
Live aus Stuttgart, vom zweiten Tag der Zukunftspersonal Süd, berichten wir aus Halle 1, direkt neben der Keynote-Bühne. Felix Magath wird gleich auftreten und über psychische Gesundheit in der Teamführung sprechen. Doch bevor er die Bühne betritt, haben wir die Gelegenheit, mit Dr. Eva Brandt von Mind Codex zu sprechen. Unser Thema: Profiling im Personalmanagement.
Dr. Brandt erzählt, dass viele Managerinnen und Manager sie gefragt haben, wie sie erkennen können, wie es ihren Mitarbeiter*innen geht, wenn sie nur noch auf dem kleinen Bildschirm zu sehen sind. Ihre Antwort überrascht: „Jetzt kannst du den Mitarbeiter direkt ins Gesicht starren und gucken, wie es ihm geht.“ Doch die Frage bleibt: worauf soll man achten?
Um diese Frage zu beantworten, hat Mind Codex ein Profiling-Tool entwickelt. Sie haben sechs Schauspielerinnen und Schauspieler engagiert und sie gebeten, die sieben Basisemotionen im Gesicht zu zeigen. Diese Emotionen können dann erkannt und interpretiert werden, was für die Teamführung von großer Bedeutung ist.
Dr. Brandt betont, dass Menschenkenntnis ein Schlüsselmoment und ein gutes Werkzeug für Führungskräfte ist. Sie spricht auch über die Auffälligkeiten, die auftreten können, wenn jemand nicht mehr empfänglich ist. „Wenn die Augen sich gar nicht mehr bewegen, aber wir nicht angestarrt werden, dann können wir davon ausgehen, dass derjenige entweder ganz in seinen eigenen Gedankengängen vertieft ist oder gar nicht mehr zuhört“, erklärt sie.
Aber wie erkennt man jemanden, der nur so tut, als ob er interessiert ist? Laut Dr. Brandt ist das viel schwieriger. „Wenn wir jemanden mögen, dann spiegeln wir die Körpersprache unbewusst. Diese unbewusste Spiegelung signalisiert dann dem Unbewussten des Gesprächspartners, dass wir uns gut verstehen und gleichzeitig dem Bewusstsein des Gesprächspartners, oh, denjenigen mag ich auch.“
Dr. Brandt spricht auch über die Bedeutung der Körpersprache in der Rhetorik und wie man erkennen kann, wenn jemand zu weit geht. Sie erklärt, dass verschiedene Persönlichkeitstypen unterschiedliche Körpersprachen haben und dass es wichtig ist, authentisch zu bleiben.
Zum Schluss redet Dr. Brandt über die Rolle des Profilings in der Rekrutierung und wie man Lügen im Lebenslauf oder über Erfahrungen und Leidenschaften erkennen kann. Sie betont, dass es wichtig ist, die Wahrheit zu sagen und authentisch zu sein. „Wenn ich dem später vertrauen soll, dass er eine gute Buchhaltung macht oder dass er das Unternehmen im Finanzbereich wirklich gut führt, dann sollte das im Vorfeld auch schon ordentlich sein“, sagt sie.