
Im neuen Sohn@Sohn-Newsletter geht es um einen Fund, der weit über Dogmengeschichte hinausführt: ein antiquarisch entdeckter Diskussionsbeitrag von Dieter Fritz-Aßmus über Karl Knies und dessen „historischen“ Beitrag zur finanzwissenschaftlichen Militärökonomik. Der Beitrag verbindet Nationalökonomie, Finanzwissenschaft, Sicherheitspolitik und die aktuelle Debatte über ein gesamtstaatliches Sicherheitsökosystem.
Der Ausgangspunkt führt über David Eisermann und dessen Vater Gottfried Eisermann. Fritz-Aßmus würdigte Eisermann ausdrücklich dafür, auf die Bedeutung früher, teils ungezeichneter Aufsätze von Karl Knies für dessen wissenschaftstheoretische Gedankengänge, methodologische Arbeit und nationalökonomische Konzeption hingewiesen zu haben. Von dort aus öffnet sich der Blick auf Knies als frühen deutschen Militärökonomen.
Im Zentrum steht eine Frage, die Deutschland im Jahr 2026 unmittelbar betrifft: Was kostet Wehrfähigkeit wirklich? Knies behandelte die Dienstleistung des Soldaten, die Conscription, also die staatliche Einziehung zum Militärdienst, die Militärsteuer und das moderne Kriegswesen als Fragen der politischen Ökonomie. Sicherheit erscheint bei ihm als Staatslast: Sie kostet Geld, Zeit, Ausbildungskapazität, industrielle Vorhaltung, Verwaltungskraft, Infrastruktur und gesellschaftliche Beteiligung.
Der Beitrag zeigt, weshalb diese ältere finanzwissenschaftliche Debatte heute wieder anschlussfähig ist. Eine moderne Sicherheitsordnung kann sich kaum auf Verteidigungsetats, Beschaffungsvorhaben und Zuständigkeiten beschränken. Wehrfähigkeit entsteht durch das Zusammenspiel von Streitkräften, Industrie, Kommunen, Forschung, digitaler Infrastruktur, Energieversorgung, Zivilschutz, Verwaltung und politischer Steuerungsfähigkeit.
Der vollständige Essay ist im aktuellen Sohn@Sohn-Newsletter erschienen:
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