📌 Zölle führen nicht zur Größe – Ein Mahnbrief aus dem Jahr 1820 an Präsident Trump 📌 Tariffs Do Not Make Nations Great – A Cautionary Letter from 1820 to President Trump @realDonaldTrump

📜 Brief von Johann Joseph Eichhoff an Donald J. Trump

Bonn-Kessenich, den heutigen Tagen gleich

Hochgeehrter Herr Präsident Trump,

mit ernster Sorge betrachte ich die von Ihnen wiederholten Eingriffe in die Ordnung des freien Welthandels. Ihre Zollmaßnahmen, die Sie zur Protektion heimischer Industrien ergreifen, erinnern mich schmerzlich an Debatten aus dem Jahre 1820, die wir im Deutschen Bund bereits zur Genüge geführt haben – und die, mit Verlaub, zu keinem besseren Wohlstand führten, sondern zur Verhärtung, Spaltung und ökonomischen Rückschritt.

Erlauben Sie mir, aus meiner Denkschrift über Artikel XIX der Deutschen Bundesakte zu zitieren: Damals forderten einige, hohe Einfuhrzölle zum Schutz deutscher Fabrikate einzuführen. Ihre Absicht war nicht unedel – sie wollten sich gegen die überlegene englische Industrie behaupten. Doch mein Einwand lautete schon damals: Ein Land kann durch die Einfuhr fremder Waren nicht verarmen, solange es zahlungsfähig ist. Der Handel ist keine Einbahnstraße, sondern Austausch.

Fürst von Hardenberg, königlich-preußischer Staatskanzler, formulierte es noch klarer, als er 1818 den Fabrikanten aus Gladbach entgegnete:
„Indem der Fremde gehindert wird, seine Erzeugnisse abzusetzen, verliert er auch die Mittel, unsere Erzeugnisse zu kaufen.“

Was Sie betreiben, verehrter Herr, ist nicht Aufbau, sondern Abschottung – nicht Prosperität, sondern ein verzweifelter Rückgriff auf längst widerlegte Strategien.

Wissen Sie, dass Frankreich im frühen 19. Jahrhundert 26.000 Beamte zur Sicherung seiner Außenzölle unterhalten musste? Und dass England Reiterregimenter gegen Schmuggler einsetzte, die teurer waren als der Verlust durch freien Handel? Das deutsche Beispiel zeigt: Zollgrenzen innerhalb eines Staatenbundes lähmen den Austausch, fördern Missgunst und verhindern wirtschaftliches Gedeihen. Erst als wir uns durch die Stein-Hardenbergschen Reformen zu wirtschaftlicher Liberalisierung bekannten, blühte Preußen auf.

Die Hoffnung liegt nicht im Zwang, sondern im Vertrauen: in den Tausch, nicht in den Bann. Sie wollen Amerika „great again“ machen – aber Größe entsteht nicht aus Mauern, sondern aus Brücken.

Mit Respekt,
Johann Joseph Eichhoff
Königlicher Regierungsrat a. D.


📜 Letter from Johann Joseph Eichhoff to Donald J. Trump

Bonn-Kessenich, as if written today

Most Honorable President Trump,

I observe your repeated interventions in the order of global free trade with growing concern. The tariffs you impose in the name of protecting domestic industries remind me painfully of the debates we already had in the German Confederation back in 1820—debates that led not to prosperity, but to stagnation, division, and economic regression.

Permit me to quote from my memorandum on Article XIX of the German Federal Act:
Back then, some demanded high import duties to shield German factories from superior British products. Their intention was noble—but flawed. Even then I argued: A country cannot grow poor by importing foreign goods as long as it retains the capacity to pay. Trade is not a one-way street—it is reciprocal.

Prince von Hardenberg, the Prussian State Chancellor, stated it even more clearly in 1818, when he replied to the factory owners of Gladbach:

“If the foreigner is hindered from selling his products, he loses the means to purchase ours.”

What you pursue, dear sir, is not construction but isolation—not prosperity but a desperate return to long-refuted doctrines.

Did you know that France, in the early 19th century, maintained 26,000 customs officials just to guard its borders? That England deployed cavalry regiments against smugglers, costing more than any loss due to free trade? Germany’s own example shows: internal customs borders paralyze commerce, foster resentment, and block economic growth. Only when we embraced the liberal reforms of Stein and Hardenberg did Prussia flourish.

Hope does not lie in force but in trust—in exchange, not exclusion. You wish to make America great again. But greatness arises not from walls, but from bridges.

With due respect,
Johann Joseph Eichhoff
Royal Government Councillor (retired)

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