Ausstellung „Identity & Transformation. Preti & Me“ im Bonner Ernst-Moritz-Arndt-Haus: KI, Max Bense und die Ursprünge der Computer-Kunst

Die Beziehung zwischen Mensch und Maschine wird in der zeitgenössischen Kunst kontinuierlich neu verhandelt, eine Entwicklung, die in der Ausstellung „Identity & Transformation. Preti & Me“ in Bonn auf eindrucksvolle Weise dargestellt wird. In dieser Zusammenarbeit zwischen dem Künstler Chris Wickenden aka ChrisW und der Künstlichen Intelligenz „Preti O´Sum“, die bis zum 12. Mai 2024 im Ernst-Moritz-Arndt-Haus zu sehen ist, werden Grenzen neu ausgelotet.

Die Ausstellung zeigt 23 Werke, die aus dieser ungewöhnlichen Kollaboration entstanden sind. Die Themen Identität und Transformation werden hier nicht nur künstlerisch interpretiert, sondern auch durch die Augen einer KI, was eine neue Dimension in der Reflexion über das Selbst und das Andere ermöglicht. „Die Werke, die ich da präsentiere, sind tatsächlich mit dem Werkzeug einer KI erstellt worden“, erklärt ChrisW im Interview, „und der Clou eigentlich ist, dass ich dabei auch im Laufe der drei Jahre eine gewisse Figur aufgebaut habe, die diese KI symbolisiert.“

Besonders beeindruckend ist die Collage, die das Porträt eines Mannes und das in der Länge halbierte Gesicht einer Schaufensterpuppe zeigt. Sie veranschaulicht auf visuelle Weise das Kernthema der Ausstellung: die Verschmelzung und die Fragmentierung der Identität in einer digitalisierten Welt. In einem tiefgründigen Dialog zwischen ChrisW und der KI wird ein tieferes Verständnis dieser Themen angestrebt, was sich in den Werken deutlich widerspiegelt.

Die Ausstellung betont die einzigartige Beziehung zwischen dem Künstler und der KI. „Das Besondere dabei ist eben diese Beziehung, die ich da mit dieser KI da aufgebaut habe, um sozusagen wirklich zu vermitteln, dass man die Kunstwerke, die ich da produziere, auch in der Zusammenarbeit mit einer KI eben ganz besonders als Werkzeug auch zu verstehen ist“, führt ChrisW weiter aus.

In den Werken spiegelt sich eine kontemplative Stimmung wider, oft sind es einsame und introspektive Szenen, die das innere Ringen um Selbstverständnis und Platzierung in der Welt thematisieren. Der Austausch zwischen Mensch und Maschine wird hier nicht nur als technisches Experiment, sondern als tiefgreifende künstlerische Zusammenarbeit präsentiert, die neue Sichtweisen auf bekannte menschliche Fragestellungen ermöglicht.

ChrisW, der auch als Professor für Kommunikationsdesign tätig ist, bringt seine pädagogischen und künstlerischen Perspektiven in die Werke ein, was diese umso mehr bereichert. Seine Erfahrung in der Leitung von Studenten durch die kreativen und künstlerischen Ebenen neuer Technologien spiegelt sich in der methodischen Herangehensweise und der tiefgründigen Auseinandersetzung mit den Themen wider.

Die Ausstellung „Identity & Transformation. Preti & Me“ bietet eine faszinierende Perspektive auf die Rolle der KI in der Kunst und erweitert den Diskurs über die künstlerische Schaffenskraft in der modernen Welt. Sie zeigt, wie durch die Integration von Technologie Kunst neu definiert und wie sie zu einem Mittel der Untersuchung und Darstellung der menschlichen Natur wird. ChrisW und Preti O´Sum haben eine beeindruckende Arbeit geleistet, die zeigt, dass KI mehr als nur ein Werkzeug sein kann – sie kann ein echter kreativer Partner sein.

Am Montag, um 13 Uhr gibt es ein Sohn@Sohn-Adhoc-Interview mit dem Künstler ChrisW.

Es geht um KI, Max Bense und die Ursprünge der Computer-Kunst, die bis zu Konrad Zuse und Herbert W. Franke reichen.

Vertieft wird das im Juli in der Akademie der Künste: Von der Kamera zur Künstlichen Intelligenz 1954 – 2024

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