
Lars Hochmann hat sich über eine Meldung der FAZ aufgeregt. „In manchen Bundesländern ist den Hochschulen die Präsenzlehre wieder erlaubt. Doch sie zögern. Wird die Pandemie für die Aushöhlung der Präsenzuniversität genutzt?“, fragt die FAZ. Schön wäre es. Es gibt bereits Initiativen in anderen Ländern, die in diese Richtung gehen. Macht doch die Hochschulen und die Vorlesungen zur Plattform für digitale Kommunikation – ohne Schranken, ohne Verschlossenheit, anschlussfähig, teilbar und von jedem Menschen nutzbar. Diese Utopie könnten wir sofort realisieren. Das ist kein totalitärer Ansatz, wie Hochmann behauptet, sondern ein Akt der Demokratisierung des Hochschulwesens. Ich finde die Repliken von Lars Hochmann nicht gerade ambitioniert. Die ersten Wochen und Monate der Corona-Ausgangsbeschränkungen haben doch mit einem Schlage gezeigt, was möglich ist.
Also ein Lob der Immobilität. Jeder nicht gefahrene Kilometer entlastet den Verkehr, senkt die Emission von klimarelevanten Treibhausgasen um 141 Gramm pro Personenkilometer und macht Menschen stressfreier. In den vergangenen Monaten war es möglich, die Zahl der PKWs pro Tag um 9 Millionen zu reduzieren, die sich morgens und abends durch den Verkehr quälen – ohne eine einzigen Cent aus dem Steuerhaushalt auszugeben.
Und das gilt auch für den Verzicht auf Fahrten mit Bus und Bahn. Ich bin früher rund drei Stunden pro Tag unterwegs gewesen, um mein Studium an der FU-Berlin in Dahlem zu bestreiten. Ich wäre in den 80er Jahren froh gewesen, über die heutigen technologischen Möglichkeiten zu verfügen.
Wer es ernst meint mit der ökologischen Verkehrswende, der sollte auf unnötige Mobilität verzichten. Das gilt auch für Hochschulprofessoren.
Wir könnten in Deutschland auf zirka 9 Millionen PKWs pro Tag verzichten, die sich morgens und abends durch den Berufsverkehr quälen.
