
Du kennst das Muster: Neues KI-Modell, neue Runde „Wer findet den lustigsten Fehler?“. Memes, Screenshots, Häme – Social-Media-Gold. Aber während alle auf den Fehltritt starren, läuft im Hintergrund die eigentliche Story: KI ist nicht mehr im Labor, sie ist im Alltag. Agentische Systeme erledigen komplexe Mehrschrittaufgaben ohne Dein Zutun – vom Vertrags-Check bis zur Prozesssteuerung in der Fertigung.
Die Technologie ist auf der Überholspur. Die Politik? Steht oft noch an der Raststätte und diskutiert die Straßenverkehrsordnung.
Ein anderer Kurs: Riemenschneider
Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider, die Bundesbeauftragte für den Datenschutz, hat in ihrer Keynote bei der 80. Bankwirtschaftlichen Tagung etwas gemacht, was in der Digitalpolitik selten vorkommt: Sie hat nicht nur Risiken heruntergebetet, sondern sich klar als Begleiterin positioniert.
Ihre Botschaft: Datenschutz muss nicht der Bremsklotz der Innovation sein. Er kann Standortvorteil sein – wenn er klug, beratend und praxisnah umgesetzt wird.
Anstatt Verbote in den Vordergrund zu stellen, setzt sie auf:
- Reallabore: Technologien im geschützten Rahmen testen und begleiten, statt sie durch unklare Regeln abzuwürgen.
- Strategic Foresights (was für Euch Klaus Burmeister, Hanna Rammig, Alexander Fink): Frühzeitig gemeinsam mit Wirtschaft und Wissenschaft Leitlinien für kommende Technologien erarbeiten.
- Beratung statt Strafe: Unternehmen befähigen, statt sie mit unklaren Auflagen zu verunsichern.
Die Analogie zur KI-Politik
Was Riemenschneider für den Datenschutz fordert, brauchen wir dringend in der KI-Politik:
- Klare Regeln – ja, aber frühzeitig und praxisnah.
- Möglichmacher-Mentalität – statt sich im Paragrafendschungel zu verlieren.
- Dialog mit Akteuren – statt Top-down-Vorgaben, die an der Realität vorbeigehen.
KI-Regulierung könnte genau wie Datenschutz zum Vertrauensvorteil werden – wenn sie nicht als reiner Verhinderer auftritt, sondern als Ermöglicher, der Unternehmen befähigt, Innovation sicher und verantwortungsvoll umzusetzen.
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