Medien-Superhelden und die KI-Bösewichte: Der epische Battle um Klicks und Glaubwürdigkeit – Cision’s State of the Media Report 2024

Erinnerst du dich? 2009, als Social Media noch ein junges Spielzeug war und wir alle unsicher durch Facebook stolperten? Jetzt, 15 Jahre später, ist die digitale Welt das Alles und das Nichts, vollgepackt mit seltsamen alten und neuen Göttern. Instagram, das heuteige Goldkind, damals noch nicht mal geboren. Und Journalisten? Sie kämpfen. Mehr denn je. Der Report zeigt es: 97 Prozent von ihnen nutzen heute Social Media. Die Zahl, die uns sagen sollte, dass die alte Medienwelt tot ist. Ein Zombie, umgeben von Influencern und TikTok-Tänzern.

Cision malt das Bild einer Branche in Agonie. Glaubwürdigkeit als Vertrauensquelle, Anpassung an das sich verändernde Nutzerverhalten – die heiligen Gräle, nach denen die Journalisten greifen, die in den immer kleiner werdenden Redaktionen verbleiben. Ein wahnsinniger Tanz auf dem Vulkan aus Fake News und KI-Dämonen. Ah, die Künstliche Intelligenz! Der neue Feind und Freund. 26 Prozent der Journalisten sehen sie als Herausforderung, und doch umarmen sie fast die Hälfte, von ChatGPT bis Gemini, wie ein Kind seinen Kuschelbären in der Nacht. Ideen, Recherche, Unterstützung – eine bittere Pille, die sie trotzdem schlucken.

Im Sturm von Multimedia und den Erwartungen, die diese mit sich bringt, steht der PR-Profi als Navigator. Relevanz ist das Schlüsselwort. „Mein Publikum verstehen und was es für relevant hält“ – der moderne Schlachtruf der PR gegen die Windmühlen der irrelevanten Informationen. Und doch: 50 Themenvorschläge pro Woche pro Journalist. Ein Tsunami der Bedeutungslosigkeit, aus dem nur wenige Perlen herausgefischt werden.

Regionaler Unterschied? Sicher, doch letztlich die gleiche Schlacht, ob in Europa, Nordamerika oder dem asiatisch-pazifischen Raum. Der Spagat zwischen Qualität und Überleben, zwischen Information und Klicks. Freiberuflich oder festangestellt, alle suchen sie das Gleichgewicht im Chaos.

Und Cision? Beobachtet, analysiert, präsentiert. Ein Lotse im Meer der Daten, der den PR-Profis den Weg weist. Mehr oder weniger. Ihre Umfrage, ein Spiegel, der den sich ständig wandelnden Journalismus reflektiert. Doch kann er ihnen wirklich helfen? Oder ist er nur ein weiteres Tool im Arsenal derer, die die neuen Mediengesetze schreiben?

Am Ende bleibt das Bild einer zerrissenen Branche, die sich neu erfinden muss. Glaubwürdigkeit gegen die Schnelligkeit, Relevanz gegen die Flut der Belanglosigkeit. Ein Kampf, der niemals endet. Und wir? Wir sehen zu, wie die Medienwelt sich weiter dreht, im ewigen Tanz zwischen Alt und Neu, zwischen Mensch und Maschine.

Ein Gedanke zu “Medien-Superhelden und die KI-Bösewichte: Der epische Battle um Klicks und Glaubwürdigkeit – Cision’s State of the Media Report 2024

  1. Ich bin zugedröhnt vom Rausch der Medien und der aus meiner Sicht zunehmenden „Verflachung“ der Inhalte. Hochkompentente Menschen haben es immer schwerer gegen Populisten. Die Meinung „klickt“ mehr als die Fakten. Die künstliche Intelligenz führt als „Autocompletion 2.0“ nur zur weiteren Rezitierung und Verflachung der Inhalte.

    Meine Reaktion? Nach Lektüre des Buches „Slow Productivity“ von Cal Newport ist mehr Tiefe, mehr Sorgfalt, weniger Geräusch.

    Ich entfolge, unsubscribe und enthalte mich, was das Zeug hält. Ich werde ein Digitaler Asket. Ein wenig jedenfalls.

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