„Hier seid ihr im Gespräch und nicht nur im Publikum – und das macht den Unterschied“: Ausblick auf die Zukunft Personal Europe in Köln

Die Zukunft Personal Europe, Europas größte HR-Fachmesse, öffnet vom 10. bis 12. September in Köln ihre Türen und präsentiert sich als Begegnungsplattform für den Dialog zu HR-Themen. Reiner Kriegler, der Pionier des Employer Brandings im deutschsprachigen Raum, gibt Einblicke in die Highlights der Messe, darunter über 80 Sessions, interaktive Formate und die Verleihung des „Employer Brand Manager of the Year“. Im Gespräch betont Kriegler die Bedeutung von Authentizität und den Umgang mit Krisenzeiten, in denen Employer Branding eine entscheidende Rolle spielt. Hier geht es nicht nur um Vorträge, sondern um echte Begegnungen – hier seid ihr im Gespräch und nicht im Publikum.

Gunnar Sohn: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von „Zukunft Personal Machgefragt“. Heute haben wir ein Special kurz vor dem Start der Zukunft Personal Europe, die vom 10. bis 12. September in Köln stattfindet. Zugeschaltet ist Reiner Kriegler, auch bekannt als „Mr. Employer Branding“ oder der „Employer Branding Papst“. Reiner, was erwartet uns auf der Messe?

Reiner Kriegler: Erstmal danke für die Blumen, aber lasst uns das nicht übertreiben. „Pionier“ wäre schon in Ordnung, aber selbst dieses Label muss man sich jedes Jahr neu verdienen. Wir freuen uns sehr auf die Messe. Das ganze DEBA-Team arbeitet bereits wie ein Bienenschwarm. Ich bin überzeugt, dass die Zukunft Personal Europe der weltweit größte Event ist, der sich ausschließlich dem Thema Employer Branding widmet.

Gunnar Sohn: Was sind die Highlights, die uns auf der Employer Branding Stage erwarten?

Reiner Kriegler: Die „World of Employer Branding“ wird auf 280 Quadratmetern in Halle 4.1 aufgebaut. Es gibt drei zentrale Bereiche: die Employer Branding Stage, einen Creative Space für kleinere, interaktive Formate und das Community Camp Fire, wo sich die Employer Branding-Community in entspannter Atmosphäre treffen kann. Insgesamt haben wir über 80 Sessions geplant.

Ein Highlight ist die mexikanische Party, die „Fiesta Mexicana Loca de HR“, die am zweiten Tag um 17:30 Uhr stattfindet. Es gibt Live-Musik und spezielle Getränke – das wird eine Gelegenheit sein, auch mal die lustigen Seiten des HR-Alltags zu genießen. Außerdem wird der österreichische Wirtschaftskabarettist Ottmar Kastner auftreten, um die Teilnehmer zum Lachen zu bringen. Dabei geht es nicht nur um Unterhaltung, sondern auch um Inhalte mit Substanz.

Gunnar Sohn: Und die Verleihung des „Employer Brand Manager of the Year“ wird sicher auch ein Höhepunkt sein, oder?

Reiner Kriegler: Absolut! Die Verleihung findet am ersten Messetag, dem 10. September, um 10:15 Uhr auf der Employer Branding Stage statt. Wir werden die besten Employer Branding-Managerinnen und -Manager aus Deutschland und Österreich auszeichnen. Das Besondere daran ist, dass es hier nicht um schicke Kampagnen geht, sondern um die Menschen hinter den Kulissen, die oft hart für ihre Projekte kämpfen.

Gunnar Sohn: Ein großes Thema ist sicherlich auch Employer Branding in Krisenzeiten. Wie geht Ihr damit um?

