Kommentar zum #Autogipfel: Forschung statt Subventionen für die Zukunft der Mobilität #GreenMonday

Inmitten der hektischen Diskussionen des Autogipfels wird ein altbekanntes Problem erneut sichtbar: die Kluft zwischen technologischem Anspruch und tatsächlicher Umsetzung. Die Automobilindustrie steht am Scheideweg – und während es verlockend erscheint, durch eine Abwrackprämie kurzfristige Erleichterung zu verschaffen, wäre dies nichts weiter als eine Belohnung für jahrelanges Managementversagen. Vom verpatzten Umstieg auf den E-Antrieb bis zum Scheitern, wirklich smarte und vernetzte Fahrzeuge auf die Straße zu bringen, zeigen die deutschen Hersteller vor allem eines: eine bedenkliche Inkompetenz in der Digitalisierung.

In diesem Kontext erscheint die Forderung von Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Maschinenbau-Verbandes VDMA, geradezu überfällig: Subventionen allein werden die Automobilbranche nicht retten. Statt Milliarden in veraltete Konzepte zu pumpen, ist es an der Zeit, dort zu investieren, wo der größte Hebel für nachhaltige Veränderungen liegt: in die Produktionsforschung und in innovative Technologien. Rauen bringt es auf den Punkt: „Investition in Innovation ist das Gebot der Stunde.“ Eine einfache, aber unüberhörbare Botschaft.

Der Maschinenbau hat bereits bewiesen, dass er in der Lage ist, durch technologische Pionierarbeit unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Doch dazu braucht es Forschungsförderung. Der Irrweg, die Mittel für die Batterieforschung zu kürzen, ist symptomatisch für eine Politik, die immer noch glaubt, kurzfristige Subventionen könnten strukturelle Probleme lösen. Vielmehr sollten wir in ein robustes Innovationsnetzwerk investieren, das die Transformation in Richtung digitaler und vernetzter Mobilität vorantreibt. Auf dem Green Monday in Köln wurden dafür interessante Konzept vorgestellt.

Gerade die industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF), ein oft übersehenes Juwel in der Innovationslandschaft, könnte die dringend benötigten Fachkräfte für die Antriebstechnologien der Zukunft ausbilden. Mehr Mittel, mehr Innovation – und nicht mehr Subventionen in ein längst überfälliges System – könnten den Autogipfel wirklich zukunftsfähig machen.

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