FC Kölle und Haie spielen jetzt auch in der Datenliga

Zukunftsmacher-Studie zeigt: 1. FC Köln und Kölner Haie nutzen Künstliche Intelligenz als stillen Mitspieler hinter den Kulissen – mit spürbaren Effekten für Fans, Wirtschaftlichkeit und Medienrelevanz.

Der Profisport in Köln bekommt einen neuen Mitspieler – unsichtbar, aber wirksam: Künstliche Intelligenz. Die neue „Zukunftsmacher“-Studie zu KI in der Wertschöpfung zeigt am Beispiel des 1. FC Köln und der Kölner Haie, wie zwei Traditionsclubs KI, Daten und Automatisierung systematisch nutzen, um Fanbeziehungen zu vertiefen, Erlöse zu stabilisieren und ihren Standort im hart umkämpften Sportmarkt zu sichern.

1. FC Köln: Vom Bauchgefühl zur Datenkultur

Beim 1. FC Köln ist KI kein Showeffekt, sondern Teil eines grundlegenden Modernisierungskurses. Der Club hat in den vergangenen Jahren eine digitale Infrastruktur aufgebaut, die eher an ein Tech-Unternehmen als an einen klassischen Fußballverein erinnert: eigenes CRM-System, Marketing-Automation, Fan-App, Webshop und ein zentraler „Data Lake“, in dem Sport-, Fan- und Verwaltungsdaten zusammenlaufen.

Ziel ist eine klar strukturierte, messbare Steuerung des Geschäfts – unterstützt durch ein modernes Zielsystem, das bereichsübergreifend wirkt. Alle Einheiten vom Ticketing bis zum Marketing arbeiten an gemeinsamen, transparenten Zielen, die mit Kennzahlen hinterlegt sind. Statt „Wir machen mal was Digitales“ geht es um konkrete Effekte: bessere Auslastung, höhere Relevanz in der Kommunikation, stabilere Ertragsbasis – unabhängig von kurzfristigen Ergebnissen auf dem Platz.

KI kommt vor allem in der Fan-Kommunikation und in internen Prozessen zum Einsatz:

  • personalisierte Inhalte statt Massenmails,
  • KI-unterstützte Liveticker und Content-Formate,
  • automatisierte Abläufe in der Verwaltung,
  • ein vereinsinternes Sprachmodell („Corporate GPT“), das Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Recherche, Auswertung und Textarbeit unterstützt – auf Basis der eigenen Dokumente und Daten.

„Vereine dürfen sich nicht länger allein über die Tabelle definieren“, heißt es in der Studie. „Wer seine Daten im Griff hat, stärkt seine wirtschaftliche Substanz – und damit auch die sportliche Perspektive.“

Kölner Haie: Eishockey als datengetriebene Eventmaschine

Die Kölner Haie stehen in einer wirtschaftlich anspruchsvollen Liga: In der DEL ist schwarze Null eher Ausnahme als Regel. Umso bemerkenswerter ist der Weg, den der Club eingeschlagen hat – mit einem konsequent daten- und fanzentrierten Ansatz.

Die Haie denken Eishockey als Erlebnisplattform. KI-gestützte Auswertungen helfen, verschiedene Besuchergruppen zu identifizieren und gezielt anzusprechen: Familien, Eventpublikum, Hardcore-Fans, Firmenkunden. Auf dieser Basis werden Kampagnen geplant, Spieltage inszeniert und Zusatzangebote entwickelt.

Im Hintergrund arbeiten integrierte Systeme: CRM, Marketing-Automation, HR-Software und ein eigener Corporate GPT, der interne Prozesse beschleunigt – von der Textproduktion für Kampagnen bis zur Auswertung von Reports. Routineanfragen im Service werden vorstrukturiert, bevor ein Mensch übernimmt. Ein zentrales Datensystem bündelt Ticket-, Fan- und Shop-Daten.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: gestiegene Zuschauerzahlen, europäische Spitzenwerte bei den Indoor-Besuchern, deutlich verbesserte Merchandising-Umsätze und eine wirtschaftliche Entwicklung, die sich von der klassischen Defizitlogik der Liga absetzt.

Mehrwert für Fans – und neue Geschichten für Sportmedien

KI im Sport ist mehr als ein technisches Spielzeug: Für Fans kann sie ganz handfesten Nutzen bringen. Richtig eingesetzt, sorgt sie dafür, dass

  • weniger irrelevante Werbung im Postfach landet,
  • Angebote besser zur Lebenssituation passen (Familienblock statt teurer VIP-Platz, Stehplatz statt Business-Seats),
  • Kommunikation rund um Tickets, Auswärtsfahrten und Sonderaktionen reibungsloser läuft,
  • Clubs wirtschaftlich stabiler werden und dadurch langfristig konkurrenzfähig bleiben.

Für Sportfachmedien öffnet sich zugleich ein neues Themenfeld. Neben Taktik, Transfers und Trainerfragen geht es zunehmend um:

  • digitale Infrastruktur und Datenstrategien von Clubs,
  • den Einsatz von Corporate GPTs und KI-gestützten Services,
  • neue Rollenprofile im Profisport – von Datenexperten bis zu internen KI-Teams,
  • die Frage, wie verantwortungsvoll Vereine mit Fan-Daten umgehen.

„Wer nur über Tore, Strafen und Transfers berichtet, verpasst die zweite, stille Liga des Profisports: die Datenliga“, sagt Studien-Co-Autor Gunnar Sohn. „Dort wird entschieden, ob ein Club wirtschaftlich durchhält – oder nur noch nostalgisch von großen Zeiten erzählt.“

Hintergrund: Die „Zukunftsmacher“-Studie

Die „Zukunftsmacher“-Studie untersucht, wie Unternehmen und Organisationen in Deutschland Künstliche Intelligenz konkret in ihre Wertschöpfung integrieren – von Mittelstand und Industrie bis hin zu Sport und Entertainment. Im Fokus stehen praxisnahe Fallbeispiele, organisatorische Weichenstellungen und die Frage, wie KI vom Buzzword zum produktiven Werkzeug wird.

Mit den Porträts des 1. FC Köln und der Kölner Haie zeigt die Studie, dass der Profisport ein ideales Schaufenster für die Transformation durch KI ist: emotional, öffentlich sichtbar und wirtschaftlich unter Druck – aber gerade deshalb offen für neue Lösungswege. Rezensionsexemplar der Studie schicken wir als pdf gerne zu. Einfach bei mir melden per Mai. 

Beitrag auf Smarter-Service: https://www.smarter-service.com/2025/12/08/koelns-ki-offensive-wie-fc-und-haie-mit-daten-den-anschluss-halten/

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