
Gemeinsam mit dem TLGG-Gründer und kreativen Multiplayer Christoph Bornschein denkt Thomas Ramge in seinem Live-Podcast darüber nach, wie gutes Storytelling zum Turbo für innovative Startups wird
In einer Live-Session des SPRIND Podcasts (also der Podcast der Bundesagentur für Sprunginnovaitonen), aufgezeichnet auf dem Machn Festival in Leipzig, sprachen der Technologiejournalist und Sachbuchautor Thomas Ramge und Christoph Bornschein, Mitgründer der Agentur TLGG, über Innovation Storytelling. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rolle eine starke narrative Kommunikation in Innovationsprozessen spielt und wie sie Startups auf die Überholspur bringt.
Zu Beginn der Episode stellte Ramge die Mission der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) vor: Als staatliche Förderinstitution unterstützt SPRIND radikale Innovationen, die an der Schnittstelle von Technologie und Gesellschaft liegen. Mit großem Enthusiasmus erläuterte Ramge die Bedeutung von Storytelling für die Förderung bahnbrechender Ideen.
Christoph Bornschein, ein Veteran im Bereich digitale Transformation und Innovationsberatung, führte aus, dass erfolgreiche Gründer oft großartige Geschichtenerzähler sind. „Im Moment muss man sagen, dass Persönlichkeiten wie Sam Altman von OpenAI die Messlatte setzen“, so Bornschein. Er betonte, dass ein starkes Narrativ, das die Vision und das Potenzial einer Innovation vermittelt, oft entscheidend für den Erfolg sei. Bornschein führte weiter aus, dass ein guter Innovationsgeschichtenerzähler die Fähigkeit besitzen muss, eine Brücke zwischen dem, was ist, und dem, was sein könnte, zu schlagen. Diese Erzählungen schaffen nicht nur Visionen, sondern mobilisieren auch Ressourcen und Talente.
Das Gespräch hob auch die Bedeutung der Authentizität hervor. Bornschein nannte Beispiele wie Elon Musk, der trotz oder gerade wegen seiner exzentrischen Art, die Fähigkeit besitzt, Menschen mit seinen Visionen zu fesseln und zu inspirieren. „Ein guter Geschichtenerzähler befindet sich bereits an dem Ort, der noch gar nicht existiert“, bemerkte Bornschein. Diese Visionen, auch wenn sie manchmal unrealistisch erscheinen mögen, treiben den Fortschritt voran und ermöglichen es, das Unmögliche zu erreichen.
In Bezug auf die deutsche Startup-Szene zeigte sich Bornschein optimistisch, dass junge Gründer zunehmend die Kunst des Storytelling beherrschen. Er wies jedoch darauf hin, dass es oft an einem überzeugenden fortschrittsorientierten Narrativ fehlt, das sowohl intern als auch extern die Richtung vorgibt und die notwendigen Ressourcen mobilisiert.
Abschließend diskutierten Ramge und Bornschein, wie eine klare und inspirierende Zukunftserzählung nicht nur Investoren anzieht, sondern auch innerhalb eines Unternehmens eine starke gemeinsame Ausrichtung schaffen kann. „Eine starke Vision ist ein Schlachtruf, der nach innen und außen wirkt“, so Bornschein. Dieser Schlachtruf sei entscheidend, um die Komplexität großer Organisationen zu meistern und sie auf einen gemeinsamen Weg zu führen.
Die Episode schloss mit einem optimistischen Ausblick auf die Zukunft des Innovationsstorytellings in Deutschland. Ramge und Bornschein waren sich einig, dass eine gut erzählte Geschichte nicht nur das Potenzial hat, innovative Ideen zu fördern, sondern auch das Vertrauen und die Unterstützung der Gesellschaft zu gewinnen.