
Kernfragen & Thesen
- Paradoxien in Organisationen
→ Niklas Luhmann: Paradoxien werden nicht aufgelöst, sondern verstärkt.
→ Dirk Baecker: „Zirkel der Selbstbestätigung“ als zentrales Problem. - Manager und die Tendenz zur Vereinfachung
→ Alfred Kieser (1996): Steigende Umweltkomplexität führt zu narrativen Verengungen.
→ Herbert A. Simon: „Bounded Rationality“ – Manager handeln nicht optimal, sondern zufriedenstellend. - Steuerungsillusion und Managementmoden
→ Luhmann: „Kaum etabliert, drängt ein neues Modell auf den Markt.“
→ James G. March: Organisationen erzeugen sich ihre eigene Umwelt und halten diese für alternativlos. - Autopoiesis von Organisationen
→ Luhmann: Organisationen verstetigen interne Strukturen und verhindern grundlegende Transformation.
→ Lernfähigkeit vs. Selbstbestätigung: Warum sich Unternehmen oft nicht anpassen können.
Führungsstile und Realität in Deutschland (Basierend auf Kienbaum & StepStone Leadership Survey)
- Prävalenz direktiver Führung:
- 68 % der Fachkräfte erleben direktive Führung.
- 15 % bewerten ihre Führungskraft als strategisch.
- 11 % berichten von Laissez-faire-Führung.
- Wunsch vs. Wirklichkeit:
- Bevorzugt: Transformationale (88 %), strategische (84 %) und ethische Führung (78 %).
- Abgelehnt: Transaktionale (73 %) und Laissez-faire-Führung (94 %).
- Was ist transaktionale Führung?
- Führung nach dem Prinzip „Leistung gegen Belohnung“.
- Klare Zielvorgaben mit direkter Belohnung oder Sanktionierung.
- Strukturierte Prozesse und feste Entscheidungswege.
- Vorteil: Hohe Berechenbarkeit und Effizienz.
- Nachteil: Wenig Flexibilität und Innovationsförderung.
- Problematische Diskrepanzen:
- Selbst- und Fremdwahrnehmung von Führung unterscheiden sich massiv.
- Direktiv geführte Teams sind oft effizient, aber nicht innovationsfördernd.
- Führungskräfte unterschätzen ihren negativen Einfluss.
Fragen:
- Steuerungslogik vs. Realität
- Warum hält sich der Glaube, dass Organisationen „steuerbar“ sind, trotz aller Widersprüche so hartnäckig?
- Ist die Fixierung auf Kontrolle im Management eher eine kulturelle Prägung als eine funktionale Notwendigkeit?
- Moden im Management
- Warum neigen Führungskräfte dazu, sich schnell wechselnden Managementmodellen anzupassen?
- Gibt es Alternativen zu dieser „Modeindustrie“ des Managements?
- Führungsstile im Wandel der Zeit
- Sind direktive Führungsstile ein Relikt aus der industriellen Wirtschaft oder nach wie vor nötig?
- Welche Rolle spielen transformationale und ethische Führung tatsächlich in der Praxis?
- Zukunft der Führung
- Ist eine neue Form der „reflektierten Rationalität“ notwendig, die Widersprüche nicht auflöst, sondern integriert?
- Was bedeutet das für die Ausbildung künftiger Führungskräfte?
Man hört, sieht und streamt sich um 16 Uhr: