In sechs Schritten zur KI – wie aus Automatisierung Vertrauen wird #PersonalmesseMünchen

Wer den Blick durch die ZP & Friends Lounge der Personalmesse München wandern ließ, spürte sofort: Hier wird KI nicht mehr als fernes Zukunftsversprechen verhandelt, sondern als Handlungsanleitung für den Arbeitsalltag. Meity Mariani Herianto, Produktmanagerin bei Haufe, führte das Publikum in sechs präzisen Schritten durch den Prozess, wie Personalabteilungen Künstliche Intelligenz sinnvoll und sicher einführen können – von der Datenbasis bis zur Akzeptanz im Team.

Ihr Ansatz: KI beginnt nicht mit Technik, sondern mit Verständnis. Wer Automatisierung einsetzen will, muss zuerst die Engpässe in der Organisation kennen – dort, wo Mitarbeiter durch Wiederholungen und Wartezeiten blockiert werden. Erst wenn klar ist, welche Prozesse tatsächlich entlastet werden sollen, kann Technologie wirken.

Am Beispiel Düsseldorf zeigte Herianto, wie ein Chatbot namens Charlie eingeführt wurde, um Standardanfragen im HR-Service zu beantworten. Das Ergebnis: weniger Anrufe, kürzere Wartezeiten, zufriedenere Mitarbeitende – und vor allem mehr Zeit für persönliche Anliegen. Entscheidend war dabei nicht die Technik, sondern das Vertrauen der Belegschaft. Der Chatbot erhielt einen Namen, eine Stimme, eine Persönlichkeit. Akzeptanz, so Herianto, sei keine Frage der IT, sondern der Kommunikation.

Im Zentrum ihres Leitfadens stehen sechs Prinzipien, die weit über die KI hinausweisen:

  1. Klare Ziele statt Hype. Nur wer weiß, was er verbessern will, kann Erfolg messen.
  2. Integration vor Insellösungen. Systeme müssen miteinander sprechen.
  3. Datenqualität als Fundament. Ohne saubere Daten kein intelligentes System.
  4. Datenschutz als Designprinzip. Transparenz schafft Glaubwürdigkeit.
  5. Schulung und Dialog. Menschen lernen mit – nicht gegen Maschinen.
  6. Kontinuierliche Optimierung. KI ist kein Projekt, sondern ein Prozess.

So entsteht aus Automatisierung Vertrauen – und aus Vertrauen Innovation.
Denn Künstliche Intelligenz, das wurde in München spürbar, ist weniger ein Werkzeug als ein Spiegel der Organisation: Sie zeigt, wie bereit ein Unternehmen ist, seine eigenen Routinen zu überdenken.

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