
Häufig beginnt die Diskriminierung mit reflexhaften Bemerkungen, die wir nicht kritisch hinterfragen. Ein Beispiel dafür ist die Art und Weise, wie über Joe Biden gesprochen wird. Sein Alter wird als Grund genommen, um ihn abzuwerten und als senil darzustellen. Doch Altersdiskriminierung geht weit über solche oberflächlichen Kommentare hinaus. Das Problem liegt darin, dass wir bestimmten Werten und Attributen bestimmte Altersgruppen zuordnen. Das Wort „alt“ ist leider negativ behaftet und wird oft mit dem Verlust von Kompetenz und Attraktivität assoziiert. Solche und andere Vorurteile führen zu Diskriminierung in verschiedenen Bereichen, wie beispielsweise der Annahme, dass Mädchen kein Mathe können oder dass ältere Menschen nicht mehr lernfähig sind. Die Liste der Diskriminierungsbeispiele ist endlos.
Junge Menschen werden oft als zu unerfahren oder unfähig angesehen, um Verantwortung zu übernehmen oder Führungspositionen zu bekleiden. Auf der anderen Seite werden ältere Menschen oft als alt und nicht mehr leistungsfähig abgestempelt. Doch das Alter korreliert nicht mit Leidenschaft, Potenzial und Leistung. Diese Eigenschaften sind unabhängig von der Zahl, die unser Alter repräsentiert. „Es ist an der Zeit, das Augenmerk auf Leidenschaft, Potenzial und Leistung zu legen, anstatt auf das Alter“, so Dr. Kilubi.
Eingefahrene Denkmuster haben weitreichende Auswirkungen auf das Individuum und die Gesellschaft. Menschen werden aufgrund ihres Alters ausgeschlossen und ihre Potenziale bleiben ungenutzt.
Dr. Irne Y. Kilubi hat in ihrem Buch „Du bist mehr als eine Zahl“ Lösungsansätze gegen Diskriminierungen zusammengetragen. Sie hat 60 Experten interviewt und 40 Statementgeber aus verschiedenen Bereichen zu Wort kommen lassen. Das Buch bietet einen umfassenden Einblick in das Thema und enthält Methoden, Tools und Best Practices. Es ist ein Aufruf zum Umdenken und zur aktiven Teilnahme an der Veränderung.
