Zwischen 4-Tage-Woche und 6-Tage-Marathon: Der Kampf um die neue Arbeitswelt – Ausblick auf Sessions von #ZukunftPersonal und #GreenMonday

In der heutigen, sich rasant entwickelnden Industrielandschaft stehen Unternehmen vor enormen Herausforderungen, die ständige Anpassung und Weiterentwicklung erfordern. Diese Themen wurden in der jüngsten Episode des Podcasts „Smarter Servicestalk“ ausführlich diskutiert, bei der Professor Heiko Wenzel von der Wenzel Group zu Gast war. Die Wenzel Group, ein führender Hersteller von Koordinatenmessgeräten, dient als Paradebeispiel für ein mittelständisches Unternehmen, das den Übergang von traditionellen Fertigungsprozessen zu modernen, digitalisierten Abläufen erfolgreich meistert.

Professor Wenzel, als Chief Digital Officer (CDO) verantwortlich für die Digitalisierung in seinem Unternehmen und gleichzeitig Hochschullehrer, sprach über zentrale Themen wie die 4-Tage-Woche, Automatisierung und den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Diese Diskussionen spiegeln die tiefgreifenden Transformationen wider, die viele mittelständische Unternehmen derzeit durchlaufen. „Innovation, Globalisierung und Resilienz sind die Schlüsselthemen, die uns aktuell beschäftigen“, betonte Wenzel. Besonders die Resilienz, also die Fähigkeit eines Unternehmens, flexibel auf unvorhergesehene Herausforderungen zu reagieren, sei heute wichtiger denn je.

Ein Highlight dieser Diskussion wird die Breakout-Session mit Professor Wenzel auf dem „Green Monday“ am 17. September in Köln sein. Dort wird er tiefer auf die Themen Nachhaltigkeit und Resilienz eingehen und darlegen, wie Unternehmen ihre Geschäftsmodelle zukunftsfähig gestalten können. Diese Veranstaltung verspricht wertvolle Erkenntnisse für mittelständische Unternehmen, die sich den Herausforderungen einer sich wandelnden Industrie stellen müssen.

Ein neues Feuer der Arbeitszeitdebatte: Guido Zander und die Zukunft der Arbeitsmodelle

Parallel dazu entfachte Guido Zander, der Meister des Arbeitszeitmanagements, in der Sendung „Zukunft Personal Nachgefragt“ eine neue Debatte um die Arbeitszeitmodelle. Im Interview zog Zander blank und kritisierte scharf die oberflächlichen Diskussionen rund um die Arbeitszeit. „Wir müssen endlich weg von diesen eindimensionalen Hypes. Vier-Tage-Woche hier, Sechs-Tage-Woche da – das ist alles nur oberflächlicher Blödsinn,“ wetterte Zander. „Warum nicht flexible Modelle? Warum nicht eine Arbeitswelt, die sich an die realen Bedürfnisse der Menschen anpasst?“

Zander sieht die Debatte um die Arbeitszeit durch einen klaren Filter. „Das Ganze ist eine degressive Geschichte“, erklärte er. „Einmal von 40 auf 36 Stunden – schön und gut. Aber von 35 auf 30? Da wird der Produktivitätsgewinn schnell zum Verlustgeschäft.“ Doch Zander bleibt nicht beim Zerpflücken stehen. Er bietet Lösungen an, die praxistauglich und durchdacht sind. „Wir brauchen mehr Wahlfreiheit“, forderte er. „Mitarbeiter sollen ihre Wochenarbeitszeit selbst bestimmen können. Das ist der wahre Game Changer. Keine Einheitslösung, sondern individuell angepasste Modelle.“

Seine Sicht auf die aktuellen Entwicklungen in Griechenland, wo die Sechs-Tage-Woche wieder möglich gemacht wurde, ist klar: „Es geht nicht darum, dass jetzt jeder 48 Stunden pro Woche arbeiten muss. Es ist eine Option, eine Möglichkeit. Und die Frage bleibt: Wird sie überhaupt genutzt?“

Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte der Arbeitszeitgestaltung

