
Die Unterhaltung zwischen Jan-Philipp van Olfen, einem jungen Absolventen des Masters Ökonomie – Verantwortung – Institutionsgestaltung, und seinem Studiengangsleiter, Lars Hochmann, offenbart eine bemerkenswerte Mischung aus intellektuellem Tiefgang und pragmatischer Klarheit. Es ist ein Gespräch, das zwischen den Zeilen den Wunsch nach Gestaltung und Veränderung in einer Welt spiegelt, die oft starr und unnachgiebig erscheint – eine Welt, die van Olfen mit seiner Haltung, die er als „Prozessgestalter“ einnimmt, durchdringen und formen möchte.
Von Beginn an erweckt Hochmanns einleitendes Zitat von Kafka, das „Buch als Axt für das gefrorene Meer in uns“, eine gewisse Schwere und gleichzeitig Dringlichkeit, die dem Gespräch eine besondere Note verleiht. Es ist, als würde das Wort „Institution“ selbst schon ein Bild von kaltem, unnachgiebigem Eis heraufbeschwören, das nur darauf wartet, durch die richtige Hand – oder die richtige Haltung – gesprengt zu werden. Van Olfen präsentiert sich als einer, der die nötigen Werkzeuge mitbringt, jedoch keine Axt schwingt, sondern Räume öffnet, in denen die Eisbrocken von den Betroffenen selbst geschmolzen werden.
Was wäre aus van Olfen geworden, wenn ihm nicht der Rahmen seines Studiums die Möglichkeit gegeben hätte, seine Ideen in der Praxis zu erproben? Es ist ein Bild, das aufscheint, wenn er von seiner Zeit bei der Segelabteilung des FC St. Pauli spricht, wo er zum ersten Mal die langfristige Begleitung einer Organisation erlebte. Man könnte fast meinen, dass van Olfen in diesen Momenten ein wenig wie ein Chronist wirkt, der sich nicht nur die Geschichte einer Institution aneignet, sondern sie auch aktiv mitschreibt – ein Schreiber, der den Prozess nicht nur dokumentiert, sondern ihn durch sein eigenes Tun verändert.
„Die Betroffenen zu Beteiligten machen“ – in diesen Worten liegt vielleicht der Kern dessen, was van Olfens Ansatz so besonders macht. Er sieht sich nicht als Allwissender, der von außen fertige Lösungen präsentiert, sondern als jemand, der Prozesse anstößt und begleitet. Es ist eine Haltung, die, wie er selbst sagt, Empathie, Flexibilität und vor allem ein tiefes Verständnis für die Dynamiken innerhalb von Gruppen erfordert.
Was jedoch im Gespräch wie ein leises Beben unter der Oberfläche zu spüren ist, ist die Frage nach der Nachhaltigkeit solcher Prozesse. Van Olfen ist sich der Grenzen seiner eigenen Rolle bewusst, verweist auf die Notwendigkeit externer Expertise und zeigt damit eine Reflektiertheit, die für jemanden in seiner Position essentiell ist. Gleichzeitig schwingt in seiner Begeisterung für Themen wie Kommunikation und Gruppendynamik eine unübersehbare Leidenschaft mit – ein Feuer, das ihn antreibt, trotz aller Hindernisse weiter an der Gestaltung von Institutionen zu arbeiten.
Das Gespräch endet fast schon erwartungsgemäß mit einem Blick in die Zukunft, wo van Olfen seine Arbeit fortsetzen will, nun unterstützt durch das „Lotsenpack“, eine Gründung gemeinsam mit seinen Kommilitonen. Es ist ein Schluss, der Hoffnung gibt, dass die Reise, die hier besprochen wurde, gerade erst begonnen hat.
Vielleicht wäre es übertrieben zu sagen, dass van Olfen mit seinen Methoden tatsächlich die Welt verändern wird. Aber er schafft es, die Menschen dazu zu bringen, ihren eigenen Weg zu finden – und das ist, in einer oft überkomplizierten Welt, eine bemerkenswerte Leistung.