
Der Besuch von Bundesinnenministerin Nancy Faeser in der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Bonn ist mehr als nur ein routinemäßiger Auftritt. In Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spaltung und weltweiter Krisen wird politische Bildung zu einem zentralen Instrument zur Sicherung der Demokratie. Die bpb, ein fester Bestandteil der deutschen Bildungslandschaft, hat seit Jahrzehnten die Aufgabe, demokratische Werte und politische Bildung zu vermitteln. Doch genau dieser Auftrag gerät unter Druck – durch knappe finanzielle Mittel und den ständigen Ruf nach Sparmaßnahmen.
Inmitten dieser Debatten stellte Faeser im Pressegespräch klar: Es sei dringend notwendig, in politische Bildung zu investieren, besonders in Krisenzeiten. Sie sprach sich deutlich gegen Kürzungen aus und erklärte, dass sie sich persönlich dafür eingesetzt habe, dass Programme wie „Zusammenhalt durch Teilhabe“ nicht nur erhalten, sondern ausgebaut werden. „Wir haben das Budget von 12 auf 17 Millionen Euro erhöht“, sagte sie und verwies auf die Bedeutung dieser Mittel für Projekte, die direkt an der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts arbeiten.
Faeser machte keinen Hehl daraus, dass die politische Bildung vor allem im digitalen Raum weiterentwickelt werden müsse. Plattformen wie TikTok seien mittlerweile zentrale Orte der Meinungsbildung, besonders bei jungen Menschen. „Wir müssen dort sein, wo die Menschen sind, und das bedeutet auch, digitale Formate massiv auszubauen“, sagte sie. Die bpb spiele hier eine wichtige Rolle, um insbesondere junge Menschen anzusprechen und sie für politische Themen zu sensibilisieren.
Ein weiterer zentraler Punkt des Gesprächs war die Auseinandersetzung mit der AfD. Faeser machte deutlich, dass ein Verbotsverfahren nicht der richtige Weg sei. Vielmehr müsse die Partei entzaubert und die wahren Folgen ihrer politischen Agenda offengelegt werden. „Es geht darum, den Menschen klarzumachen, was die AfD-Politik wirklich bedeutet: längere Arbeitszeiten, härtere soziale Bedingungen und eine Rückkehr zu veralteten Rollenbildern“, erklärte sie.

Thomas Krüger, der Präsident der bpb, nutzte den Besuch, um den neuen Standort und das bpb:medienzentrum der Ministerin vorzustellen. Er äußerte sich erfreut über den Besuch und unterstrich die Bedeutung der politischen Bildung für die Gesellschaft. „Hier aus Bonn kommen wir, hier sind wir genau richtig, und hier werden wir mit unserem Stammsitz bleiben“, sagte Krüger. Er hoffe, dass viele Bürgerinnen und Bürger dem Beispiel Faesers folgen und das Medienzentrum besuchen, um sich über die Arbeit der bpb zu informieren.
Der Besuch von Nancy Faeser bei der bpb machte eines deutlich: Politische Bildung ist kein Randthema. Sie ist ein unverzichtbarer Baustein, um die Demokratie zu schützen und zu stärken. Gerade in Zeiten von Desinformation und zunehmendem Populismus ist die bpb ein unverzichtbares Instrument, um die Bevölkerung zu informieren und zu befähigen, aktiv an demokratischen Prozessen teilzunehmen. Doch dies kann nur gelingen, wenn die finanziellen Mittel vorhanden sind – und Faeser hat klargestellt, dass sie bereit ist, dafür zu kämpfen.
Pingback: Bildung und Bürgersinn: Wie das Lernen über Politik die Gesellschaft zusammenhält #EducationNewsCast - ichsagmal.com