
„Tens of millions of dollars well spent.“ YOU NEVER KNOW.
Nein, Sam. Wir wissen. Du machst Spaß. Ironie. Internetwitz. Aber wie das so ist mit Ironie im CEO-Sprech: Sie landet zwischen zwei Buzzwords, stirbt einen Token-Tod und wird dann von TechCrunch als Prophetenspruch verkauft.
Die Medien springen an wie neurotische Hunde auf den Postboten der Apokalypse. „Höflichkeit kostet die Welt!“, „Sagen Sie sofort dem Bot Du Arsch – die Erde brennt!“.
Als hätten wir nicht schon genug Absurdismus in der Timeline. Jetzt kommt auch noch der Chatbot-Knigge in die CO₂-Bilanz. Wo bleibt der Weltklimarat der Umgangsformen?
Und die Moral? Keine! Das ist hier nicht Moral. Das ist Techfeuilleton mit Lachgas. Du sitzt da, tippst „Danke“ in ein Textfeld, fühlst dich wie ein zivilisierter Mensch – und Sam winkt aus dem Maschinenraum: BRO, DU KOSTEST MICH GELD!
Aber Moment: Ist das nicht… irgendwie schön? Dass in der größten Datenmühle der Menschheitsgeschichte Höflichkeit noch ein Skandalfaktor ist? Dass ausgerechnet das, was sonst niemand mehr in Meetings, Zoomcalls, Kommentarspalten zeigt – ein kleines, unschuldiges „Bitte“ – plötzlich zum disruptiven Akt wird?
Gut, dann sei es so. Rebellion ist Höflichkeit. Der wahre Systemcrash ist ein „Guten Morgen“. Das nächste Mal schreibst du dem Bot also:
„Lieber ChatGPT, ich hoffe, du hattest einen angenehmen Abend. Würdest du mir bitte einen kurzen Abriss über thermodynamische Paradoxien geben? Danke dir vielmals im Voraus. Herzliche Grüße!“
Sam? Rechne schon mal mit Milliardenverlust.
Wir meinen’s ernst.
Du weißt schon.
YOU NEVER KNOW.
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