Besorgniserregende Zahlen zu Krankheitstagen und psychischen Erkrankungen in Deutschland #ZukunftPersonal

„So krank war Deutschland noch nie“, titelt die Bild-Zeitung. Laut einer Meldung der DAK hat sich die Hälfte der Versicherten im Job zwischen Januar und Juni mindestens einmal krankgemeldet. Alarmierend sei insbesondere der Anstieg der Krankmeldungen aufgrund von Depressionen und Anpassungsstörungen, so DAK-Vorstandschef Andreas Storm. Er bezeichnete den weiteren Anstieg der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen als besorgniserregend.

Dieses Thema griff auch die Sendung „Zukunft Personal Nachgefragt“ auf. In einer aktuellen Folge diskutierten Laura Bornmann und Dr. Eva Elisa Schneider über Burnout und psychische Gesundheit am Arbeitsplatz.

Laura Bornmann skizzierte die Notwendigkeit von „New Leadership“, bei dem menschliche und ehrliche Führungskräfte gefordert sind, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Sie sagte: „Was wir auch sehen ist, dass Führungskräfte extrem viele Anforderungen erfüllen müssen. Führungskräfte fühlen sich oft überlastet und sind in einer Sandwich-Position zwischen alter und neuer Arbeitswelt. Wir müssen empathischere Führungskräfte fördern, die den Menschen in den Fokus stellen. Es gibt viele Studien, die belegen, dass eine schlechte Führung zu Unzufriedenheit und hoher Wechselbereitschaft führt. Die Gallup-Studie zeigt, dass 86 Prozent der Menschen wenig bis gar nicht an ihr Unternehmen gebunden sind, was katastrophal ist. Wir brauchen heute mehr Führungskräfte, die vorbereitet sind auf die neue Arbeitswelt, und müssen mehr in Führungskräfteentwicklung investieren.“

Dr. Eva Elisa Schneider ergänzte, dass die vergangenen Jahre durch multidimensionalen Stress gekennzeichnet waren, was die psychische Gesundheit vieler Arbeitnehmer erheblich belastet habe. Sie erklärte: „Die Menschen haben sehr viel Stress erlebt, der sich über mehrere Lebensbereiche erstreckt hat. Dieser Kontrollverlust führt zu Angst, Sorgen und Anspannung, was langfristig zu psychischen Belastungen führen kann. Wir müssen verschiedene Ansätze verfolgen, um psychische Belastungen abzuschwächen oder vorzubeugen. Dazu gehören Prävention, Früherkennung und Intervention. Derzeit investieren Unternehmen viel in die Prävention, was gut ist. Aber wir klammern den Bereich der Früherkennung aus, obwohl es wichtig ist, frühzeitig einzugreifen, bevor eine totale Belastung entsteht.“

Dr. Schneider hob hervor, dass der Kontakt mit anderen Menschen anstrengender geworden sei, weil alle dauerhaft angespannt seien. „Ein stabiles und festes soziales Netz kann Krisen und Stress abpuffern. Wenn wir alle in einem dauerhaften Alarmmodus sind, denken wir mehr an uns selbst und weniger an das Kollektiv, was unsere Resilienz schwächt. Es ist wichtig, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen und Strukturen zu schaffen, die die Gesundheit am Arbeitsplatz unterstützen.“

Die steigenden Zahlen der Krankmeldungen und der psychischen Erkrankungen verdeutlichen die Dringlichkeit, sich intensiv mit diesen Themen auseinanderzusetzen und Maßnahmen zu ergreifen, um die psychische Gesundheit der Arbeitnehmer zu fördern und zu schützen.

Wir vertiefen das auf der Zukunft Personal Europe in Köln vom 10. bis 12. September.

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