Die Führerscheinprüfung fürs Denken mit Maschinen

Auf der Zukunft Personal Europe herrscht dichter Betrieb: 600 Aussteller und 770 Sessions, die im Scheinwerferlicht rotieren. Zwischen Panels zu Demografie, Benefits und Transformation feierte ein neues Projekt Premiere: Der HR Roundtable hob die HR Roundtable Academy aus der Taufe – und stellte als ersten Programmpunkt den „KI-Führerschein“ vor.

Die Idee klingt schlicht, birgt aber Sprengkraft. Der Führerschein soll zur kompakten Qualifizierung für den sicheren, fairen und gesetzeskonformen Umgang mit Künstlicher Intelligenz im Arbeitsalltag werden. Keine wolkigen Visionen, sondern praktische Handreichungen: Was verlangt der EU AI Act? Wie funktioniert verantwortungsbewusstes Prompting? Welche Fehlerkultur braucht der Umgang mit Maschinen?

„Verständig, praxisnah, motivierend“, so beschreibt Initiator Thomas Buck das Ziel. Die Academy soll zum Ort werden, an dem HR-Professionals nicht nur Wissen tanken, sondern auch Erfahrungen austauschen, Best Practices teilen und sich gegenseitig weiterentwickeln.

Der erste Kurs startet am 29. September. Er umfasst Grundlagen der KI, rechtliche und ethische Leitplanken, Anwendungsszenarien im HR-Alltag sowie praktische Übungen. Am Ende steht ein Test, der ein Zertifikat verleiht – den KI-Führerschein, der die nach Artikel 4 des EU AI Act geforderte „AI Literacy“ nachweist.

Für die Umsetzung sorgen zwei ausgewiesene Praktiker: Sven Semet, langjährig bei IBM für Watson Talent verantwortlich und heute bei Assima im Bereich Learning & Development tätig, sowie Oliver Ewinger, Berufspädagoge und LinkedIn Top Voice für KI, der seit Jahren praxisnahe Lernformate entwickelt.

Norbert Janzen, CHRO der Funke Mediengruppe, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung des Programms: „KI verändert HR tiefgreifend. Wer Verantwortung trägt, braucht nicht nur Neugier, sondern auch Orientierung, um Chancen zu nutzen und Risiken zu begrenzen.“

So wird aus der Academy mehr als ein neues Weiterbildungsangebot. Sie ist das Signal, dass HR den Umgang mit KI nicht länger den Technikabteilungen überlässt. Mit dem KI-Führerschein wird Kompetenz zum Standard – so selbstverständlich wie der Führerschein im Straßenverkehr.

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