressourcen funktioniert, verschweigt Wagemann nicht. Seine Zeit ist begrenzt, sein Hauptjob bleibt der Vertrieb. Und dennoch: „Ich bin überzeugt, dass gerade im Mittelstand das Thema unterschätzt wird.“ Es brauche keine Millionenbudgets, sondern Offenheit. „Man muss jemanden finden, der es will – und ihm dann einfach machen lassen.“
Mittelstand mit Haltung
MEKO-S selbst betreut Unternehmen ab etwa 50 Mitarbeitenden, bietet IT-Infrastruktur, Cloudlösungen, Managed Services. Ein typischer IT-Dienstleister im besten Sinne – fachlich versiert, pragmatisch, im Markt verwurzelt. Dass nun ein Gesicht aus dem Unternehmen sichtbar wird, verändert die Außenwirkung spürbar.
Wagemanns Ziel: nicht nur Recruiting, sondern Vertrauen. „Ich will, dass man bei MEKO-S nicht nur an Server denkt, sondern an Menschen, die diese Systeme betreiben – verlässlich, ansprechbar, authentisch.“
Mehr Informationen:
📺 Video-Interview: „Influencer im IT-Unternehmen“
🌐 www.mekos.de
📲 LinkedIn-Profil: Tobias Wagemann
👥 Corporate Influencer Club: LinkedIn-Community & Podcast