Reiner Kriegler: Ja, dieses Jahr gibt es viele Sessions, die sich mit Employer Branding in Krisenzeiten beschäftigen. Ein Schwerpunkt ist „Guerilla Employer Branding“ – also Strategien, die ohne großes Budget auskommen. Unternehmen wie Miele und ZF Friedrichshafen zeigen, wie sie trotz Personalabbau weiterhin in ihr Employer Branding investieren. Diese Krise hat eine neue Qualität, weil Unternehmen erkannt haben, dass der Fachkräftemangel und der Wandel des Arbeitsmarkts langfristige Herausforderungen darstellen, die man nicht ignorieren kann.

Gunnar Sohn: Ein weiteres wichtiges Thema ist die Entdeckung und Förderung von Talenten mit unkonventionellen Lebensläufen. Viele Unternehmen sind immer noch nicht in der Lage, Menschen mit unkonventionellen Lebensläufen richtig zu integrieren, obwohl gerade sie oft versteckte Talente mitbringen. Selbst wenn jemand keinen formalen Schulabschluss hat, heißt das nicht, dass diese Person kein Talent besitzt. Auf der Zukunft Personal Europe werden wir darüber sprechen, wie man diese „Hidden Champions“ entdeckt und fördert. Was ist deine Sicht auf dieses Thema?

Reiner Kriegler: Absolut, das ist ein entscheidendes Thema. Der Begriff „Talent“ wird oft nur auf sogenannte High-Performer angewendet, aber eigentlich hat jeder Mensch ein Talent, das es zu entdecken und zu fördern gilt. Gerade in der aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt müssen Unternehmen ihre Haltung ändern und sich auf das tatsächliche Potenzial eines Mitarbeiters konzentrieren, unabhängig von formalen Qualifikationen. Es geht nicht nur um das Employer Branding, sondern um eine grundsätzliche Haltungsfrage. Wenn jemand kulturell zum Unternehmen passt, entfaltet er sich ohnehin in dem, was er tut.

Gunnar Sohn: Du hast auch die Architektur der Messe und die Dialogorientierung hervorgehoben. Wie wird das in Köln umgesetzt?

Reiner Kriegler: Ja, das Konzept der Zukunft Personal Europe hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Die Messe wird immer dialogorientierter. Früher waren Messen oft statisch, aber jetzt geht es darum, Begegnungsplattformen zu schaffen. Wir haben bewusst auf klassische Bühnen verzichtet, um den Austausch zu fördern. Bei uns gibt es keine klassische Bühne, sondern eher ein Townhall-Format. Das Publikum soll nicht nur zuhören, sondern aktiv teilnehmen. Die Messehallen selbst sind vielleicht nicht die coolsten Orte, aber sie sind funktional und bieten die Flexibilität, die wir brauchen, um diese Dialogformate umzusetzen.

Die Transformation der Messe hin zu einem Ort echter Begegnung ist gut spürbar, und ich glaube, das ist auch einer der Gründe, warum die Teilnehmerzahlen Jahr für Jahr steigen. Die Menschen wollen sich austauschen, lernen und vernetzen – und das auf einer gleichwertigen Ebene.

Gunnar Sohn: Zum Schluss, warum sollte man die Zukunft Personal Europe auf keinen Fall verpassen?

Reiner Kriegler: Die Zukunft Personal Europe ist die größte HR-Fachveranstaltung Europas, vielleicht sogar weltweit. Aber das Besondere ist die hohe Qualität der Begegnungen, die sie ermöglicht. Es geht nicht nur darum, sich mit Wissen vollzupumpen, sondern um den echten Austausch und das Networking. Die Messe wird jedes Jahr dialogorientierter. Hier seid ihr im Gespräch und nicht im Publikum – und das macht den Unterschied.

Gunnar Sohn: Das ist ein wunderbares Schlusswort. Vielen Dank, Reiner, für das Interview. Wir freuen uns auf die Zukunft Personal Europe und sind gespannt auf die kommenden Tage.

Reiner Kriegler: Ich danke dir, es hat mir viel Spaß gemacht. Ich freue mich sehr auf die Messe in Köln. Tschüss!

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