Professor Achim Truger, Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung, brachte eine volkswirtschaftliche Perspektive in die Diskussion ein. Er kritisierte die einfache Verknüpfung von Arbeitszeit und Wohlstand. „Längere Arbeitszeiten bedeuten nicht unbedingt mehr Wohlstand,“ so Truger. Er verwies auf die Tatsache, dass viele Frauen mehr arbeiten möchten – sei es zur eigenen sozialen Absicherung oder zur Selbstverwirklichung. Gleichzeitig könnten Männer, oft die Hauptverdiener, ihre Arbeitszeiten reduzieren. Diese Umverteilung innerhalb der Haushalte würde nicht nur die Arbeitslast fairer verteilen, sondern auch die Care-Arbeit, die immer noch überwiegend von Frauen übernommen wird, gerechter gestalten.

„Wir müssen weg von der Idee, dass Menschen faul sind, weil sie weniger arbeiten wollen“, sagte Truger. Er plädierte für eine Akzeptanz der individuellen Arbeitszeitpräferenzen. Eine flexiblere, gerechtere und menschlichere Arbeitswelt könnte nicht nur die Produktivität steigern, sondern auch die Zufriedenheit der Arbeitnehmer erhöhen. Trugers Ansatz vereint die Reduktion der individuellen Arbeitszeiten mit einer Erhöhung der Gesamtarbeitsstunden, indem er flexible Modelle vorschlägt, die sowohl den Bedürfnissen der Menschen als auch den Anforderungen der Wirtschaft gerecht werden.

Arbeitszeit als Qualität und nicht nur Quantität

Vera Schneevoigt, eine erfahrene Managerin und Expertin für Digitalisierung und Innovation, äußerte sich ebenfalls zu den aktuellen Entwicklungen. „Diese Behauptung, die jüngere Generation arbeite nicht genug, ist lächerlich“, sagte Schneevoigt. Sie wies darauf hin, dass die Gesamtzahl der Arbeitsstunden nach der Pandemie so hoch sei wie nie. Für sie ist klar: Die Diskussion um Arbeitszeit ist heute wichtiger denn je, vor allem wegen des demografischen Wandels und der wachsenden psychischen Belastungen.

Schneevoigt wird ihr neues Buch „Wir können Zukunft“ am 11. September auf der Zukunft Personal Europe in Köln vorstellen, wo sie im Messe-TV-Studio neben der Keynote Stage über die Flexibilisierung der Arbeitszeiten und die Zukunft der Arbeit sprechen wird. Sie sieht in der Flexibilisierung der Arbeitszeiten nicht nur eine Antwort auf die Bedürfnisse der Arbeitnehmer, sondern auch eine Chance für Arbeitgeber, sich den neuen Realitäten anzupassen. Flexible Arbeitszeitmodelle seien ihrer Meinung nach ein Schlüssel zur Bewältigung der Herausforderungen unserer Zeit.

Ein neuer Blick auf den Wohlstand

Statt sich stur an einem hohen Bruttoinlandsprodukt (BIP) festzuhalten, fordert Truger eine neue Definition von Wohlstand. Gute Gesundheitsversorgung, bezahlbarer Wohnraum und zuverlässiger öffentlicher Nahverkehr seien wesentliche Bestandteile des Wohlstands, die durch eine kluge Umverteilung der Arbeitszeit erreicht werden könnten.

Die Debatte um die Arbeitszeit ist facettenreich und herausfordernd. Sie zwingt uns, tiefgehender über die Bedeutung von Arbeit in unserem Leben nachzudenken und neue, flexiblere Modelle zu entwickeln, die sowohl die wirtschaftlichen als auch die sozialen Bedürfnisse unserer Gesellschaft berücksichtigen. Die Zukunft der Arbeitswelt hängt von unserer Fähigkeit ab, diese Herausforderungen kreativ und offen zu meistern.

Session auf der Zukunft Personal Europe zu diesem Thema – kleine Auswahl:

Arbeitszeit à la carte: Vielfältige Arbeitszeitmodelle statt Einheitsbrei

Ärger am Arbeitsplatz – Zeitfresser und Kostentreiber

Die Zukunft der Arbeit im Zeitalter des Demographischen Wandels und der Künstlichen Intelligenz

Arbeitswelten 2035 -So arbeiten wir in der Zukunft

Hier ein Gesamtüberblick.

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