Rudi Bachmanns Warnung: Das Gift der Inflation und die Gefahr der Spaltung – warum Deutschland zur Bundestagswahl 2025 soziale Sicherheit neu denken muss @BachmannRudi

Rudi Bachmanns Interview in der ZEIT ist mehr als eine wirtschaftliche Analyse. Es ist ein vielschichtiges Narrativ, das uns einen Moment innehalten lässt und erkennen lässt, wie wenig wir die wirtschaftlichen Mechanismen begreifen, die uns beeinflussen. Bachmann seziert die amerikanische Gesellschaft mit chirurgischer Präzision, legt ihre Widersprüche offen und zeigt, wie sich das Gefühl von Wohlstand und Stabilität durch unsichtbare Hände allmählich in Unsicherheit und Unzufriedenheit verwandelt.

Das Rätsel der Diskrepanz zwischen Statistik und Realität

„Alles wird teurer, und du verstehst nicht richtig, warum“ – dieser Satz zieht sich wie ein roter Faden durch seine Ausführungen und beschreibt das Phänomen einer Bevölkerung, die wirtschaftliche Indikatoren wie Vollbeschäftigung und Wachstum ignoriert, weil sie eine andere Realität erlebt. Eine Realität, in der Inflation und sinkende Reallöhne das Gefühl von Sicherheit untergraben. Bachmann fragt, wie es sein kann, dass ein Land mit einer historisch niedrigen Arbeitslosenquote und soliden Wachstumsraten sich so tief gespalten und orientierungslos fühlt.

Inflation als Gift, das die Gesellschaft lähmt

In den USA treffen steigende Zinsen auf eine Gesellschaft, die ihren Konsum über Kredit finanziert, und verschärfen soziale Risse, die an die Oberfläche dringen, wo Arbeitsplätze und Stabilität nicht mehr synchronisiert sind. „Inflation ist ein Gift“, erklärt Bachmann, und dieses Gift raubt der Gesellschaft das Gefühl der Selbstwirksamkeit. Die Einzelnen erleben, wie ihre Löhne stagnieren und die Preise steigen, und verlieren das Vertrauen in die wirtschaftlichen Institutionen, die sie früher einmal geschützt haben.

Vom sozialen Unbehagen zur politischen Instrumentalisierung

Bachmann führt uns zu einer weiteren beunruhigenden Beobachtung: die Verschmelzung von sozialem Unbehagen und politischer Instrumentalisierung in der Grenz- und Drogenkrise. Anhand der Opioidkrise, die durch Big Pharma verursacht wurde, erläutert er, wie rechte Kräfte diese auf die Frage der Migration lenken. Menschen, die Opfer eines Wirtschaftssystems geworden sind, das sie im Stich lässt, wenden sich an politische Kräfte, die dieses Versagen zu kaschieren wissen und Sündenböcke kreieren, um die öffentliche Wut von den eigentlichen Verursachern wegzulenken.

Eine Vorahnung für die politische Lage in Deutschland

In der Hinsicht ist Bachmanns Analyse nicht nur ein Blick in das amerikanische Gesellschaftsgefüge, sondern auch ein Fingerzeig auf mögliche Entwicklungen hier in Deutschland. Steigende Preise, ein immer unsicherer Arbeitsmarkt und das Gefühl, dass der Einzelne in einer immer undurchsichtigeren Wirtschaftswelt die Kontrolle verliert, könnten auch hier eine Saat des Misstrauens und der Radikalisierung ausbringen. Vor den kommenden Wahlen steht Deutschland an einer ähnlichen Schwelle: Inmitten von ökonomischen Unsicherheiten, die die politische Landschaft radikalisieren und populistische Bewegungen befeuern könnten, steht die Frage im Raum, wie die politische und wirtschaftliche Elite auf diese Zeichen der Zeit reagieren wird.

Der Kollisionskurs der Wahrnehmungen

Bachmann beschreibt das amerikanische System als einen „Kollisionskurs der Wahrnehmungen“, in dem die Statistiken und die Realität der Menschen auseinanderklaffen. Ist das ein Vorspiel zu einem ähnlichen Szenario hierzulande? Wenn wir nichts dagegen tun, könnte die Kluft zwischen jenen, die von den wirtschaftlichen Modellen profitieren, und jenen, die darin zerrieben werden, auch in Deutschland bald größer werden.

Lehren für die Bundestagswahl 2025

Was also bleibt uns für die bevorstehende Bundestagswahl im Februar 2025? Bachmanns Interview lehrt uns, dass es nicht reicht, sich allein auf positive ökonomische Kennzahlen zu verlassen. Arbeitslosenquoten und Wachstumsraten mögen im technischen Sinne stabil sein, aber sie erfassen nicht das Gefühl wirtschaftlicher Ohnmacht, das viele Bürger erleben, wenn sie sich die Dinge des Alltags nicht mehr leisten können. Bachmann würde wohl empfehlen, dass politische Entscheidungsträger in Deutschland über die traditionellen wirtschaftlichen Erfolge hinausblicken und den Fokus auf das tatsächliche Erleben der Menschen legen. Es braucht eine Politik, die Lohnsteigerungen realistisch ermöglicht, ohne die Inflation weiter zu befeuern, und die soziale Sicherheiten so gestaltet, dass sie auch in Zeiten finanzieller Belastungen greifen.

Den Menschen greifbare Antworten geben

Ein zentrales Anliegen wäre es, die Kommunikation über wirtschaftliche Zusammenhänge zu verbessern und den Menschen klare, greifbare Antworten zu geben – denn wie Bachmann sagt: „Alles wird teurer, und du verstehst nicht richtig, warum.“ Diese Unsicherheit gilt es aufzulösen, um die Wählerinnen und Wähler nicht in die Arme populistischer Kräfte zu treiben, die einfache Scheinlösungen anbieten. Die kommende Wahl könnte damit zu einer Weggabelung für Deutschland werden, an der sich entscheidet, ob wir die sozialen Risse zu überbrücken wissen oder ob wir zulassen, dass sie sich weiter vertiefen.

Siehe auch:

It’s the economy, stupid: Die Wirtschaft, die öffentliche Meinung und die Regierung – Ausblick auf den Bundestagswahlkampf 2025

Trumps Wahlsieg und die „Schweigespirale 2.0″

Aristopopulismus: Die Wahl in den USA und ihre Folgen für die Welt – mit Rudi Bachmann

Thread zum US Wahlergebnis

Nun zu den Gruenden: Die wahlentscheidenden Gruende aus den Nachwahlbefragungen waren Wirtschaft, Migration, Abtreibung, Demokratie. Und ganz sicher nicht die Aussenpolitik. Russland, Ukraine, etc. das interessiert in den USA nur noch eine Elite. 

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